Valašský frgál
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Tschechien
Valašský frgál ist ein runder, 30 bis 32 cm großer Kuchen aus feinem Hefeteig aus der Walachei (Valašsko) im Osten Tschechiens. Er trägt immer nur einen Belag, der fast die Hälfte des Gewichts ausmacht; am bekanntesten ist der Belag aus getrockneten Birnen.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 4. April 2010
- Art
- Hefekuchen mit Belag
- Größe
- 30 bis 32 cm Durchmesser; ganz 600 bis 700 g, auch als Hälfte oder Viertel
- Belag
- 42 bis 48 % des Gewichts, je Kuchen nur eine Sorte
- Beläge
- Birnen, Quark, Mohn, Pflaumenmus, Obst, Nüsse, Kraut, Karotten, Kohlrabi
- Teig
- Weizenmehl mit mindestens 20 % Fett, 10 % Zucker und 5 % Ei, bezogen auf das Mehl
- Herkunftsgebiet
- Valašsko, 62 Gemeinden im Südosten Tschechiens
Aussehen & Geschmack
Der Kuchen, im Volksmund auch „vdolek“, „pecák“ oder „lopaťák“ genannt, ist rund, 30 bis 32 cm groß und nach dem Backen goldgelb; die Farbe des Belags hängt von der Sorte ab. Obenauf liegen helle Streusel, die mit geriebenem Pfefferkuchen und Zimt bestreut, mit zerlassener Butter beträufelt und gezuckert sein können. Der Teig ist dünn, aber kompakt und biegsam, mit feiner Struktur.
Als Belag gibt es Birnen, Quark, Mohn, Pflaumenmus (povidla), Pflaumen, Äpfel, Heidelbeeren, Aprikosen, Erdbeeren, Preiselbeeren, Waldfrüchte, Nüsse, frisches Kraut oder Sauerkraut, Karotten und Kohlrabi – auf jedem Kuchen nur eine Sorte. Der Birnenbelag besteht aus Mus aus getrockneten Birnen mit Pflaumenmus oder Marmelade, getrockneten Äpfeln, Pfefferkuchen, Sternanis und Vanillezucker; Kraut- und Kohlrabibeläge sind mit schwarzem Pfeffer und Salz gewürzt.
Herstellung
Der Teig besteht aus Weizenmehl, Rübenzucker oder Fruktose, Pflanzenfett, Öl, Schmalz oder Butter, Eigelb oder Volleiern, Milch, Milchpulver oder Wasser, Backhefe und Salz; Fruchtsaft und ein Teigverbesserer dürfen dazukommen. Bezogen auf das Mehl sind mindestens 20 % Fett, 10 % Zucker und 5 % Ei vorgeschrieben. Zuerst werden die flüssigen Zutaten glatt geschlagen, dann die zerlassenen Fette eingerührt, schließlich Hefe und nach und nach das Mehl. Der Teig wird gerührt, bis er Blasen wirft und nicht mehr klebt, und mit einem einhändigen Teigroller, der ebenfalls aus der Walachei stammt, von der Mitte nach außen rund ausgerollt.
Der Belag macht im Rohzustand 42 bis 48 % des Gewichts aus. Teigherstellung, Belegen, Backen, Schneiden und Verpacken finden im Gebiet statt, weil der Hefeteig keine Verzögerung zwischen den Schritten verträgt; der Belag selbst darf auch anderswo zubereitet werden. Die Kuchen liegen auf runden Papierunterlagen und werden ganz (600 bis 700 g), halbiert oder geviertelt verpackt; zum sofortigen Verzehr dürfen sie auch unverpackt verkauft werden. Verpackt eingefroren sind sie bei −18 °C oder kälter neun Monate haltbar.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet Valašsko im Südosten der Tschechischen Republik umfasst 62 Gemeinden von Velké Karlovice und Horní Bečva bis Fryšták, Vizovice und Brumov. Die erste schriftliche Erwähnung großer Kuchen namens „vdolek“ oder „frgál“ steht laut Spezifikation in der „Bromatologia moravo-rustica“ von J. H. A. Gallaš aus dem Jahr 1826: Kuchen aus Weizen- oder Roggenmehl, belegt mit Quark, Pflaumenmus oder einem Mus aus gekochten getrockneten Birnen. Gebacken wurden sie zu Hochzeiten, Taufen, Weihnachten, Ostern und zum Erntedankfest; arme Familien aßen sie nur zu Weihnachten, reichere auch sonntags. Die Größe ergab sich aus dem Ofenschieber, mit dem das Brot in den Ofen geschoben wurde.
Neben jedem Haus in der Walachei stand traditionell ein Birnbaum; die häufigste Sorte war die kleine, sehr süße „ovesňanka“. Geerntet wurde nach den ersten Bodenfrösten, getrocknet ganz und langsam in Trockenkammern, die meist mit Obstbaumholz beheizt wurden, und gelagert in Stoffbeuteln auf dem Dachboden. Ende des 19. Jahrhunderts fanden die Kuchen laut Spezifikation auf der Landesausstellung in Prag-Holešovice viel Beachtung.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 134 vom 25. März 2022. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Tschechien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-CZ-0805
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 49.367, 18.083
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 25. März 2022. Eintrag im eAmbrosia-Register