Turrón de Agramunt
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Spanien

Turrón de Agramunt, katalanisch Torró d’Agramunt, ist ein harter, sehr süßer Nugat aus Honig, gerösteten Mandeln oder Haselnüssen, Zucker, Eiweiß und Oblaten. Er kommt als runde Scheibe oder rechteckige Tafel in den Handel und wird ausschließlich in der Gemeinde Agramunt in Katalonien hergestellt und verpackt.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 25. Oktober 2000
- Art
- Nugat (Turrón)
- Hauptzutaten
- Honig, geschälte und geröstete Mandeln oder Haselnüsse, Zucker und/oder Glukosesirup, Eiweiß, Oblaten
- Handelsklassen
- suprema (mindestens 60 % Nüsse) und extra (mindestens 46 % Nüsse), jeweils mindestens 10 % Honig
- Form
- runde Scheiben oder rechteckige Riegel und Tafeln von 15 g bis 1 kg
- Herkunftsgebiet
- Gemeinde Agramunt, Bezirk Urgel (Provinz Lleida, Katalonien, Spanien)
Aussehen & Geschmack
Der Nugat ist leicht goldbraun, seine Oberfläche unregelmäßig, rau und porös. Die Masse ist hart, lässt sich aber leicht brechen; im Mund ist sie knusprig und schmilzt zugleich. Die Süße beschreibt die Spezifikation als sehr intensiv. Turrón de Agramunt wird als runde Scheibe oder als rechteckiger Riegel beziehungsweise rechteckige Tafel angeboten, mit einem Gewicht zwischen 15 g und 1 kg.
Es gibt ihn mit Mandeln oder mit Haselnüssen, jeweils in den Klassen suprema und extra. Der Feuchtigkeitsgehalt liegt bei höchstens 5 % (suprema) beziehungsweise 6 % (extra), der Fettgehalt je nach Nuss und Klasse bei mindestens 24,5 bis 32,5 %.
Herstellung
Die Masse besteht aus Honig, geschälten und gerösteten Mandeln oder Haselnüssen, Zucker und/oder Glukosesirup, Eiweiß oder einem getrockneten Ersatzstoff und Oblaten. In der Klasse suprema machen die Nüsse mindestens 60 % aus, in der Klasse extra mindestens 46 %; Honig ist in beiden Klassen zu mindestens 10 % enthalten, Eiweiß zu mindestens 1 %. Die Eigenschaften des Nugats ergeben sich laut Spezifikation aus einer sorgfältigen Mischung der Zutaten und einer exakten Kochzeit.
Rösten der Nüsse, Kochen, Formen und Schneiden der Masse sowie das Verpacken finden in Agramunt statt. Verpackt wird kurz nach der Herstellung bei Raumtemperatur. Das Etikett trägt den Namen und das eigene Logo der g.g.A.
Herkunft & Geschichte
Der Turrón wird in der Gemeinde Agramunt im Bezirk Urgel der Provinz Lleida hergestellt. Der Beruf des turronero ist seit Ende des 18. Jahrhunderts belegt, hatte laut Spezifikation aber schon damals Tradition. Ältere Nachweise sind schwer zu finden, weil die städtischen Archive in den Napoleonischen Kriegen zerstört wurden und die Herstellung eine Nebenbeschäftigung der Landwirtschaft war. In Serafí Pitarras Theaterstück „La Dida“ („Die Amme“), das im Jahr 1700 spielt, ist die Heldin Paula von Agramunt von Beruf Turrónherstellerin.
Früher wurde der Honig in einem Kessel gekocht und ständig mit einem Holzstab, dem remo, gerührt. Die Haselnüsse wurden zwei Tage vorher geröstet, damit der Turrón nicht zerbrechlich wurde; steif geschlagenes Eiweiß hellte die dunkle Masse auf. Nach einer halben Stunde Ruhe wurde sie mit einem Spaten namens rajola geteilt, die Stücke gewogen, rund oder länglich flach geformt und zwischen zwei Scheiben pan de angel, einer Art Oblate, gepresst. Heute übernehmen Maschinen einen Teil der Handarbeit, die Rohstoffe sind größtenteils gleich geblieben.
Die Produktion stieg von 45 325 kg im Jahr 1995 auf 71 980 kg im Jahr 1999. Seit 1989 findet jeden Oktober die Feria del Turrón de Agramunt statt.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 238 vom 21. Juni 2022. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Spanien
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- Torró d'Agramunt
- Aktenzeichen
- PGI-ES-0167
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 41.803, 1.071
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 22. Juni 2022. Eintrag im eAmbrosia-Register