Jambon de Lacaune
g.g.A. Fleisch & Wurst · Frankreich
Jambon de Lacaune ist ein getrockneter, nie geräucherter Schinken aus den Lacaune-Bergen im Departement Tarn. Er wird mit trockenem Meersalz gesalzen, mit einer Würzmischung vor allem aus Pfeffer gewürzt und reift je nach Gewicht mindestens 7, 9 oder 12 Monate.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 3. März 2014
- Erzeugnis
- getrockneter Schinken, nicht geräuchert
- Salz
- trockenes Meersalz
- Frischer Schinken
- mindestens 9 kg, Fettschicht mindestens 10 mm
- Trocknung und Reifung
- mindestens 7 Monate (ab 9 kg), 9 Monate (ab 10 kg) oder 12 Monate (ab 11 kg)
- Kennzeichnung
- Mindestreifezeit auf dem Etikett
- Herkunftsgebiet
- 11 Gemeinden um Lacaune im Departement Tarn (Frankreich)
Aussehen & Geschmack
Der Schinken ist rundlich, voll und regelmäßig geformt und verjüngt sich zum Fuß hin. Die Schwarte ist bernsteinfarben mit einigen dunkleren Tönen, die Oberfläche kann mit Salzkristallen bepudert sein. Das Fleisch kann von einer dünnen cremeweißen Fettschicht überzogen sein.
Die Scheiben sind gleichmäßig in Größe und Form. Das magere Fleisch ist einheitlich tief- bis dunkelrot und kann leicht marmoriert sein; die feste Fettschicht ist weiß bis rosa und etwa 1 bis 2 cm dick. Der Schinken ist weich und zart und zergeht auf der Zunge. Er schmeckt spürbar, aber unaufdringlich salzig – „mild salzig“ – und duftet und schmeckt nach gereiftem Trockenfleisch. Die Würzmischung aus Pfeffer, Zucker und Salpeter ist dezent und überdeckt den Geschmack des Schinkens nicht. Verkauft wird er ganz mit oder ohne Knochen, als halber oder Viertelschinken oder in Scheiben.
Herstellung
Die Schweine wiegen zu Beginn der Mast mehr als 25 kg und bekommen ein Futter, das zu mindestens 60 % aus Getreide, Getreideerzeugnissen und Körnerleguminosen besteht. Die frischen Schinken dürfen nicht tiefgekühlt sein, wiegen mindestens 9 kg und haben eine weiße, feste Fettschicht von mindestens 10 mm. Sie werden rund zugeschnitten, der Schlossknochen teilweise entfernt und der Fuß abgetrennt.
Gesalzen wird nur mit trockenem Meersalz, dessen unregelmäßige Kristalle gut haften und schnell ins Fleisch dringen; das erleichtert eine gleichmäßige Trocknung. Die Würzmischung besteht vor allem aus Pfeffer, einziger Zusatzstoff ist Salpeter. Der Einsalzer bestimmt nach dem Zustand der Schinken Dauer, Temperatur und Feuchtigkeit beim Salzen, Ruhen, gegebenenfalls Erwärmen, Trocknen, Einschmalzen und Reifen. Die Trockenkammer wird täglich kontrolliert; dabei muss sich der Hersteller auf die wechselnde Außenluft einstellen. Wie lange der Schinken vom Einsalzen bis zum Verlassen der Trockenkammer mindestens reift, hängt vom Gewicht ab: 7 Monate ab 9 kg, 9 Monate ab 10 kg, 12 Monate ab 11 kg. Vom Einsalzen bis zum Ende der Reifung bleibt er im Erzeugungsgebiet.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst elf Gemeinden im Departement Tarn: Barre, Berlats, Escroux, Espérausses, Gijounet, Lacaune, Moulin Mage, Murat-sur-Vèbre, Nages, Senaux und Viane. Es ist ein von Ost nach West verlaufendes Becken in den Lacaune-Bergen, das Einzugsgebiet des Gijou, eingefasst von Kammlinien bis über 1 200 m Höhe. Ozeanisches, mediterranes und Bergklima wirken zusammen: Es regnet viel und gleichmäßig übers Jahr, die Temperaturen sind eher niedrig, und wechselnde Winde lassen Temperatur und Luftfeuchte innerhalb eines Tages stark schwanken.
Die Geschichte des Schinkens geht auf das im Mittelalter in Lacaune stark vertretene Handwerk des „mazelier“ zurück, im Okzitanischen jemand, der Rinder, Schafe und Schweine schlachtete. Ab etwa dem 15. Jahrhundert bezeichnete das Wort den Schweinefleischverarbeiter. Im Gebiet entstand ein dichtes Netz von Einsalzbetrieben, deren Wissen von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Das Salzen mit Meersalz geht auf den alten Handel mit den Salzgebieten am Mittelmeer zurück. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Wurstwaren und Schinken aus Lacaune in einem gastronomischen Reisebuch gelobt.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 314 vom 4. Juli 2017. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fleisch & Wurst
- Herkunft
- Frankreich
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-FR-1208
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 43.709, 2.692
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 2. März 2014. Eintrag im eAmbrosia-Register