Salame Cremona
g.g.A. Fleisch & Wurst · Italien
Salame Cremona ist eine getrocknete Rohwurst in Darmhülle mit intensiv roter Farbe und würzigem Duft. Hergestellt wird sie in der Lombardei, der Emilia-Romagna, dem Piemont und Venetien; der Schutz als g.g.A. beruht auf ihrem Ansehen.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 27. Dezember 2002
- Erzeugnis
- getrocknete Rohwurst in Darmhülle
- Gewicht
- mindestens 500 g am Ende der Reifung
- Größe
- mindestens 65 mm Durchmesser und 150 mm Länge bei der Herstellung
- Eiweiß
- mindestens 20 %
- Anschnitt
- Fleisch und Fett nicht klar voneinander abgegrenzt („smelmato“)
- Herkunftsgebiet
- Lombardei, Emilia-Romagna, Piemont und Venetien
Aussehen & Geschmack
Die Wurst ist zylindrisch, stellenweise unregelmäßig geformt, und kompakt und weich. Bei der Herstellung hat sie mindestens 65 mm Durchmesser und 150 mm Länge; am Ende der Reifung wiegt sie mindestens 500 g. Der Anschnitt ist fest und gleichmäßig, intensiv rot und ohne sichtbare Knorpel. Typisch ist, dass Muskel- und Fettanteile ineinander übergehen und nicht klar voneinander abgegrenzt sind; das nennt man „smelmato“. Die Wurst duftet würzig und ist laut Spezifikation süß, mild und sehr aromatisch.
Sie enthält mindestens 20 % Eiweiß; Wasser und Fett dürfen jeweils höchstens das Doppelte des Eiweißgehalts ausmachen, und der pH-Wert liegt bei mindestens 5,2.
Herstellung
Alle Schritte finden im Erzeugungsgebiet statt: Salzen, Mischen der Zutaten, Füllen in die Därme, Abbinden, Trocknen und Reifen. Auch Portionieren und Verpacken sind nur dort erlaubt. Laut Spezifikation müsste die Wurst sonst für Transport und späteres Zerteilen wärmebehandelt werden, was ihre Eigenschaften verändern würde.
Auf dem Etikett stehen der Name und „Indicazione Geografica Protetta“ oder „IGP“ in größeren Buchstaben als die übrigen Angaben, dazu das EU-Logo für die g.g.A.
Herkunft & Geschichte
Das Erzeugungsgebiet liegt in der Po-Ebene: eine gleichförmige Schwemmlandebene, durchzogen von Flüssen und Kanälen, mit Wiesen und Maisfeldern. Herbst und Winter sind recht streng, sehr feucht und neblig, der Frühling ist mild und regenreich, der Sommer heiß mit häufigen, starken Schauern. Die Schweinehaltung lässt sich laut Spezifikation bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Sie entwickelte sich zusammen mit der Käseherstellung und dem Maisanbau, zuerst um Cremona und dann in der ganzen Po-Ebene, lange in Familienbetrieben und später zunehmend in Gewerbebetrieben.
Urkunden von 1231 im Staatsarchiv von Cremona belegen den Handel mit Schweinen und Fleischwaren zwischen Cremona und den umliegenden Staaten. Berichte über die Besuche von Bischof Cesare Speciano (1599–1606) in den Nonnenklöstern der Gegend erwähnen, dass an Tagen mit fetter Kost auch Salami ausgegeben wurde. Zwischen 1950 und 1970 stand „Salame Cremona“ auf den Listen italienischer Lebensmittel mit Herkunftsbezeichnung, die Teil von Verträgen Italiens mit Deutschland, Frankreich, Österreich und Spanien zum Schutz von Ursprungsbezeichnungen waren. Bis heute ist sie auf den Lebensmittelmessen der Lombardei und der Po-Ebene vertreten.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/6442 vom 1. Dezember 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fleisch & Wurst
- Herkunft
- Italien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-IT-0265
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 45.233, 9.933
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 1. Dezember 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register