Prosciutto Amatriciano
g.g.A. Fleisch & Wurst · Italien
Prosciutto Amatriciano ist ein birnenförmiger Rohschinken aus der Provinz Rieti, der mindestens zwölf Monate reift. Kennzeichen ist ein besonders hoher, halbrunder Anschnitt der Vorderseite, der bis über die halbe Höhe der Keule reicht.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 29. Juni 2009
- Erzeugnis
- luftgetrockneter Rohschinken in Birnenform
- Rohstoff
- frische Keulen schwerer Schweine (Large White, Landrace, Duroc und zugelassene Kreuzungen)
- Gewicht
- mindestens 8 kg nach der Reifung
- Reifung
- mindestens 12 Monate ab dem ersten Einsalzen
- Kennzeichen
- hoher Nachschnitt der Vorderseite bis über die halbe Höhe der Keule
- Herkunftsgebiet
- 22 Gemeinden der Provinz Rieti bis 1 200 m Höhe, darunter Amatrice (Italien)
Aussehen & Geschmack
Der Schinken hat, vom Fuß abgesehen, die Form einer Birne. Auf der Vorderseite liegt ein großer Teil des Fleischs frei, denn Fett und Schwarte werden mit einem kräftigen halbrunden Schnitt bis über die halbe Höhe der Keule entfernt. Nach der Mindestreifezeit wiegt der Schinken mindestens 8 kg.
Die Konsistenz ist elastisch und kompakt, die Scheiben halten gut zusammen. Das Fleisch ist rosarot und von rein weißem Fett durchbrochen. Es schmeckt würzig, aber nicht salzig, mit einem duftenden, süßlichen und zugleich intensiven Aroma. Der Feuchtigkeitsgehalt liegt bei höchstens 60 %, der Eiweißgehalt in der Trockenmasse bei mindestens 25 %. Der Name „Prosciutto Amatriciano“ wird auf dem Etikett nicht übersetzt.
Herstellung
Die frischen Keulen stammen von Schweinen der Rassen Italienische Large White und Italienische Landrace oder von Ebern dieser Rassen, von Ebern der Rasse Italienische Duroc sowie von Ebern anderer Rassen, deren Zuchtprogramme mit denen für das schwere italienische Hausschwein vereinbar sind. Die Tiere werden als traditionelle schwere Schweine aufgezogen und im Alter von 9 bis 15 Monaten geschlachtet. Eine frische Keule mit weißer Schwarte wiegt 12,5 bis 16 kg; ihre äußere Fettschicht samt Schwarte ist je nach Größe 15 bis 30 mm dick.
Gleich bei der Übernahme werden die Keulen hoch nachgeschnitten. Laut Spezifikation vergrößert das die Fläche ohne Schwarte und Fett, sodass die Salzmischung gleichmäßig aufgenommen wird und der Schinken beim Reifen besser an der Luft trocknet; daher rühren der niedrigere Feuchtigkeits- und der höhere Eiweißgehalt. Im Gebiet folgen dann Auswahl und Kühlen, Einsalzen, Entsalzen, Säubern und Ruhen, Abwaschen, Lufttrocknen, Vorreifung und Einschmalzen sowie Reifung und Kennzeichnung. Die Reifung dauert mindestens zwölf Monate ab dem ersten Einsalzen.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet ist überwiegend bergig, mit wenigen Ebenen, und erstreckt sich entlang der Hochtäler von Velino und Tronto. Laut Spezifikation tragen die Höhenlage bis 1 200 m, das raue Klima, die frische Luft und eine relative Luftfeuchtigkeit meist unter 70 % während der Verarbeitung und der langen Reifung zum süßen, intensiven Aroma des Schinkens bei.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird der Schinken mit Amatrice in Verbindung gebracht, dem Bezugspunkt des Gebiets. Der hohe Nachschnitt beruht laut Spezifikation auf der jahrhundertelangen Erfahrung der Erzeuger. In einem Text über die „Kultur in Amatrice“ von 1932 schrieb Cesare De Berardinis die Herstellung der „köstlichen Schinken“ den Händen und der Sorgfalt der Frauen von Amatrice zu.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 307 vom 12. November 2010. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fleisch & Wurst
- Herkunft
- Italien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-IT-0780
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 42.627, 13.295
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 28. Juni 2009. Eintrag im eAmbrosia-Register