Schwäbische Maultaschen
g.g.A. Sonstige Lebensmittel · Deutschland
Schwäbische Maultaschen sind Teigtaschen mit einer Füllung aus Fleischbrät oder Gemüsebrät, rechteckig oder gerollt. Neben der Standardgröße gibt es kleinere Schwäbische Suppenmaultaschen. Sie werden zum Verzehr gebrüht oder geröstet und stammen aus Baden-Württemberg und dem bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 18. Januar 2006
- Art
- gefüllte Teigware
- Teig
- Hartweizengrieß und/oder Mehl, Vollei, Wasser, Salz
- Füllung
- Fleischbrät oder Gemüsebrät, mit Brot, Spinat, Zwiebeln und Gewürzen
- Größen
- Standardmaultasche 40–150 g, Suppenmaultasche 10–40 g
- Fleischgehalt
- bei fleischhaltigen Maultaschen mindestens 8 % des Gesamtgewichts
- Herkunftsgebiet
- ganz Baden-Württemberg und der Regierungsbezirk Schwaben (Bayern, Deutschland)
Aussehen & Geschmack
Der Teigmantel ist hellgelb bis hellgrau, bissfest und klebt nicht. Die Füllung ist locker gemischt, mit noch erkennbarer Struktur, und weich. Die Maultaschen sind rechteckig oder gerollt. Eine Standardmaultasche ist 5,5 bis 10 cm lang, 5 bis 9 cm breit, 1,5 bis 2,5 cm hoch und wiegt 40 bis 150 g; eine Suppenmaultasche ist 1 bis 5,5 cm lang, 1 bis 5 cm breit, 0,5 bis 2 cm hoch und wiegt 10 bis 40 g.
Angeboten werden sie als Frischware oder verpackt; zum Verzehr werden sie gebrüht oder geröstet. Auf dem Etikett steht „Schwäbische Maultaschen g.g.A.“ beziehungsweise „Schwäbische Suppenmaultaschen g.g.A.“.
Herstellung
Der Teig besteht aus Hartweizengrieß und/oder Mehl, Vollei, Wasser und Salz. In die Füllung kommen Schweinefleisch, Rindfleisch, eventuell geräucherter Bauch, Spinat, Petersilie, Zwiebeln, Eier, Gewürze, Brot und Lauch. Zutaten und Anteile variieren je nach Rezept und Region. Fleischhaltige Maultaschen enthalten mindestens 8 % Fleisch; das Brät hat mindestens 7 % bindegewebseiweißfreies Fleischeiweiß. Verwendet werden Eier der Güteklasse A.
Mehl, Grieß, Ei und Wasser werden zu einem Teig geknetet, der extrudiert oder ausgewellt und zu einer Teigbahn gewalzt wird. Das Fleisch- oder Gemüsebrät wird mit Brot, Spinat, Zwiebeln und Gewürzen gemischt und dosiert auf den Teig gegeben. Dann wird das Teigband eingeschlagen, die Maultaschen werden portioniert, erhitzt und auf 2 bis 7 °C gekühlt, als Tiefkühlware auf –18 °C.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet Schwaben umfasst ganz Baden-Württemberg und den gesamten Regierungsbezirk Schwaben des Freistaats Bayern. Laut Spezifikation hat die Maultasche dort eine jahrhundertealte Tradition, und kein anderes schwäbisches Gericht ist so weit über Schwaben hinaus als Spezialität bekannt. Traditionell eine Fastenspeise zu Gründonnerstag, ist sie inzwischen ein beliebtes Gericht für das ganze Jahr und wird von nahezu allen Metzgereien, Fleischwarenherstellern und bürgerlichen Restaurants der Region angeboten.
In Freiberg am Neckar wird jeden Herbst das Maultaschenfest gefeiert, Baiersbronn wählt eine Maultaschenkönigin, und rund um Bad Urach führt der Maultaschen-Weg über die Schwäbische Alb. 1982 fertigte ein Gastwirt aus Maulbronn in 22 Minuten 1 134 Maultaschen. Die schwäbische Literatur kennt viele Gedichte und Geschichten über die Maultasche, etwa von Thaddäus Troll, der die Identität der Schwaben mit einer Maultasche verglich, sowie von den Mundartdichtern Heinz Eugen Schramm und Friedrich E. Vogt.
Grundlage dieses Textes: Zusammenfassung, Amtsblatt der EU C 41 vom 19. Februar 2009. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Sonstige Lebensmittel
- Herkunft
- Deutschland
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- Schwäbische Suppenmaultaschen
- Aktenzeichen
- PGI-DE-0521
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 48.500, 9.000
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 10. Februar 2020. Eintrag im eAmbrosia-Register