Cecina de León

g.g.A. Fleisch & Wurst · Spanien

Cecina de León ist getrocknetes Rindfleisch aus der Keule ausgewachsener Rinder. Es wird gesalzen, gewaschen, gelagert, oft geräuchert und getrocknet, mehr als sieben Monate lang, und nur in der Provinz León hergestellt.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 21. Juni 1996
Erzeugnis
getrocknetes Rindfleisch aus den Hintervierteln ausgewachsener Rinder
Teilstücke
Oberschale (tapa), Unterschale (contra, centro de contra), Kugel (babilla), Hüfte (cadera)
Gewicht
getrocknet mindestens 3–5 kg je nach Teilstück
Herstellung
mehr als 7 Monate; „Reserva“ ab 12 Monaten
Räucherung
freigestellt
Herkunftsgebiet
Provinz León (Kastilien und León)

Aussehen & Geschmack

Außen ist die Cecina bräunlich bis graubraun und leicht dunkel. Im Anschnitt reicht die Farbe von Kirsch- bis Purpurrot; zum Ende der Reifung wird sie an den Rändern noch kräftiger. Eine leichte Marmorierung sorgt für Saftigkeit. Das Fleisch schmeckt leicht salzig und ist leicht faserig; durch das Räuchern während der Reifung bekommt es ein typisches Raucharoma. Laut Spezifikation unterscheiden Farbe, Marmorierung, Saftigkeit und das ausgeprägte Raucharoma die Cecina de León von Cecina aus anderen Gebieten.

Jedes Teilstück hat ein Mindestgewicht im getrockneten Zustand: die kegelförmige, seitlich abgeflachte Oberschale 4 kg, die Unterschale mit Semerrolle 5 kg, die rechteckige Unterschale ohne Semerrolle 4 kg, die eiförmige Kugel 3,5 kg und die dreieckige Hüfte 3 kg. Verkauft wird die Cecina ganz, in Portionen oder in vakuumverpackten Scheiben, immer mit einem nummerierten Etikett.

Herstellung

Das Fleisch stammt von ausgewachsenen Rindern; woher die Tiere kommen, ist nicht vorgeschrieben. Verwendet werden fünf Muskelstücke aus den Hintervierteln. Sie werden in Form gebracht, gesalzen, gewaschen, gelagert, auf Wunsch geräuchert und getrocknet. Alle diese Schritte finden in der Provinz León statt. Die Herstellung dauert mehr als sieben Monate; nach mindestens zwölf Monaten darf die Cecina „Reserva“ heißen.

Herkunft & Geschichte

Das Gebiet ist die Provinz León. Die Spezifikation führt zahlreiche Quellen an: Gabriel Alonso de Herrera behandelt 1513 in seiner Abhandlung über die Landwirtschaft das Pökeln von Fleisch, auch von Rindfleisch. Im Schelmenroman „La Pícara Justina“ vom Beginn des 17. Jahrhunderts betreiben die Eltern der Heldin in Mansilla de las Mulas eine Gastwirtschaft, in der Cecina vom Rind angeboten wird. Padre Isla nennt „Cecina de León“ 1758 in „Fray Gerundio de Campazas“ laut Spezifikation zum ersten Mal mit diesem Namen.

Zwischen 1835 und 1839 verbrauchte die Stadt León nach dem historischen Archiv im Jahresdurchschnitt 972 Arroben Cecina (eine Arroba entspricht 11,502 kg). Ein Wörterbuch der Viehzucht von 1885 berichtet, dass Kühe und Kälber zur Herstellung von Cecina auf den Messen in León und Mansilla verkauft wurden, und die Maultiertreiber der Maragatería transportierten Cecina vom Rind in andere Städte Spaniens. Cecina gehörte zum Proviant der Wanderhirten, zum Hochzeitsessen in der Maragatería und zum Traueressen in Teilen Leóns. Seit 1996 steht sie im spanischen Verzeichnis traditioneller Erzeugnisse.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 322 vom 12. September 2023. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Fleisch & Wurst
Herkunft
Spanien
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-ES-0103

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 42.667, -6.000

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 15. Februar 2024. Eintrag im eAmbrosia-Register