Vorarlberger Alpkäse
g.U. Käse · Österreich
Vorarlberger Alpkäse ist ein Hartkäse aus silofreier Alprohmilch von Kühen, der im Sommer auf Alpen und Vorsäßen in Vorarlberg zwischen 1.000 und 1.800 m hergestellt wird. Die Laibe wiegen bis zu 40 kg und reifen mindestens drei Monate.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 13. Juni 1997
- Art
- Hartkäse aus silofreier Alprohmilch von Kühen
- Laib
- bis 40 kg
- Reifung
- mindestens 3 Monate
- Futter
- ohne Silage, mindestens 80 % aus dem Gebiet
- Kennzeichnung
- Kaseinmarke mit fortlaufender Nummer
- Herkunftsgebiet
- anerkannte Alpbetriebe in Vorarlberg auf 1.000–1.800 m
Aussehen & Geschmack
Vorarlberger Alpkäse wird in Laiben bis maximal 40 kg hergestellt. Die Rinde ist angetrocknet, körnig und braungelb bis braun. Der Teig ist elfenbeinfarben und schnittfest bis geschmeidig; im Anschnitt zeigt er spärliche, gleichmäßig verteilte, runde Löcher von etwa Erbsengröße, matt bis glänzend.
Der Geschmack ist mild und wird mit zunehmendem Alter pikant. Je nach Reifegrad sind die Eigenschaften stärker oder schwächer ausgeprägt. Jeder Laib trägt eine Kaseinmarke mit fortlaufender Nummer.
Herstellung
Verwendet wird nur naturbelassene Rohmilch von Kühen aus behördlich anerkannten Alp- und Vorsäß- bzw. Maisäßbetrieben mit Grünlandbewirtschaftung. Silage darf weder erzeugt noch verfüttert werden. Mindestens 80 % des Futters stammen aus dem Gebiet; bis zu 20 % der Trockenmasse dürfen Getreideschrot sein, der zugekauft werden darf, weil im Berggebiet kaum Getreide wächst.
Der Käse wird direkt auf den Alpen und Vorsäßen hergestellt. Grundlage des Verfahrens ist laut Spezifikation das „Süß-“ oder „Fettsennen“. Die kleinen Alpsennereien haben die handwerkliche Herstellung, Pflege und Reifung bis heute bewahrt. Milcherzeugung, Verarbeitung und Reifung finden im Gebiet statt.
Herkunft & Geschichte
Die Alpbetriebe liegen in Vorarlberg auf 1.000 bis 1.800 m und werden im Rahmen der Dreistufenwirtschaft aus Talbetrieb, Vorsäß und Alpe nur im Sommer bewirtschaftet. In Vorarlberg wird reine Grünlandwirtschaft betrieben. Die alpine Vegetation und die überwiegende Grünfütterung geben der Milch laut Spezifikation eine besondere Geschmackskomponente. Die Verarbeitung der Rohmilch auf der Alpe ist ein wichtiger wirtschaftlicher Bestandteil der Vorarlberger Land- und Milchwirtschaft.
Käse wird im heutigen Vorarlberg seit vielen hundert Jahren hergestellt, lange vor allem zur Selbstversorgung und für den regionalen Verkauf. Schriftstücke belegen das „Süß-“ oder „Fettsennen“ schon für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Im 18. Jahrhundert wurde bereits ein Großteil der Alpmilch zu Alpkäse verarbeitet, und seitdem ist der Name „Vorarlberger Alpkäse“ in Gebrauch. Das Fettkäsen mit seinen besonderen Techniken entwickelte sich Mitte des 18. Jahrhunderts und machte den Käse länger haltbar. Das Wissen um Fütterung, Milchverarbeitung und Reifung wurde von Generation zu Generation weitergegeben.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 156 vom 3. Mai 2023. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
- Kategorie
- Käse
- Herkunft
- Österreich
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PDO-AT-1413
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 47.250, 9.917
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 7. September 2023. Eintrag im eAmbrosia-Register