Jamón de Trevélez
g.g.A. Fleisch & Wurst · Spanien
Jamón de Trevélez ist ein luftgetrockneter Schinken aus der Alpujarra am Südwesthang der Sierra Nevada in der Provinz Granada. Er reift je nach Gewicht mindestens 14, 17 oder 20 Monate in Lagen über 1.200 Metern, wird nur mit Meersalz gepökelt und ohne Nitritzusätze hergestellt.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 20. August 2003
- Erzeugnis
- luftgetrockneter Schinken mit Schwarte und Fuß
- Schweine
- Kreuzungen der Rassen Landrace, Large White und Duroc-Jersey
- Keulen
- Frischgewicht über 11,3 kg
- Reifung
- je nach Frischgewicht mindestens 14, 17 oder 20 Monate
- Salzgehalt
- höchstens 5 %
- Herkunftsgebiet
- Lagen über 1.200 m in acht Gemeinden der Alpujarra (Provinz Granada, Spanien)
Aussehen & Geschmack
Der Schinken ist rund und hat Schwarte und Fuß. Im Anschnitt ist er rot und glänzend, und in den Muskeln ist Fett eingelagert. Das Fleisch ist zart und schmeckt leicht salzig. Das Fett ist weich, gelblich weiß und glänzend und angenehm im Geschmack.
Der Salzgehalt beträgt höchstens 5 %. Gemessen wird er an einer Querschnittsprobe 4 cm vom Knochenkopf, spätestens einen Monat nachdem der Schinken alle Anforderungen erfüllt. Auf dem Etikett steht „Indicación Geográfica Protegida ‚Jamón de Trevélez‘“.
Herstellung
Verwendet werden nur Keulen von Kreuzungen der Rassen Landrace, Large White und Duroc-Jersey, und zwar von kastrierten Ebern oder von Sauen. Die Keulen wiegen frisch mehr als 11,3 kg und haben je nach Gewicht eine Fettschicht unter der Haut von mindestens 1, 1,5 oder 2 cm. Ihr pH-Wert muss zwischen 5,5 und 6,4 liegen. Beim Eintreffen in den Pökelkammern sind sie innen 1 bis 3 °C kalt.
Gepökelt wird mit Meersalz ohne Zusatzstoffe, und zwar abgestimmt auf die Größe jeder Keule. Der Schinken soll genau so viel Salz aufnehmen, dass er stabil bleibt und lange reifen kann. Pökeln, Waschen, Abhängen sowie Trocknung und Reifung finden im Gebiet statt. Während der Reifung bringt der Hersteller die Schinken in die Bereiche der Trockenräume, deren Temperatur und Luftfeuchtigkeit am besten passen, und öffnet oder schließt die Fenster. So reift der Schinken langsam an der frischen Luft. Auf die Nitritzusätze E 250 und E 252 und andere Zusatzstoffe wird dabei verzichtet.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst die Lagen über 1.200 Meter in den Gemeinden Trevélez, Juviles, Busquístar, Pórtugos, La Taha, Bubión, Capileira und Bérchules. Alle liegen im Nationalpark Sierra Nevada und gehören zur Alpujarra Granadina. Die Gegend zählt zur kalten Zone, mit reichlich Schnee im Winter und kühlen Sommern; dort wachsen Steineichenwälder und viele nur hier heimische Pflanzen. Höhe, Temperatur und Luftfeuchtigkeit bestimmen die Reifung und die Mikroflora des Schinkens.
Seit über 200 Jahren wird der Schinken in der Alpujarra hergestellt. Schriftsteller wie Pedro Antonio de Alarcón erwähnten ihn im 19. Jahrhundert, laut Spezifikation auch Cervantes. Der Schriftsteller und Denker Gregorio Marañón meinte, einem andalusischen Gazpacho fehlten nur ein paar Würfel Jamón de Trevélez, um nahezu perfekt zu sein. Als wichtigstes Dokument gilt ein Privileg vom 12. Oktober 1862: Königin Isabella II. machte Trevélez zum offiziellen Hoflieferanten, und die Schinken durften das königliche Siegel tragen. Laut Spezifikation führte Eugenia de Montijo, die Frau des französischen Kaisers Napoleon III., den Schinken auch am französischen Hof ein.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 179 vom 25. Juni 2013. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fleisch & Wurst
- Herkunft
- Spanien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-ES-0309
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 37.059, -3.257
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 19. August 2003. Eintrag im eAmbrosia-Register