Presunto de Santana da Serra

g.g.A. Fleisch & Wurst · Portugal

Presunto de Santana da Serra ist ein luftgetrockneter Schinken, als Paleta de Santana da Serra auch ein Vorderschinken, vom Schwein der Rasse Alentejana mit Eichelmast. Verarbeitet wird er nur in sechs Gemeinden des Kreises Ourique am Fuß der Serra do Caldeirão; laut Spezifikation ist er rustikaler als die milderen Schinken aus der Alentejo-Ebene.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 24. November 2004
Namen
Presunto de Santana da Serra (Schinken), Paleta de Santana da Serra (Vorderschinken)
Erzeugnis
luftgetrockneter Schinken oder Vorderschinken mit Fuß und Schwarte
Tiere
Schweine der Rasse Alentejana, geschlachtet mit 12 bis 24 Monaten
Gewicht
Schinken über 5 kg, Vorderschinken über 3,5 kg
Kennzeichen
eingebranntes Emblem des Santiagoordens und nummerierte Zertifizierungsmarke
Herkunftsgebiet
Verarbeitung: Santana da Serra, Garvão, Ourique, Panóias, Santa Luzia und Conceição (Kreis Ourique, Alentejo)

Aussehen & Geschmack

Der Schinken stammt aus der Keule und ist rund geschnitten, der Vorderschinken stammt aus der Schulter und ist oval bis rund. Die Schwarte und der Fuß bleiben immer erhalten, und eine Fettschicht umgibt das Muskelfleisch. Ein Schinken wiegt über 5 kg, ein Vorderschinken über 3,5 kg.

Im Anschnitt ist das Fleisch dunkelrot, ölig, glänzend und vom Fett durchzogen, weich und wenig faserig. Das Fett ist schmierig, fast flüssig und glänzt perlmuttweiß. Der Geschmack ist wenig salzig und wenig pikant, anhaltend und intensiv, mit einem Aroma nach Eichelmast. Laut Spezifikation sind die Schinken aus Santana da Serra runder geschnitten und dunkler als die aus der Alentejo-Ebene, ihre Textur ist weniger zart und saftig, ihr Aroma weniger lieblich.

Verkauft werden sie ganz, in Stücken oder in Scheiben, mit oder ohne Knochen. Jedes Stück trägt eine nummerierte Zertifizierungsmarke, über die es sich bis zur Ohrmarke des Tiers zurückverfolgen lässt. In die Schwarte ist ein Emblem des Santiagoordens eingebrannt, dem die Gemeinden des Gebiets vor langer Zeit angehörten.

Herstellung

Die Schweine der Rasse Alentejana sind im Stammbuch der Rasse eingetragen und werden in eingetragenen Betrieben geboren und aufgezogen. Sie leben überwiegend im Freiland, in Eichenwäldern aus Kork- und Steineichen mit mindestens 40 Bäumen pro Hektar und einem Schwein pro Hektar. Sie fressen Stoppeln und Getreidereste, Gräser, Hülsenfrüchte und kleine Tiere; nur wenn das Feld nicht genug hergibt, darf Futter von außerhalb zugefüttert werden, höchstens 30 % der Nahrung. Immer folgt eine Eichelmast von 60 bis 90 Tagen im Eichenwald, in der die Tiere mindestens 45 kg zunehmen müssen. Geschlachtet werden sie mit 12 bis 24 Monaten; der Schlachtkörper wiegt mindestens 90 kg.

Nach dem Zuschneiden wiegt der Schinken mindestens 7,5 kg, der Vorderschinken mindestens 5 kg. Dann wird gesalzen, gewaschen, entwässert, getrocknet, gereift und gealtert, nach örtlichen Methoden, die auf die Bedingungen in den Bergen abgestimmt sind. Außer Salz kommt nichts hinzu, auch kein Rauch. Zerlegen, Auslösen und Aufschneiden sind nur in Betrieben im Gebiet erlaubt. Vorher bestimmen Fachleute den richtigen Reifepunkt und prüfen das Stück mit den Sinnen; geschnitten wird in sehr feine Scheiben, die sofort verpackt werden, weil das Fett an der Luft und bei Wärme leicht leidet.

Herkunft & Geschichte

Die Schweine dürfen in weiten Teilen des Alentejo und in angrenzenden Kreisen aufwachsen, überall dort, wo Eichenwald die Eichelmast erlaubt. Verarbeitet werden die Schinken nur in den Gemeinden Santana da Serra, Garvão, Ourique, Panóias, Santa Luzia und Conceição im Kreis Ourique. Santana da Serra liegt in den Vorbergen der Serra do Caldeirão, die das Gebiet vor schädlichen Winden schützt und ihm ein eigenes Klima gibt: Die mittleren Tiefstwerte liegen zwischen 4,6 °C im kältesten und 14,7 °C im heißesten Monat, die mittleren Höchstwerte zwischen 13,8 und 32,2 °C. Die Landschaft prägen Felder im Norden des Kreises und dichte Kork- und Steineichenwälder.

Schon 1310 und 1320 ist schriftlich von der Sorge König Dinis’ um die Eichenwälder von Ourique die Rede. Ein Gesetz von 1699 regelte ihre Nutzung und die Abgaben an den König je nach Zahl der Schweine in den königlichen Eichenwäldern, und noch Anfang des 20. Jahrhunderts bewachten Wächter die Wälder gegen Eicheldiebe. Ältere Leute erzählen vom Markt in Garvão, auf dem man Wurst und Speck kaufte; Schinken war etwas für vollere Geldbörsen. Im Januar 1928 kostete er 16 Escudos, für die Zeit ein beachtlicher Preis. Laut Spezifikation ist der Schinken so angesehen, dass er im Wappen von Santana da Serra und anderer Gemeinden des Gebiets erscheint. Er wird nie gekocht und war früher festlichen Anlässen vorbehalten oder ein geschätztes Geschenk.

Grundlage dieses Textes: Zusammenfassung, Amtsblatt der EU C 308 vom 19. Dezember 2007. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Fleisch & Wurst
Herkunft
Portugal
Geschützt seit
Weitere Namen
Paleta de Santana da Serra
Aktenzeichen
PGI-PT-0439

Lage

Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 37.494, -8.306

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 10. Februar 2020. Eintrag im eAmbrosia-Register