Toscano

g.g.A. Öle & Fette · Italien

Toscano ist ein natives Olivenöl extra aus der Toskana, gewonnen aus Frantoio, Leccino, Moraiolo, Pendolino und vielen weiteren toskanischen Sorten. Es ist fruchtig, bitter und merklich scharf; acht Zusatzangaben wie „Colline Senesi“ oder „Seggiano“ nennen engere Herkunftsgebiete.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 21. März 1998
Art
natives Olivenöl extra
Sorten
über 30 toskanische Sorten, darunter Frantoio, Leccino, Moraiolo und Pendolino
Säure
höchstens 0,45 g je 100 g Öl
Zusatzangaben
Seggiano, Colline Lucchesi, Colline della Lunigiana, Colline di Arezzo, Colline Senesi, Colline di Firenze, Montalbano, Monti Pisani
Etikett
mit Erntejahr der Oliven
Herkunftsgebiet
Region Toskana (Italien)

Aussehen & Geschmack

Toscano ist grün bis goldgelb und verändert seine Farbe mit der Zeit. Es duftet leicht bis intensiv fruchtig, nach grünen oder reifen Oliven, Mandeln, anderen reifen Früchten, Artischocken oder grünem Laub. Der Geschmack ist bitter, am Gaumen ist es merklich scharf. Die freie Säure liegt bei höchstens 0,45 g je 100 g Öl.

Für die acht Teilgebiete gelten eigene Beschreibungen: Das Öl aus Seggiano ist golden, leicht bis mittel fruchtig und bitter. Öle der Colline Lucchesi und der Lunigiana sind goldgelb mit grünen Tönen und mild. Das Öl der Colline di Arezzo ist intensiv grün bis gelb, mittel bis intensiv fruchtig mit leicht bis mäßig bitteren Noten; das der Colline Senesi grün bis gelbgrün mit leichtem bis mittlerem Bitterton. Alle sind merklich scharf. Das Etikett nennt das Erntejahr der Oliven; Zusätze wie „fine“, „scelto“, „selezionato“ oder „superiore“ sind nicht erlaubt.

Herstellung

Das Öl stammt aus Oliven von über 30 Sorten, allein oder gemischt, darunter Frantoio, Leccino, Moraiolo, Pendolino, Maurino und Olivastra Seggianese, sowie aus weiteren Sorten des toskanischen Regionalverzeichnisses für heimisches Pflanzengut. Anbau, Ernte, Gewinnung und Abfüllung finden im Gebiet statt.

Die Bäume werden meist extensiv und mit wenig Dünge- und Pflanzenschutzmitteln bewirtschaftet; Krankheiten und Olivenfliegen richten in der Regel wenig Schaden an. Die Ernte beginnt früh und dauert meist ein bis anderthalb Monate. Die Oliven werden direkt vom Baum gepflückt; Aufsammeln vom Boden ist nicht erlaubt. Danach kommen sie ohne Umweg in eine der rund 400 Ölmühlen, die über die Toskana verteilt sind, sodass auch kleine Mengen rasch verarbeitet werden können.

Herkunft & Geschichte

Die Toskana liegt an der nördlichen Grenze des Olivenanbaus. Die Bäume tragen daher wenig, und die Früchte reifen nicht ganz aus; darauf führt die Spezifikation das besonders fruchtige Öl zurück. Über 90 % der Olivenhaine liegen in Hügel- und Berggebieten, und die Olivenbäume prägen das Bild der toskanischen Hügellandschaft.

Schon 1318 regelte das „Statut der Ölhändler“ mit 86 Artikeln den Beruf im damaligen Florentiner Gebiet; Ölhändler mussten in einem Berufsregister eingetragen sein. Ende des 16. Jahrhunderts förderte die Politik der Medici den Olivenanbau, im 17. Jahrhundert die Aufteilung großer Güter in Halbpachten; im 18. Jahrhundert hatte er eine wirtschaftliche Schlüsselstellung. Seit 1982 sind die Erzeuger im Regionalkonsortium für toskanisches Olivenöl zusammengeschlossen; 1997 wurde Toscano als geschützte geografische Angabe anerkannt.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/5538 vom 16. Oktober 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Öle & Fette
Herkunft
Italien
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-IT-1512

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 43.417, 11.000

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 25. August 2026. Eintrag im eAmbrosia-Register