Skalický trdelník
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Slowakei
Der Skalický trdelník ist ein hohles Hefegebäck aus Skalica und Umgebung im Westen der Slowakei. Der Teig wird um einen hölzernen Drehspieß gewickelt, mit Eischnee und zerstoßenen Nüssen bestreut und über offenem Feuer goldbraun gebacken.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 21. April 2007
- Art
- Feine Backware (Hohlrolle vom Drehspieß)
- Größe
- 3–5 cm innen, 6–10 cm außen im Durchmesser; 250 oder 500 g
- Teig
- Weizenmehl, 5–8 Eier je kg Mehl, Hefe, Milch, Zucker, Salz, Muskatnuss, Zitrone, Aromen
- Aufstreu
- zerstoßene Walnüsse, Mandeln oder Aprikosenkerne oder eine Mischung daraus
- Zum Schluss
- Puder- und Vanillezucker
- Herkunftsgebiet
- Gebiet um Skalica zwischen Morava, Myjava, Teplica und der tschechischen Grenze (Slowakei)
Aussehen & Geschmack
Der Skalický trdelník ist eine Hohlrolle mit 3 bis 5 cm Innen- und 6 bis 10 cm Außendurchmesser. Innen ist er goldgelb, außen goldbraun und mit Puder- und Vanillezucker bestreut. Die Konsistenz ist weich und mürbe, nicht hart. Geruch und Geschmack sind angenehm nach Gebäck, zerstoßenen Nüssen, Aprikosenkernen und Vanille; nach Hefe, zu trocken oder rauchig darf er nicht schmecken.
Verkauft wird er einzeln in Lebensmittelfolie, gegebenenfalls zusätzlich in Papier, zu 500 g oder 250 g bei gleichem Durchmesser. Auf dem Etikett stehen hervorgehoben der Name „Skalický trdelník“, außerdem der Aufstreu (Nussmischung, Walnüsse, Mandeln oder Aprikosenkerne) und die Backweise.
Herstellung
Auf 1 kg Weizenmehl kommen 5 bis 8 Eier, dazu Hefe, Milch, Kristallzucker, Salz, Muskatnuss, Aromen und Zitrone; Fett liefern Schweineschmalz, Pflanzenöl und Butter. Das Rezept unterscheidet sich laut Spezifikation nur geringfügig von Hersteller zu Hersteller. Aus Hefe, Milch und Zucker wird ein Vorteig bereitet und mit dem Mehl vermengt; dann kommen Zucker, Eigelb und Eiweiß, Salz und die übrigen Zutaten hinzu. Der weiche Teig geht bei Raumtemperatur, wird in Stücke von 250 bis 500 g geteilt, zu Zöpfen geformt und geht noch einmal.
Dann wird der Teig auf den gefetteten hölzernen Drehspieß, den „Trdlo“, gerollt, der auf einem Gestell sitzt. Er wird mit Eischnee bestrichen, mit zerstoßenen Walnüssen, Mandeln oder Aprikosenkernen bestreut und über einer offenen Wärmequelle wie Glut oder einem Grill goldbraun gebacken, dabei ständig gedreht und gelegentlich mit Fett bestrichen. Laut Spezifikation geben das offene Feuer, das Drehen und das Bestreichen dem Gebäck seinen besonderen Geruch und Geschmack. Nach dem Abkühlen wird er mit Puder- und Vanillezucker bestreut.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet liegt in der Slowakei und wird im Norden von der Grenze zu Tschechien, im Westen von der Morava, im Süden von der Myjava und im Osten von der Teplica zwischen Senica und der tschechischen Grenze begrenzt.
Am Drehspieß gebacken wird der Trdelník seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Nach mündlicher Überlieferung stammt das Rezept vom Koch des Dichters und Schriftstellers Graf Jozef Gvadáni, der von 1783 bis 1801 in Skalica lebte. Um 1900 begann der Verkauf auf Jahrmärkten, in größerem Umfang hergestellt wird er seit Mitte des 20. Jahrhunderts, aus dieser Zeit stammen auch die meisten schriftlichen Belege. Als erstes erhaltenes Schriftstück nennt die Spezifikation eine Handschrift des ungarischen Dichters Gyula Juhász, der am Gymnasium in Skalica unterrichtete; erwähnt wird das Gebäck auch in einem Buch von Ferdinand Dúbravský über die Stadt (1921) und 1977 in der regionalen Zeitschrift „Jídelníček“.
Grundlage dieses Textes: Zusammenfassung, Amtsblatt der EU C 88 vom 21. April 2007. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Slowakei
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-SK-0489
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 48.750, 17.167
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 19. Dezember 2014. Eintrag im eAmbrosia-Register