Kiełbasa pradziada z Dukli
g.g.A. Fleisch & Wurst · Polen
Kiełbasa pradziada z Dukli, „Urgroßvaters Wurst aus Dukla“, ist eine geräucherte Ringwurst aus Schinkenfleisch und großen Würfeln Schweineleber aus der Gemeinde Dukla im polnischen Karpatenvorland. Geräuchert wird sie über Buchen- und Erlenholz mit Kirschholz, das ihr laut Spezifikation einen leichten Kirschton gibt.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 8. Januar 2025
- Erzeugnis
- geräucherte Ringwurst aus Schweinefleisch und Schweineleber
- Zutaten
- etwa 75 % Schweinefleisch, 25 % Leberwürfel (2–4 cm), Pökelsalz, Knoblauch, Pfeffer
- Schweine
- Rasse Puławska oder ihre Kreuzungen
- Größe
- 35–40 cm lang (bis 55 cm), 25–35 mm dick (in Rinderdarm 50–54 mm)
- Räucherung
- Buche und Erle mit Süß- oder Sauerkirschholz, dreistufig
- Herkunftsgebiet
- Gemeinde Dukla, Bezirk Krosno, Woiwodschaft Karpatenvorland (Polen)
Aussehen & Geschmack
Die Wurst gleicht einem typischen Wurstring. Die einzelnen Würste sind im Schnitt 35 bis 40 cm lang, je nach Darm bis zu 55 cm, und 25 bis 35 mm dick; in natürlichem Rinderdarm 50 bis 54 mm. Sie sind an beiden Enden zusammengebunden. Die Hülle ist sauber, leicht faltig, trocken und leicht glänzend, dunkelbraun bis kirschrot.
Die Wurst ist grob gemahlen. Im Anschnitt erkennt man deutlich die Fleischstücke in natürlichem Hellrosa und die etwas dunkleren, bräunlich rosa Leberwürfel. Sie ist kompakt und fest und durch die Leber mürbe, zerfällt aber beim Schneiden in kleine Stücke nicht; nur sehr dünne Scheiben unter 5 mm dürfen zerfallen. Sie schmeckt kräftig nach gut gewürztem Schweinefleisch mit etwas Pfeffer, Knoblauch und deutlichen Noten gerösteter Schweineleber. Dazu kommen, je nach Räucherholz, ein leichter Geschmack und Duft von Süß- oder Sauerkirschen.
Herstellung
Die Wurst besteht zu etwa drei Vierteln aus Schweinefleisch der Klasse I und zu einem Viertel aus frischer Schweineleber, beides ausschließlich von Schweinen der Rasse Puławska oder ihren Kreuzungen. Gewürzt wird mit Pökelsalz, getrocknetem Knoblauch und gemahlenem schwarzem Pfeffer, dem etwas grober weißer Pfeffer beigemischt sein darf. Die Leber kommt in Würfeln von 2 bis 4 cm Kantenlänge in die Wurst. Damit die großen Stücke halten, wird das Brät laut Spezifikation um ein Vielfaches länger gemischt als bei anderen Würsten. Das Fleisch der Puławska-Schweine enthält mehr intramuskuläres Fett, was die Masse zusammenhält.
Nach dem Füllen ruhen die Würste und werden dann in Räucheröfen mit seitlich versetzter Feuerkammer in drei Stufen behandelt: Trocknen, eigentliches Räuchern und Backen. Als Holz dienen Buche und Erle mit einem Zusatz von Süß- oder Sauerkirschholz. Anschließend kühlen die Würste an der Luft ab und werden gekühlt. Alle Schritte finden in der Gemeinde Dukla statt.
Herkunft & Geschichte
Dukla erhielt 1358 das Magdeburger Recht. Das Metzgerhandwerk reicht dort bis ins 16. Jahrhundert zurück; anders als in der Umgebung hielt man in Dukla nicht nur Schafe und Ziegen, sondern auch Schweine. Zwischen 1920 und 1939 gehörten der Zunft in Dukla acht Schlachter und Wursthersteller an. Früher hieß die Wurst auch „Kiełbasa dukielska“. Der Name „Urgroßvaters Wurst“ meint keine bestimmte Person, sondern weist auf die lange Tradition hin.
Ursprünglich verwendete man Fleisch und Leber ursprünglicher, örtlich gezüchteter Schweine, ab Anfang des 20. Jahrhunderts gefleckte Kreuzungen mit Berkshire-Schweinen. Daraus ging die Rasse Gołębska hervor, die 1951 in Puławska umbenannt wurde. Das Kirschholz verdankt die Wurst den vielen Kirschbäumen der Gegend; eine Beschreibung des Bezirks Krosno von 1898 nennt Dukla unter den Orten mit zahlreichen Obstgärten. Das älteste erhaltene Rezept der Wurst ist laut Spezifikation eine Handschrift von 1896. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die Zahl der Metzger und ihre Tätigkeit zurück; erst als privater Handel wieder möglich war, wurde die Wurst nach dem alten Rezept wieder hergestellt und verkauft.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2026/2144 vom 15. April 2026. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fleisch & Wurst
- Herkunft
- Polen
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-PL-03396
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 49.557, 21.675
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 26. August 2026. Eintrag im eAmbrosia-Register