Butelo de Vinhais
g.g.A. Fleisch & Wurst · Portugal
Butelo de Vinhais, auch Bucho de Vinhais oder Chouriço de Ossos de Vinhais, ist eine geräucherte Wurst aus Fleisch, Fett, Knochen und Knorpeln von Rippen und Wirbelsäule des Bísaro-Schweins. Gefüllt wird sie in Magen, Blase oder Dickdarm des Schweins; hergestellt wird sie nur im Bezirk Bragança in Portugal.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 20. April 2005
- Namen
- Butelo de Vinhais, Bucho de Vinhais, Chouriço de Ossos de Vinhais
- Erzeugnis
- geräucherte Wurst mit Knochen und Knorpeln in Schweinemagen, -blase oder -dickdarm
- Würze
- Salz, Knoblauch, Paprika, Lorbeer, Wasser und Wein der Region
- Gewicht
- 1–2 kg
- Räucherung
- traditionell mindestens 15 Tage über Eichen- oder Kastanienholz
- Herkunftsgebiet
- Herstellung: zwölf Kreise des Bezirks Bragança; Schweine auch aus dem Bezirk Vila Real (Portugal)
Aussehen & Geschmack
Die Wurst ist gelblich, rötlich bis dunkelbraun und wiegt 1 bis 2 kg. Ihre Form hängt von der Hülle ab: Im Magen („bucho“) oder in der Blase wird sie rund oder oval mit 10 bis 15 cm Durchmesser, im Dickdarm („palaio“) zylindrisch und etwa 20 cm lang. Von außen ist zu erkennen, dass sie Knochen enthält.
Wegen ihrer Zusammensetzung lässt sie sich nicht in Stücke oder Scheiben schneiden. Verkauft wird sie im Ganzen und immer im Herkunftsgebiet verpackt, unter normaler oder kontrollierter Atmosphäre oder im Vakuum. Jede Wurst trägt eine nummerierte Zertifizierungsmarke, die bis zum Erzeugerbetrieb zurückführt.
Herstellung
Das Fleisch stammt von Bísaro-Schweinen, die im Zuchtbuch der Rasse eingetragen sind, oder von Kreuzungen der ersten Generation mit mindestens 50 % Bísaro-Blut. Die Tiere werden halbextensiv gehalten und fressen laut Spezifikation reichlich Kastanien, was ihrem Fleisch besondere Eigenschaften gibt.
Fleisch mit Knochen und Knorpeln wird klein geschnitten und in einem Gefäß mit Salz, Knoblauch, Paprika, Lorbeer, Wasser und Wein der Region vermischt; dessen Körper und Säure sind laut Spezifikation entscheidend für die Würze. Diese Mischung, örtlich „adoba“ genannt, ruht ein bis drei Tage. Nach dem letzten Abschmecken wird sie in die zuvor gekochte oder an einem Ende mit Baumwollschnur zugebundene Hülle gefüllt; das andere Ende wird erst verschnürt, wenn die Füllung fest genug ist. Danach wird die Wurst über schwachem Feuer aus Eichen- oder Kastanienholz geräuchert, traditionell mindestens 15 Tage, und reift anschließend an einem kühlen Ort.
Herkunft & Geschichte
Die Schweine werden in Kreisen der Bezirke Bragança und Vila Real geboren, aufgezogen, geschlachtet und zerlegt. Die Wurst selbst wird nur in den zwölf Kreisen des Bezirks Bragança hergestellt: Alfândega da Fé, Bragança, Carrazeda de Anciães, Freixo de Espada à Cinta, Macedo de Cavaleiros, Miranda do Douro, Mirandela, Mogadouro, Torre de Moncorvo, Vila Flor, Vimioso und Vinhais.
Tierfiguren, die in der Region gefunden wurden, und Landrechtsurkunden mehrerer Gemeinden, die Abgaben auf Schweine und Schweineerzeugnisse nennen, belegen die lange Tradition der Schweinezucht. Laut Spezifikation verbinden die regionale Rasse, ihr Futter aus der Gegend, das Wissen um die Auswahl der Fleischstücke, der schwache Rauch von Holz aus der Region und die Reifung in sehr kalter, trockener Luft die Wurst mit ihrem Gebiet.
Grundlage dieses Textes: Zusammenfassung, Amtsblatt der EU C 268 vom 10. November 2007. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fleisch & Wurst
- Herkunft
- Portugal
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- Bucho de Vinhais · Chouriço de Ossos de Vinhais
- Aktenzeichen
- PGI-PT-0459
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 41.831, -7.041
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 10. Februar 2020. Eintrag im eAmbrosia-Register