Rudarska greblica
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Kroatien
Rudarska greblica ist ein flaches Gebäck aus der Bergbaustadt Rude bei Samobor in Kroatien: hauchdünn von Hand ausgerollter Teig mit einer Füllung aus Kuhmilch-Frischkäse. Es wird in rechteckige Stücke geschnitten, ist cremig und salzig und geht laut Überlieferung auf die Frauen der Bergleute zurück.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 3. Januar 2018
- Art
- gefülltes Gebäck (Käsegebäck)
- Teig
- feines Weizenmehl, Salz, Sauerrahm, frische Hefe, Zucker
- Füllung
- Kuhmilch-Frischkäse, wahlweise mit Walnüssen, Spinat, Mangold, Brennnesseln, Lauch, Minze oder Möhren
- Form
- rechteckige Stücke, höchstens 2,5 cm hoch
- Verkauf
- gebacken oder tiefgefroren backfertig
- Herkunftsgebiet
- Stadt Rude und sechs umliegende Dörfer (Kroatien)
Aussehen & Geschmack
Rudarska greblica wird nach dem Backen in rechteckige Stücke von höchstens 2,5 cm Höhe geschnitten. Die Kruste ist außen dunkel- bis goldgelb und weich, das Innere cremig; das Gebäck zergeht im Mund. Es schmeckt salzig und duftet nach Kuhmilchkäse. Gegessen werden kann es schon wenige Minuten nach dem Backen.
Der Name kommt von der „greblica“, einem Ofenrechen, mit dem die Glut im Brotofen eines Bergmanns geschürt wurde: Die Form des Gebäcks ähnelt diesem Werkzeug.
Herstellung
Der Teig wird aus feinem Weizenmehl, Salz, Sauerrahm, frischer Hefe und Zucker bereitet und von Hand sehr dünn ausgerollt. Die Füllung ist Kuhmilch-Frischkäse, dem eine der folgenden Zutaten beigegeben werden darf: gemahlene Walnüsse, Spinat, Mangold, Brennnesseln, Lauch, Minze oder geraspelte Möhren.
Die Teigränder werden zusammengedrückt und nach oben gerollt, damit die Füllung beim Backen nicht austritt; der untere Teil überlappt dabei den oberen, und die Ränder werden oben gefaltet und von Hand zu Spitzen geformt. Vor dem Backen wird die Oberfläche mehrfach eingestochen, damit sie sich nicht aufbläht und reißt, nach dem Backen mit Butter oder Margarine bestrichen. Teig, Füllung und Backen gehören ins Gebiet; nur tiefgefroren verkauftes, backfertiges Gebäck darf außerhalb gebacken werden.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst die Stadt Rude und die Dörfer Cerje Samoborsko, Braslovje, Kotari, Manja Vas, Bukovje Podvrško und Prekrižje Plješivičko. Es liegt in einem Tal der Samobor-Berge, das für seine früher kupferreichen Bergwerke bekannt ist, die seit dem 13. Jahrhundert betrieben wurden.
Nach mündlicher Überlieferung backten die Frauen der Bergleute das Gebäck schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die meisten Bergarbeiterfamilien waren arm, und die Greblica aus einfachen Zutaten wie Mehl, Milch, Eiern und Frischkäse war die Brotzeit der Bergleute, oft ihre Hauptmahlzeit. Heute geben die Frauen von Rude die Herstellung an die nächste Generation weiter, vor allem an die Töchter, und Gästen wird Rudarska greblica als Willkommensgruß angeboten.
Seit 1985 finden in Rude jedes Jahr am ersten Juliwochenende die Rudarska-greblica-Tage statt, mit einem Wettbewerb für Frauen aus alten Bergarbeiterfamilien und Workshops für die jüngsten Besucher. 2007 wurde das Gebäck in das Verzeichnis der geschützten immateriellen Kulturgüter Kroatiens aufgenommen. Auch das wiedereröffnete Sankt-Barbara-Bergwerk mit Museum bietet es das ganze Jahr über an.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 309 vom 18. September 2020. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Kroatien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-HR-02383
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 45.767, 15.667
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 4. Februar 2021. Eintrag im eAmbrosia-Register