Vorarlberger Bergkäse
g.U. Käse · Österreich
Vorarlberger Bergkäse ist ein Hartkäse aus silofreier, naturbelassener Alp- oder Tal-Rohmilch von Kühen, der mindestens drei Monate reift. Er wird aus Vorarlberger Milch in mehreren Regionen des Bundeslands hergestellt, vom Bregenzerwald bis ins Rheintal.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 13. Juni 1997
- Art
- Hartkäse aus silofreier Kuh-Rohmilch (Alp- oder Talmilch)
- Laib
- 7–40 kg, 8–12 cm hoch
- Reifung
- mindestens 3 Monate
- Futter
- ohne Silage; mindestens 70 % aus dem Gebiet
- Herkunftsgebiet
- Bregenzerwald, Kleinwalsertal, Großwalsertal, Leiblachtal (Pfänderstock), Walgau und Rheintal (Vorarlberg)
Aussehen & Geschmack
Die Laibe wiegen 7 bis 40 kg und sind 8 bis 12 cm hoch. Die Rinde ist geschmiert bis angetrocknet, braungelb bis braun und körnig. Der Teig ist schnittfest bis geschmeidig und elfenbeinfarben bis hellgelb. Im Anschnitt zeigt er wenige, gleichmäßig verteilte, runde Löcher etwa in Erbsengröße, matt bis glänzend; kleine Risse von 0,5 bis 1 cm können vorkommen. Der Geschmack ist würzig und wird mit zunehmendem Alter pikant.
Jeder Käse trägt eine Kaseinmarke mit fortlaufender Nummer.
Herstellung
Die Milch stammt aus Grünlandbetrieben, die weder Silage erzeugen noch verfüttern; Betriebe, die ihr Jungvieh mit Silage füttern, dürfen keine Milch an die Sennerei liefern. Mindestens 70 % des Futters der Milchkühe stammen aus dem Gebiet. Bis zu 30 % dürfen zugekauftes Getreideschrot sein, weil das Berggebiet mit seiner dünnen Humusschicht für den Ackerbau kaum geeignet ist.
Verarbeitet wird naturbelassene Rohmilch. Dazu kommen Betriebskulturen aus Milchsäurebakterien, die auf traditionelle wilde Kulturen zurückgehen, und Kälbermagenlab. Wann und wie die Gallerte geschnitten wird, wie groß das Bruchkorn ist, das Nachkäsen und das Brennen der Mischung aus Bruch und Molke bestimmt der Käser nach seiner Erfahrung. Milcherzeugung, Verarbeitung und Reifung finden im Gebiet statt.
Herkunft & Geschichte
In Vorarlberg wird der Käse laut Spezifikation seit vielen hundert Jahren hergestellt und gegessen, über Jahrhunderte vor allem für den Eigenbedarf und den regionalen Markt. Aus der Höhenlage, dem Klima, der Pflanzen- und Tierwelt und den kleinen Betrieben entwickelte sich Mitte des 18. Jahrhunderts das Fettkäsen; der Käse hielt so länger und brachte mehr ein. Das Wissen über Herstellung, Reifung, Fütterung und Milchverarbeitung wurde von Generation zu Generation weitergegeben und um 1890 in Vereinen gebündelt, auf die später die bis heute bestehenden Genossenschaften folgten.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 156 vom 3. Mai 2023. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
- Kategorie
- Käse
- Herkunft
- Österreich
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PDO-AT-1419
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 47.250, 9.917
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 7. September 2023. Eintrag im eAmbrosia-Register