Westfälischer Pumpernickel

g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Deutschland

Westfälischer Pumpernickel ist ein schwarzes oder sehr dunkles Vollkornbrot aus Roggenschrot ohne Kruste. Er wird mindestens 16 Stunden im geschlossenen Backkasten gebacken; dabei entstehen aus der Stärke Zucker, die ihm seinen herb-süßen Geschmack und seine dunkle Farbe geben.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 25. Februar 2013
Erzeugnis
Vollkornbrot aus Roggenschrot ohne Kruste, rechteckig oder rund
Zutaten
mindestens 90 % Roggenschrot, Wasser, Salz, Hefe und ausgebackener Westfälischer Pumpernickel; wahlweise Malz oder Rübenkraut
Backzeit
mindestens 16 Stunden in Dampfbackkammern oder im Etagenofen im geschlossenen Backkasten
Geschmack
herb-süß
Haltbarkeit
eingeschweißt mehrere Monate, in Konservendosen bis zu zwei Jahre
Herkunftsgebiet
Landschaftsverband Westfalen-Lippe ohne den Kreis Lippe (Nordrhein-Westfalen)

Aussehen & Geschmack

Westfälischer Pumpernickel ist schwarz oder sehr dunkel und hat keine Kruste. In der Krume ist die Struktur der Roggenkörner noch deutlich zu erkennen. Das Brot ist kaum gelockert und feucht; zusammen mit dem Zucker, der beim langen Backen entsteht, lässt das die Scheiben ganz leicht aneinanderkleben. Es gibt ihn in rechteckiger oder runder Form.

Der Geschmack ist herb-süß: leicht süßlich, manchmal mit einem Hauch Säure und dabei mild aromatisch. Pumpernickel hält sich lange frisch, eingeschweißt mehrere Monate und in Konservendosen bis zu zwei Jahre. Konservierungsstoffe dürfen nicht zugesetzt werden.

Herstellung

Der Teig besteht zu mindestens 90 % aus Roggenbackschrot oder Roggenvollkornschrot, dazu Wasser, Salz, Hefe und bereits ausgebackener Westfälischer Pumpernickel. Wahlweise kommen andere Getreideerzeugnisse wie Malz oder Erzeugnisse aus Zuckerrüben wie Rübenkraut hinzu. Der zugesetzte Pumpernickel kann aus Schnittbrotresten, anderen Resten der Herstellung oder nicht verkauftem Pumpernickel stammen. Er hält das Brot frisch und verstärkt den Geschmack; auch er muss im Gebiet hergestellt sein.

Gebacken wird mindestens 16 Stunden in Dampfbackkammern oder im Etagenofen im geschlossenen Backkasten. Dabei werden die Enzyme des Getreides erst aktiviert und am Ende wieder gestoppt. Sie spalten die Stärke in verschiedene Zucker, die später karamellisieren; die dunkle Farbe entsteht durch die Maillard-Reaktion. Laut Spezifikation gibt es kein anderes Brot mit so langer Backdauer. Die Temperaturführung erfordert große Erfahrung.

Vom Anmischen des Teigs bis zum Backen geschieht alles im Gebiet. Geschnittener Pumpernickel in Fertigpackungen darf nur im Herstellungsbetrieb aufgeschnitten und verpackt werden, weil das Brot ohne Kruste leicht schimmelt.

Herkunft & Geschichte

Die Tradition reicht laut Spezifikation bis ins Jahr 1570 zurück. Westfalen hat ein von der Nordsee geprägtes, maritimes Klima mit ausreichend Regen, nicht zu heißen Sommern und eher milden Wintern. Deshalb wird dort traditionell viel Roggen angebaut. Roggen backt anders als Weizen: Sein Teig hält weniger Gas, das Brot wird dichter. Aus dem verbreiteten Roggenanbau entstanden früh eigene Brotsorten, darunter der Pumpernickel.

Wie fest das Brot zu Westfalen gehört, zeigt ein Vers, der um 1900 auf Ansichtskarten westfälischer Städte stand: „Seht Ihr von fern Westfalen’s Pforte winken, das Land der Pumpernickel und der Schinken?“

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 196 vom 26. Juni 2014. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Backwaren & Süßwaren
Herkunft
Deutschland
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-DE-1095

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 51.429, 7.394

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 21. Februar 2013. Eintrag im eAmbrosia-Register