Schrobenhausener Spargel
g.g.A. Obst, Gemüse & Getreide · Deutschland
Schrobenhausener Spargel ist Spargel aus 19 Gemeinden rund um Schrobenhausen in Bayern. Er wächst auf leichten Sandböden, wird ein- bis zweimal täglich gestochen und gleich nach der Ernte gekühlt; sein Aroma ist laut Spezifikation kräftig und leicht nussig.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 20. Februar 2008
- Art
- frischer Spargel, geschält oder ungeschält
- Geschmack
- kräftiges, leicht nussartiges Aroma
- Ernte
- ein- bis zweimal am Tag
- Lagerung
- nach Schockkühlung bei 1–2 °C und hoher Luftfeuchtigkeit
- Böden
- Sand bis stark lehmiger Sand
- Herkunftsgebiet
- 19 Gemeinden in den Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen, Aichach-Friedberg und Pfaffenhofen an der Ilm (Bayern, Deutschland)
Aussehen & Geschmack
Schrobenhausener Spargel sind die essbaren Sprossen der Spargelpflanze (Asparagus officinalis), verkauft geschält oder ungeschält. Aufbereitet wird er nach dem UNECE-Standard für Spargel. Sein Geschmack ist von einem typisch kräftigen, leicht nussartigen Spargelaroma geprägt.
Jedes Packstück enthält nur Spargel aus der Region in gleicher Güte, Farbgruppe und Größe, und der sichtbare Teil muss für den ganzen Inhalt stehen. Neben dem Namen „Schrobenhausener Spargel“ sind auch „Spargel aus dem Schrobenhausener Land“ und „Spargel aus dem Anbaugebiet Schrobenhausen“ geschützt.
Herstellung
Der Spargel darf nur auf den abgegrenzten Flächen angebaut werden, umweltschonend und nach den Regeln der guten fachlichen Praxis. Gestochen wird ein- bis zweimal am Tag. Gleich nach der Ernte wird der Spargel schockgekühlt, fachgerecht auf Länge geschnitten und sortiert und dann bei 1 bis 2 °C und hoher Luftfeuchtigkeit gelagert. Beim Erzeuger darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden. So bleibt der Spargel laut Spezifikation frisch, egal über welchen Weg er verkauft wird.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst die Gemeinden Aichach, Aresing, Berg im Gau, Brunnen, Gachenbach, Geisenfeld, Gerolsbach, Hohenwart, Inchenhofen, Karlskron, Kühbach, Langenmosen, Pfaffenhofen an der Ilm, Pörnbach, Pöttmes, Reichertshofen, Rohrbach, Schrobenhausen und Waidhofen. Es liegt auf etwa 400 m über NN; die Jahresmitteltemperatur beträgt 7,5 °C, im Mittel fallen 827 mm Regen im Jahr, davon 280 mm zwischen Juni und August. Vorherrschend sind Flugsandböden mit Übergang zu leichten Tertiärböden mit typischem Schluff- und Lehmanteil. Sie erwärmen sich im Frühjahr schnell, sind leicht zu bearbeiten und lassen die Stangen zügig und gerade wachsen. Angebaut wird nur auf Sand, anlehmigem, lehmigem und stark lehmigem Sand.
Das älteste bisher bekannte Dokument zum Spargelanbau um Schrobenhausen ist laut Spezifikation ein Artikel im Wochenblatt vom 12. Juli 1851. 1856 lieferte Graf von Sandizell Spargel an die herrschaftliche Küche in München, und 1913 legte Christian Schad aus Groß-Gerau eine erste Anlage im großflächigen Feldanbau an. 1933 war der Ruf des Schrobenhausener Spargels bis nach München gedrungen; in den 1950er Jahren bauten viele kleinere Betriebe ihn an, und Mitte der 1970er und Ende der 1980er Jahre erlebte das Anbaugebiet seinen größten Aufschwung. Seit 1975 wird jedes Jahr eine Schrobenhausener Spargelkönigin gekrönt, und in Schrobenhausen gibt es das Europäische Spargelmuseum.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2026/370 vom 16. Januar 2026. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Obst, Gemüse & Getreide
- Herkunft
- Deutschland
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- Spargel aus dem Schrobenhausener Land · Spargel aus dem Anbaugebiet Schrobenhausen
- Aktenzeichen
- PGI-DE-0678
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 48.561, 11.261
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 19. Januar 2026. Eintrag im eAmbrosia-Register