Wachauer Marille
g.U. Obst, Gemüse & Getreide · Österreich
Wachauer Marillen sind Aprikosen aus der Region Wachau-Mautern-Krems an der Donau in Niederösterreich. Sie gehören zu den Formenkreisen Kegel-, Oval- und Ananasmarillen; vorwiegend angebaut wird die regionaltypische Sorte „Klosterneuburger“.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 21. Juni 1996
- Art
- frische Marillen (Aprikosen)
- Formenkreise
- Kegelmarillen, Ovalmarillen (Rosenmarillen), Ananasmarillen
- Hauptsorte
- Klosterneuburger (Kegelmarille)
- Fruchtgewicht
- im Mittel 30 bis 70 g, je nach Formenkreis
- Herkunftsgebiet
- 21 Gemeinden der Region Wachau-Mautern-Krems (Niederösterreich, Österreich)
Aussehen & Geschmack
Kegelmarillen wie die vorwiegend angebaute Sorte „Klosterneuburger“ sind mittelgroß, wiegen im Mittel 45 bis 60 g und sind kegelförmig oder zugespitzt. Die honiggelbe Schale ist bis zur Hälfte oder darüber gerötet, oft bräunlich bis rötlich gepunktet; das Fruchtfleisch ist gleichmäßig orange bis rötlichorange, fest und saftig und wird nicht mehlig. Ovalmarillen oder Rosenmarillen sind mittelgroß bis groß, 40 bis 65 g schwer, oval oder hochrundlich, mit orangegelber, leicht wolliger Schale und rotem Anflug auf der Sonnenseite. Ananasmarillen wiegen 30 bis 70 g, sind hochrundlich und mittelgelb, ohne Röte oder nur schwach gerötet.
Die Spezifikation nennt als Besonderheit Geschmack und Aroma der Früchte sowie einen hohen Zucker-, Säure- und Pektingehalt.
Herstellung
Die Bezeichnung gilt für Früchte der drei Formenkreise, die die Wachauer Marillenanbauer und Baumschulen der Gegend zwischen 1900 und 1960 selektiert und ausgepflanzt haben. Die Bäume wachsen in den 21 Gemeinden des Anbaugebiets.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet liegt am südlichen Rand des Waldviertels entlang der Donau bis zum nördlichen Teil des Dunkelsteinerwaldes und reicht von Aggsbach-Markt und Spitz über Dürnstein und Weißenkirchen bis Krems, Mautern und Rohrendorf. Hier treffen pannonisches und Waldviertler Klima in unmittelbarer Nähe der Donau zusammen; gerade zur Reifezeit der Marillen sind die Unterschiede zwischen Tag- und Nachttemperatur groß.
Der Name „Marille“ ist in der Region um 1509 nachgewiesen. Um 1890 wurde die Marille in der Wachau in großem Stil als Ertragsobst eingeführt, neben Wein und Lein, mit gezielter Sortenauswahl und den geeignetsten Veredelungsunterlagen. Seitdem ist der Marillenanbau ein wichtiger Erwerbszweig der Region. Im Frühling prägen die blühenden Bäume das Landschaftsbild.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 140 vom 16. Mai 2012. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
- Kategorie
- Obst, Gemüse & Getreide
- Herkunft
- Österreich
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PDO-AT-1473
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 48.333, 15.417
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 4. Oktober 2024. Eintrag im eAmbrosia-Register