Štramberské uši

g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Tschechien

Ein tütenförmig gerolltes Štramberské ucho auf seiner bedruckten Verpackung mit dem Namen „Štramberské uši“.
Foto: Karel Frydrýšek · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons

Štramberské uši (Stramberger Ohren) sind ein Gewürzgebäck aus der Stadt Štramberk in Mähren. Dünne Teigkreise mit Honig oder Karamell, Zimt, Anis, Nelken und Sternanis werden gebacken und noch heiß zu einer Tüte gerollt, die an ein Ohr erinnert.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 24. Juni 2006
Art
Backware (Gewürzgebäck)
Zutaten
Feinmehl, Kristallzucker, ganze Eier, Wasser, Backpulver, Honig oder Karamell, Gewürze
Gewürze
Zimt, Anis, Nelken, Sternanis
Teigkreis
2–3 mm dick, 9,5–12 cm Durchmesser
Nicht erlaubt
chemische Zusätze außer Backpulver
Herkunftsgebiet
Stadt Štramberk und nächste Umgebung (Tschechien)

Aussehen & Geschmack

Štramberské uši werden aus einem 2 bis 3 mm dicken Teigkreis von 9,5 bis 12 cm Durchmesser gebacken und zu einer Tüte gerollt, die in vereinfachter Form ein menschliches Ohr nachbildet. Geschmack und Duft richten sich nach den Gewürzen; Gewürze mit zu starkem Beigeschmack, die den harmonischen Geschmack stören, sind nicht zulässig.

Verkauft wird das Gebäck ungefüllt, meist zu fünf bis zehn Stück ineinandergesteckt in durchsichtigen Säckchen, mit haltbarer Füllung oder als Mischung zum sofortigen Verzehr. Auf einem farbigen Feld der Verpackung steht die Aufschrift „Štramberské uši“ mit einer kurzen Erklärung zur Entstehungsgeschichte des Gebäcks.

Herstellung

Der Teig besteht aus Feinmehl, Kristallzucker, ganzen Eiern, Wasser, Backpulver, Honig oder Karamell und den Gewürzen Zimt, Anis, Nelken und Sternanis. Außer Backpulver sind keine chemischen Zusätze erlaubt. Eier und Zucker werden schaumig geschlagen; nach und nach kommen das mit Backpulver vermengte Mehl, Wasser, Gewürze und Honig oder Karamell hinzu.

Der Teig wird auf dem Blech zu einem gleichmäßigen Kreis geformt oder ausgewalzt, ausgeschnitten und aufs Blech gelegt. Nach dem Backen wird er noch heiß zu einer Tüte gerollt. Sind die „Ohren“ abgekühlt, werden mehrere ineinandergesteckt und in durchsichtige Säckchen verpackt.

Herkunft & Geschichte

Das Gebiet umfasst die Stadt Štramberk und ihre nächste Umgebung. Die Legenden über den Ursprung gehen auf eine mongolische Chronik zurück: 1241 belagerte ein Teil der tatarischen Heere die Burg Štramberk, und die Bewohner flohen auf die Burg oder auf den Berg Kotouč. In der Nacht vor Christi Himmelfahrt ertrank das Heer in einem Wolkenbruch. Im verlassenen Lager fand man Säcke mit den Ohren, die die Tataren getöteten Christen abgeschnitten hatten. Aus Dank pilgerten die Bewohner seitdem jedes Jahr zum Himmelfahrtsfest auf den Kotouč; zum Gedenken an diese Zeit werden heute die Štramberské uši verkauft.

Früher wurde das Gebäck nur zur jährlichen Himmelfahrtsprozession gebacken, heute auch zu anderen Zeiten. Das Rezept wird von Generation zu Generation weitergegeben; laut Spezifikation gibt es in Štramberk keine Familie, in der die Ohren nicht gebacken werden, und weder den Brauch noch die Sage in einer anderen Gegend. Seit 1991 ist die Stadt Štramberk Inhaberin der geschützten Marke, mit der die Hersteller ihre Erzeugnisse kennzeichnen; im Jahr 2000 wurde der Name in Tschechien als Ursprungsbezeichnung eingetragen.

Grundlage dieses Textes: Zusammenfassung, Amtsblatt der EU C 148 vom 24. Juni 2006. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Backwaren & Süßwaren
Herkunft
Tschechien
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-CZ-0378

Lage

Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 49.592, 18.117

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 19. Dezember 2014. Eintrag im eAmbrosia-Register