Lucanica di Picerno
g.g.A. Fleisch & Wurst · Italien
Lucanica di Picerno ist eine gereifte Wurst aus Schweinefleisch aus dem Lukanischen Apennin. Sie hat eine geschwungene U-Form und schmeckt vor allem nach den Samen des wilden Fenchels, dazu nach Pfeffer und Chili.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 5. Juni 2017
- Erzeugnis
- gereifte Wurst aus Schweinefleisch im Naturdarm
- Form
- U-förmig, 250–350 g, 20–35 cm lang; zum Aufschneiden bis 1,2 kg und 40–70 cm
- Würzung
- Salz, Samen des wilden Fenchels, milde oder scharfe Chili, schwarzer Pfeffer
- Varianten
- mild oder pikant
- Herkunftsgebiet
- Picerno und 13 weitere Gemeinden im Lukanischen Apennin (Italien)
Aussehen & Geschmack
Die Wurst hat eine charakteristische, geschwungene U-Form. Sie wiegt 250 bis 350 g, ist 3,0 bis 3,6 cm dick und 20 bis 35 cm lang. Die Lucanica zum Aufschneiden wiegt bis zu 1,2 kg und ist 40 bis 70 cm lang. Die Scheiben sind weich, dicht und rubinrot, mit Fettanteil.
Im Aroma herrscht der wilde Fenchel vor, mit Geruch und Nachgeschmack von Fenchelsamen. Dazu kommen schwächer ein würziges Pfefferaroma und ein Aroma von Chiliflocken oder -kernen. In der pikanten Variante ist die Chili stärker zu spüren, doch auch hier überwiegt der Fenchel. Der Fettgehalt liegt bei 18 bis 35 %.
Verkauft wird die Wurst ganz, in Stücken oder in Scheiben, unverpackt, vakuumverpackt oder unter Schutzatmosphäre. Das Etikett trägt das Logo der g.g.A. und das EU-Zeichen.
Herstellung
Das Fleisch stammt von schweren Schweinen mit Schlachtkörpern von 110,1 bis 180 kg, die mindestens neun Monate alt werden. Ausgeschlossen sind unter anderem reinrassige Tiere der Rassen Landrace Belga, Hampshire, Pietrain, Duroc und Spotted Poland sowie Träger des Gens für Stressempfindlichkeit. Verwendet werden nur entbeinte Schulter, Hals, Unterseite, Bauch, Filetspitze und Schinken.
Das Fleisch wird gereinigt, also von Nerven, Bindegewebe und weichem Fett befreit, in kleine Stücke geteilt und zerkleinert. Gewürzt wird mit 2 bis 2,5 % Salz, Samen des wilden Fenchels, milder oder scharfer Chili und schwarzem Pfeffer; erlaubt sind außerdem wenig Dextrose und Saccharose, Nitrit, Nitrat, Ascorbinsäure und Starterkulturen. Milch und Milcherzeugnisse sind ausgeschlossen. Der Teig ruht 4 bis 24 Stunden, damit sich die Zutaten gut verbinden, und wird dann in Naturdarm gefüllt und zur U-Form gebogen. Zum Reifen hängt die Wurst traditionell auf besonderen Wagen, was ihr ebenfalls die U-Form gibt. Alle Schritte vom Entfernen des Fettgewebes bis zur Reifung finden im Gebiet statt.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst Picerno, Tito, Satriano di Lucania, Savoia di Lucania, Vietri di Potenza, Sant’Angelo Le Fratte, Brienza, Balvano, Ruoti, Baragiano, Bella, Muro Lucano, Castelgrande und Sasso di Castalda. Das Klima des Lukanischen Apennins mit heißen, trockenen Sommern, regenreichen Übergangszeiten und oft schneereichen Wintern lässt den Fenchel üppig wachsen.
Das bäuerliche Rezept aus Picerno sah hundert Fenchelsamen pro Kilogramm Teig vor. Früher gab es in Picerno einen eigenen Markt für wilden Fenchel; ältere Menschen sammelten und verkauften die Samen der mehrjährigen Pflanze. Heute stammt der Fenchel meist, aber nicht zwingend aus dem Gebiet. Das Wissen über die einzelnen Arbeitsschritte wurde über Generationen weitergegeben, und viele örtliche Hersteller arbeiten laut Spezifikation weiter nach den handwerklichen Methoden ihrer Vorfahren.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/5170 vom 23. September 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fleisch & Wurst
- Herkunft
- Italien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-IT-02313
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 40.640, 15.643
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 23. September 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register