Steirisches Kürbiskernöl
g.g.A. Öle & Fette · Österreich

Steirisches Kürbiskernöl ist ein dickflüssiges, dunkles Öl aus erster Pressung, das im durchfallenden Licht dunkelgrün-rötlich erscheint und nussartig schmeckt. Es wird aus den schalenlos wachsenden Kernen des Steirischen Ölkürbisses in der südlichen Steiermark und im südlichen Burgenland gepresst.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 2. Juli 1996
- Art
- 100 % reines Kürbiskernöl aus erster Pressung
- Rohstoff
- schalenlos wachsende Kerne des Steirischen Ölkürbisses (Cucurbita pepo var. styriaca)
- Fettsäuren
- Linolsäure 37–60 %, Ölsäure 25–44 %
- Abfüllung
- in lichtgeschützte Gebinde, meist dunkle Glasflaschen
- Pressung
- südliche Steiermark und südliches Burgenland
- Kerne aus
- Pressgebiet und einigen Bezirken Niederösterreichs
Aussehen & Geschmack
Steirisches Kürbiskernöl ist ein 100 % reines Öl aus erster Pressung, dickflüssig und dunkel gefärbt. Es ist dichroitisch: Im durchfallenden Licht erscheint es dunkelgrün-rötlich. Das Öl schmeckt nussartig und hat einen arttypischen Geruch; je nachdem, wie stark die Kerne geröstet werden, kommt ein mehr oder weniger ausgeprägter Röstgeschmack hinzu.
Der Fettgehalt liegt bei mindestens 99 %. Linolsäure (37–60 %) und Ölsäure (25–44 %) machen zusammen etwa 80 % der Fettsäuren aus, dazu kommen Palmitinsäure (10–20 %) und Stearinsäure (3–7 %).
Weil das Öl lichtempfindlich ist, muss es in lichtgeschützte Gebinde abgefüllt werden, meist dunkle Glasflaschen. Jede Verkaufseinheit trägt eine fortlaufende Kontrollnummer, über die sich der Hersteller und das Datum der Pressung zurückverfolgen lassen.
Herstellung
Verwendet werden nur Kerne des Steirischen Ölkürbisses aus zertifiziertem Saatgut von Sorten, die in Österreich zugelassen sind. Diese Sorten wurden in den Anbaugebieten geprüft und sind an Klima und Böden angepasst; nicht angepasste Sorten sind laut Spezifikation sehr krankheitsanfällig. Weil der Ölkürbis fremdbestäubt wird, sollen Mindestabstände eine Einkreuzung von Hybriden und Inzuchtlinien verhindern.
Gepresst wird nach dem traditionellen, in der Steiermark entwickelten Verfahren im abgegrenzten Gebiet. Die fein gemahlenen Kerne werden mit Wasser und Salz zu einem Brei vermischt und in einer Pfanne mit Rührwerk langsam erwärmt. Dabei sinkt der Wassergehalt, und der typische Geschmack entsteht. Dauer und Temperatur dieses Röstens bestimmen Farbe und Geschmack des Öls. Aus der Röstmasse wird das Öl dann ohne weitere Wärme rein mechanisch oder hydraulisch gepresst.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet der Pressung umfasst die südliche Steiermark (Bezirke Deutschlandsberg, Graz, Graz-Umgebung, Hartberg-Fürstenfeld, Leibnitz, Südoststeiermark, Voitsberg, Weiz) und das südliche Burgenland (Jennersdorf, Güssing, Oberwart). Die Kerne dürfen außerdem aus einigen Bezirken Niederösterreichs stammen, darunter Hollabrunn, Horn, Mistelbach und Melk. Der wärmebedürftige Ölkürbis braucht im Frühsommer reichlich Regen, keine Spät- oder Frühfröste und einen warmen Herbst. Das illyrische Klima der Südoststeiermark und des Südburgenlands mit hohen Temperaturen und 600 bis 800 mm Niederschlag im Jahr eignet sich dafür laut Spezifikation besonders gut.
Kürbisse werden in der Steiermark seit etwa 300 Jahren nachweislich angebaut. Der Urtyp des Steirischen Ölkürbisses, dessen Kerne eine unverholzte Samenschale haben, entstand erst im 19. Jahrhundert durch eine Mutation und wurde in der Steiermark weitergezüchtet. Die schalenlosen Kerne führten zum typischen, schonenden Pressverfahren der Region. Das Öl wird als „schwarzes/grünes Gold“ der Steiermark bezeichnet; rund um das Öl gibt es Brauchtumsveranstaltungen, eine eigene Kürbiskerntracht und jährliche Kernölprämierungen.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 327 vom 30. August 2022. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Öle & Fette
- Herkunft
- Österreich
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-AT-1460
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 47.250, 15.167
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 6. Februar 2023. Eintrag im eAmbrosia-Register