Bresaola della Valtellina

g.g.A. Fleisch & Wurst · Italien

Bresaola della Valtellina ist gesalzenes, natürlich gereiftes Rindfleisch, das roh gegessen wird. Sie wird aus einzelnen Muskeln der Rinderkeule in der Provinz Sondrio hergestellt, deren Haupttal das Veltlin (Valtellina) ist.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 2. Juli 1996
Erzeugnis
gesalzenes, getrocknetes und gereiftes Rindfleisch, roh verzehrt
Rohstoff
Muskeln der Rinderkeule von Tieren zwischen 18 Monaten und 4 Jahren
Teilstücke
Oberschale, Hüftspitze, Unterschale, Schwanzrolle, Knochenunterteil
Gewicht
je nach Teilstück mindestens 0,8 kg (Knochenunterteil) bis 3,5 kg (Oberschale)
Fett
höchstens 7 %
Herkunftsgebiet
Provinz Sondrio (Lombardei, Italien)

Aussehen & Geschmack

Die Form der Bresaola folgt dem Muskel, aus dem sie geschnitten ist. Für den Handel wird sie zugeschnitten und in eine zylinderähnliche Form gebracht, für besondere Zwecke auch zu einem Quader gepresst. Sie ist fest und elastisch, der Anschnitt kompakt und ohne Risse.

Der magere Teil ist einheitlich rot mit einem kaum abgegrenzten dunklen Rand, das Fett weiß. Die Bresaola duftet angenehm und leicht aromatisch und schmeckt leicht würzig, aber nicht sauer. Sie enthält höchstens 7 % Fett und höchstens 5 % Kochsalz, aber mindestens 30 % Eiweiß, aufgeschnitten und verpackt mindestens 33 %.

Je nach Teilstück gilt ein Mindestgewicht: 3,5 kg für die Oberschale (fesa), 2,5 kg für die Hüftspitze (punta d’anca), 1,8 kg für die Unterschale (sottofesa), 1 kg für die Schwanzrolle (magatello) und 0,8 kg für das Knochenunterteil (sottosso). Verkauft wird sie ganz, in Stücken oder in Scheiben, vakuum- oder schutzgasverpackt.

Herstellung

Verwendet werden nur bestimmte Muskeln der Rinderkeule von Tieren, die beim Schlachten 18 Monate bis 4 Jahre alt sind. Das Fleisch wird zugeschnitten und trocken gesalzen, dann in Natur- oder Kunstdarm gefüllt.

Danach trocknet und reift die Bresaola unter Bedingungen, bei denen die Feuchtigkeit langsam und schrittweise abnimmt. Dabei laufen natürliche enzymatische und Fermentationsprozesse ab, die ihr Geschmack und Haltbarkeit bei Raumtemperatur geben. Alle Schritte von der Formgebung über das Salzen, Einfüllen, Trocknen und Reifen bis zum Aufschneiden und Verpacken finden in der Provinz Sondrio statt, damit Temperatur- und Feuchtigkeitswechsel beim Transport dem Erzeugnis nicht schaden.

Herkunft & Geschichte

Die Provinz Sondrio umfasst mehrere Bergtäler zwischen den Rätischen und den Orobischen Alpen; das Veltlin verläuft in Ost-West-Richtung. Auch im Sommer bleibt es dort relativ kühl, die Luft ist trocken, und durch die Temperaturunterschiede, die der Comer See hervorruft, ist es windig. Diese Bedingungen eignen sich für die langsame Reifung.

Das Haltbarmachen von Fleisch durch Salzen und Trocknen war im Veltlin lange weit verbreitet; schriftliche Dokumente belegen das Salzen und Trocknen von Rinderkeulen dort schon im 15. Jahrhundert. Der Name geht laut Spezifikation vermutlich auf den mundartlichen Ausdruck „salaa come brisa“ zurück, der auf das Salzen hinweist. Daraus wurde „brisaola“ und schließlich das italienische „Bresaola“. Ein italienisches Wörterbuch von 1974 beschreibt Bresaola als „trockenes, gesalzenes, für die Valtellina typisches Rindfleisch“.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 321 vom 26. November 2010. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Fleisch & Wurst
Herkunft
Italien
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-IT-1525

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 46.183, 9.917

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 28. August 2024. Eintrag im eAmbrosia-Register