Salame Felino

g.g.A. Fleisch & Wurst · Italien

Eine angeschnittene Salame Felino auf einem Brett, auf der Hülle das Etikett „Salame Felino IGP“, daneben Scheiben.
Foto: Lungoleno · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Salame Felino ist eine Salami aus Schweinefleisch, gewürzt mit Salz, Pfeffer und Knoblauch und ausschließlich in Naturdarm gefüllt. Ihr Anschnitt ist rubinrot und kompakt, der Geschmack leicht süß. Sie wird in der Provinz Parma hergestellt.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 11. April 2007
Erzeugnis
gereifte Salami aus Schweinefleisch in Schweinenaturdarm
Form
unregelmäßig zylindrisch, ein Ende dicker, 15–130 cm lang
Gewicht
200 g bis 4,5 kg
Zutaten
Schweinefleisch und -fett, Salz, Pfeffer, Knoblauch; erlaubt u. a. trockener Weißwein
Kennzeichen
weißgraue Oberfläche, mit Schnur gebunden (kein Netz)
Herkunftsgebiet
Provinz Parma (Emilia-Romagna)

Aussehen & Geschmack

Die Salami ist unregelmäßig zylindrisch, an einem Ende verdickt und am anderen verjüngt, 15 bis 130 cm lang und 200 g bis 4,5 kg schwer. Ihre Oberfläche ist weißgrau meliert und wirkt durch eine geringe Menge heimischer Schimmelpilze wie mit feinem Staub bedeckt.

Der Anschnitt ist fest, homogen und nicht elastisch, rubinrot und ohne Flecken. Sie schmeckt leicht süß und aromatisch. Laut Spezifikation unterscheiden Kompaktheit, Homogenität, Farbe und Geschmack sie von anderen Erzeugnissen dieser Art. Sie enthält keine Laktose und kein Milchpulver und hat einen mäßig hohen pH-Wert.

Verkauft wird sie ganz mit Etikett oder Siegel oder in Stücken und Scheiben, vakuum- oder schutzgasverpackt. Beim Aufschneiden sollen die Scheiben möglichst kurz an der Luft liegen, damit sie nicht braun werden.

Herstellung

Das Fleisch stammt von Schweinen der Rassen Large White und Landrace, von Duroc-Abkömmlingen oder von anderen Rassen und Kreuzungen, deren Schlachtkörper in die Klassen U, R oder O fallen. Reinrassige Belgische Landrasse, Hampshire, Piétrain, Duroc und Spotted Poland sind ausgeschlossen. Die Tiere werden mindestens neun Monate alt, ihr Schlachtkörper wiegt 110,1 bis 190 kg. Verwendet werden ausgewählte Muskel- und Fettstücke wie der obere Teil des Bauchs („testa di pancetta“) und das Stück unterhalb der Schulter („trito di banco“); tiefgefrorenes Fleisch ist verboten.

Fleisch und Fett werden von Bindegewebe und weichem Fett befreit, im Kühlraum bei mindestens −1 °C gelagert, damit die Muskelteile gut abtrocknen, und mit 6 bis 8 mm Lochscheibe durch den Fleischwolf gedreht. Dann wird die Masse mit 2,0 bis 2,8 % Salz, ganzen oder grob geriebenen Pfefferkörnern und zerstoßenem Knoblauch vermengt. Erlaubt sind außerdem trockener Weißwein für den Duft, etwas Zucker, Starterkulturen, Nitrat, Nitrit und Ascorbinsäure. Die Masse kommt in Schweinenaturdärme, wird mit Schnur abgebunden, getrocknet und gereift.

Herkunft & Geschichte

Das Gebiet umfasst die ganze Provinz Parma mit Hügelland und Ebene, Seen und Salzbergwerken. Im Hügelland nutzte man seit jeher das Salz von Salsomaggiore. Laut Spezifikation entstanden die Verfahren zur Verarbeitung und Reifung von Schweinefleisch in der Ebene schon in etruskischer und römischer Zeit, auch um die römischen Legionen zu versorgen; wegen der nahen Salzbergwerke wurde hier bereits im 14. Jahrhundert Schweinefleisch eingesalzen.

Die Spezifikation führt erste Bezugnahmen auf das Kochbuch „De re coquinaria“ des Apicius aus dem 1. Jahrhundert zurück und nennt die Salami an den Fürstenhöfen von Parma bekannt, von den Farnese über die Bourbonen bis zu Herzogin Marie Louise. Die vermutlich älteste Darstellung zeigt ein Relief im Baptisterium von Parma (1196–1307): Beim Sternzeichen Wassermann hängen zwei Würste über einer Feuerstelle, die in Größe und Form der heutigen Salami entsprechen. 1766 ergab eine Zählung, dass der Markt der Markgrafschaft Felino den lebhaftesten Schweinehandel der Umgebung hatte; aus jener Zeit stammen Preislisten für magere und fette Salami. 1905 kam „Salame Felino“ ins Wörterbuch der italienischen Sprache, 1912 erwähnte sie das Landwirtschaftsministerium, und seit 1927 erkennen die örtlichen Behörden den Namen für Salami aus der Provinz Parma an.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/2973 vom 5. Juni 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

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Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Fleisch & Wurst
Herkunft
Italien
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-IT-0597

Lage

Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 44.696, 10.241

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 5. Juni 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register