Sidra de Asturias
g.U. Sonstige Lebensmittel · Spanien
Sidra de Asturias, asturisch Sidra d’Asturies, ist Apfelwein aus traditionellen asturischen Mostapfelsorten, als natürlicher Apfelwein (Sidra natural) oder natürlicher Apfelschaumwein (Sidra natural espumosa). Die Kohlensäure muss in beiden Fällen aus der Gärung stammen; Wasser, Pasteurisieren und künstliche Aromen sind verboten.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 22. April 2005
- Art
- natürlicher Apfelwein und natürlicher Apfelschaumwein
- Äpfel
- zugelassene asturische Mostapfelsorten in neun Geschmacksgruppen
- Alkoholgehalt
- mindestens 5 % vol. (Sidra natural), mindestens 5,5 % vol. (Sidra natural espumosa)
- Kohlensäure
- nur aus der Gärung (endogen)
- Nicht erlaubt
- Wasser, Pasteurisieren, künstliche Süßstoffe, Farbstoffe und Aromen, zugesetzter Alkohol
- Herkunftsgebiet
- 78 Gemeinden im Fürstentum Asturien (Spanien)
Aussehen & Geschmack
Sidra natural wird ohne Zuckerzugabe hergestellt und enthält nur Kohlendioxid aus der eigenen Gärung. Kennzeichnend sind ein markanter, harmonischer Geschmack zwischen sauer und bitter und ein schwaches natürliches Prickeln. Das Aroma ist prägnant und frisch, mit Sorten- oder Fruchtnoten und schwacher Säure; die Farbe reicht von strahlend gelb bis strohfarben. Der Alkoholgehalt liegt bei mindestens 5 % vol.
Sidra natural espumosa entsteht durch eine zweite Gärung eines natürlichen Apfelweins und hat mindestens 5,5 % vol. Er hat lange anhaltende Perlen und einen zarten Schaum, ein Aroma, das an frische Äpfel oder Apfelmus erinnert, und ein transparentes, helles Aussehen in verschiedenen Gelbtönen. Je nach Zuckergehalt wird er von „Brut Nature“ bis „Dulce“ (süß) bezeichnet. Weil der Druck in der Flasche über drei bar liegt, braucht er eine andere Flasche und einen anderen Verschluss als der natürliche Apfelwein.
Herstellung
Verwendet werden nur Mostapfelsorten, die traditionell im Gebiet angebaut werden, auf eingetragenen Flächen. Die Spezifikation teilt sie nach Säure und Phenolgehalt in neun Gruppen von süß bis sauer und bitter ein und nennt jede Sorte, darunter Blanquina, Raxao, Regona, Clara und Durcolorá. Die Äpfel werden gemahlen und gepresst, der Most vergoren, der Apfelwein gereift und im Gebiet in Flaschen gefüllt.
Beim Most sind jede Veränderung des natürlichen Zuckergehalts, Konzentrat, künstliche Aromen, Pasteurisieren und Wasser verboten. Im Apfelwein sind zusätzlich zugesetzter Alkohol, Wein oder Obstwein, künstliche Süßstoffe und Farbstoffe sowie fremdes Kohlendioxid untersagt. Nur beim Schaumwein darf zum Einleiten der zweiten Gärung so viel Zucker zugegeben werden wie unbedingt nötig. Ob das Kohlendioxid aus der eigenen Gärung stammt, wird anhand des Verhältnisses der Kohlenstoffisotope C13/C12 geprüft. Jede Flasche trägt ein nummeriertes Kontrolletikett der Kontrollstelle.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst 78 Gemeinden (concejos) Asturiens, darunter Oviedo, Gijón, Avilés, Villaviciosa, Nava und Siero. Es ist 10 560 km² groß, aber sehr bergig; die Apfelgärten liegen verstreut in kleinen Tälern und Einzellagen. Traditionell werden die Mostäpfel extensiv angebaut, auf Streuwiesen, die zugleich als Weiden dienen.
Laut Spezifikation erzeugt Asturien 80 % des spanischen Apfelweins, und schon der Geograf Strabo berichtete um 60 v. Chr. vom Apfelwein der Region. Die Apfelbauern wählten über Jahrhunderte unter nicht veredelten Sämlingsbäumen die am besten geeigneten Sorten aus. Früher standen kleine Pressen auf den Höfen und dienten dem Eigenbedarf; heute sind die Anlagen in größeren Orten konzentriert. Der natürliche Apfelwein ist laut Spezifikation deutlich älter; Apfelwein mit zugesetztem Kohlendioxid tauchte erst im 19. Jahrhundert auf. Gezählt wurden 106 traditionelle Mostpressen von kommerzieller Größe, von denen mehr als 60 % in der Familie weitervererbt werden.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2026/242 vom 15. Januar 2026. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
- Kategorie
- Sonstige Lebensmittel
- Herkunft
- Spanien
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- Sidra d'Asturies
- Aktenzeichen
- PDO-ES-0260
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 43.333, -6.000
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 15. Januar 2026. Eintrag im eAmbrosia-Register