Thüringer Rostbratwurst
g.g.A. Fleisch & Wurst · Deutschland

Die Thüringer Rostbratwurst ist eine mindestens 15 bis 20 cm lange, mittelfeine Bratwurst im engen Naturdarm, die roh oder gebrüht angeboten wird. Gewürzt wird sie neben Salz und Pfeffer vor allem mit Kümmel, Majoran und Knoblauch; hergestellt wird sie ausschließlich in Thüringen.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 15. Mai 2002
- Erzeugnis
- mittelfeine Rostbratwurst im engen Naturdarm (Schweinedarm oder Schafsaitling), roh oder gebrüht
- Größe
- mindestens 15–20 cm lang, 100–150 g
- Fleisch
- Schweinefleisch und Schweinebacken, eventuell Kalb- oder Rindfleisch für das Brät
- Gewürze
- Salz und Pfeffer, besonders Kümmel, Majoran und Knoblauch
- Fettgehalt
- 20 % (± 5 %)
- Herkunftsgebiet
- Bundesland Thüringen (Deutschland)
Aussehen & Geschmack
Die Rostbratwurst ist mindestens 15 bis 20 cm lang und wiegt 100 bis 150 g. Sie steckt in einem engen Naturdarm, entweder Schweinedarm oder Schafsaitling, und kommt roh oder gebrüht in den Handel. Die Masse ist mittelfein und nicht umgerötet; der Geschmack ist herzhaft würzig.
Der Fettgehalt liegt bei 20 %, mit einem Spielraum von 5 Prozentpunkten nach oben und unten. Der Anteil an kollagenfreiem Fleischeiweiß beträgt mindestens 8,5 %.
Herstellung
Die Wurst besteht aus grob entfettetem Schweinefleisch und Schweinebacken ohne Schwarte; für das Brät kann auch entsehntes Kalb- oder Rindfleisch verwendet werden. Die Gewürzmischungen unterscheiden sich je nach überlieferter Rezeptur und Region. Neben Salz und Pfeffer gehören vor allem Kümmel, Majoran und Knoblauch dazu.
Die gesamte Herstellung findet in Thüringen statt. Das Ansehen der Wurst beruht laut Spezifikation auf der Kunst und Erfahrung des thüringischen Fleischerhandwerks und auf den überlieferten Rezepturen.
Herkunft & Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1404: Eine Abrechnung des Arnstädter Jungfrauenklosters, heute im Staatsarchiv Rudolstadt, enthält einen Posten „darme czu bratwurstin“, also Bratwurstdärme. Das laut Spezifikation älteste bekannte Rezept liegt im Staatsarchiv Weimar. Es steht in der „Ordnung für das Fleischerhandwerk zu Weimar, Jena und Buttstädt“ vom 2. Juli 1613. Ein weiteres Rezept enthält das „Thüringisch-Erfurtische Kochbuch“ von 1797.
Martin Luther und Goethe schätzten die Wurst, und 1669 erwähnte Grimmelshausen sie im „Simplicissimus“ lobend. In der DDR wurde der Name nur als echte Herkunftsangabe verwendet, sodass er seinen Bezug zu Thüringen behielt. Heute führen fast alle Thüringer Fleisch- und Wurstwarenhersteller Rostbratwürste, und überall in Thüringen gibt es sie an eigenen Grillständen.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 310 vom 22. Oktober 2011. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fleisch & Wurst
- Herkunft
- Deutschland
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-DE-0223
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 50.917, 11.000
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 23. Dezember 2019. Eintrag im eAmbrosia-Register