Chosco de Tineo

g.g.A. Fleisch & Wurst · Spanien

Chosco de Tineo ist eine geräucherte, roh getrocknete Wurst aus dem Westen Asturiens. Schweinelende und Schweinezunge werden in Salz, Paprika und Knoblauch eingelegt und von Hand in den Blinddarm des Schweins gefüllt, der ihr die runde, unregelmäßige Form gibt.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 29. Mai 2008
Erzeugnis
geräucherte und getrocknete Wurst aus ganzen Fleischstücken
Zutaten
mindestens 80 % Schweinelende, mindestens 15 % Schweinezunge, Salz, Paprika, Knoblauch
Hülle
Blinddarm vom Schwein
Gewicht
500–2 000 g
Räuchern
mindestens 5 Tage über Eichen-, Birken-, Buchen- oder Kastanienholz
Herkunftsgebiet
acht Gemeinden im Westen Asturiens um Tineo (Spanien)

Aussehen & Geschmack

Der Chosco ist rund und unregelmäßig geformt, wiegt 500 bis 2 000 g, ist fest und rötlich. Im Anschnitt sind die einzelnen Fleischstücke deutlich zu erkennen; Hackfleisch ist nicht erlaubt. Er ist saftig und riecht und schmeckt typisch nach Räucherwurst, je nach Räucherdauer mehr oder weniger intensiv.

Er kommt roh oder gekocht als ganzes Stück in den Handel, gekocht auch halbiert oder in Scheiben. Gekochte Choscos müssen verpackt werden, weil der Darm beim Kochen an Festigkeit verliert. Jeder Chosco trägt ein nummeriertes Rückenetikett mit dem Vermerk „Indicación Geográfica Protegida ‚Chosco de Tineo‘“ und dem gemeinsamen Emblem.

Herstellung

Mindestens 80 % des Fleischs stammen von der Lende des Schweins, mindestens 15 % von der Zunge. Die Stücke werden in Salz, Paprika und Knoblauch eingelegt und von Hand in den Blinddarm gefüllt. Geräuchert wird mit dem Rauch von getrocknetem Holz heimischer Arten: Eiche, Birke, Buche oder Kastanie. Statt offener Holzhaufen auf dem Boden dienen heute Feuerbehälter oder andere bewegliche „Räucherküchen“. Mindestens fünf Tage steigt der Rauch zu den Choscos auf, die an Stäben unter dem Dach oder an Gerüsten, den „Carros“, hängen.

Danach trocknen sie mindestens acht Tage an gut belüfteten Orten, bis sie den richtigen Feuchtigkeitsgrad erreicht haben. Alle Schritte, vom Auswählen und Zerkleinern des Fleischs bis zum Trocknen, finden im Herkunftsgebiet statt.

Herkunft & Geschichte

Das Gebiet umfasst die asturischen Gemeinden Allande, Belmonte de Miranda, Cangas del Narcea, Salas, Somiedo, Tineo, Valdés und Villayón. Zwischen Küste und Kantabrischem Gebirge steigt das Land auf kurzer Strecke steil an; es regnet das ganze Jahr viel, und der Himmel ist oft bewölkt. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit wurde das Räuchern zum Konservieren und Trocknen genutzt, anfangs mit Holz vom Stechginster. Im Winter waren die Dörfer lange abgeschnitten, und auf jedem Hof gab es Schweine, die Abfälle, Kohlstrünke, Rüben, Fallobst, Kastanien und Eicheln fraßen.

Hirten, die von April bis Oktober mit Familie und Vieh ins Hochgebirge zogen, nahmen Choscos als Proviant mit, wo sie in der Höhe weiter trockneten; sonst trockneten sie im gut belüfteten Getreidespeicher. Der Chosco wurde größtenteils für wichtige Anlässe aufbewahrt. Aufzeichnungen der Klöster Obona und Corias erwähnen die Schweinehaltung im Gebiet, und dem Kataster von Ensenada zufolge gab es hier im 18. Jahrhundert den größten Schweinebestand Asturiens. Ein Chronist erwähnt 1920 den Chosco als Imbiss beim Fest San Roque in Tineo. Die Herkunft des Wortes „Chosco“ ist unsicher; vorgeschlagen wird das lateinische „luscus“, „einäugig“.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/955 vom 7. Februar 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

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Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Fleisch & Wurst
Herkunft
Spanien
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-ES-0696

Lage

Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 43.338, -6.415

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 14. April 2026. Eintrag im eAmbrosia-Register