Riviera Ligure

g.U. Öle & Fette · Italien

Riviera Ligure ist ein natives Olivenöl extra aus Ligurien, vor allem aus der Sorte Taggiasca und ihr verwandten Sorten. Die Oliven wachsen auf terrassierten Hängen zwischen den Bergen und dem Meer; Anbau, Ernte, Pressung und Abfüllung finden im Gebiet statt.

Auf einen Blick

Schutz
g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 24. Januar 1997
Art
natives Olivenöl extra
Sorten
28 lokale Sorten, darunter Taggiasca, Lavagnina und Razzola
Säure
höchstens 0,5 g je 100 g Öl
Zusatzangaben
Riviera dei Fiori, Riviera del Ponente Savonese, Riviera di Levante
Etikett
mit Erntejahr der Oliven
Herkunftsgebiet
Gemeinden der Provinzen Imperia, Savona, Genua und La Spezia (Ligurien, Italien)

Aussehen & Geschmack

Riviera Ligure ist ein natives Olivenöl extra ohne sensorische Fehler. Bei der Verkostung muss es fruchtig sein (Median mindestens 3) und eine süße Note haben (mindestens 2); Schärfe und Bitterkeit sind nach oben begrenzt (höchstens 5 bzw. 4,5). Den Verbrauchern gilt es laut Spezifikation als ausgewogen, mit hohem Ölsäuregehalt und leicht süßlichem Geschmack. Die Bezeichnung „mild“ darf nur auf dem Etikett stehen, wenn Bitterkeit und Schärfe höchstens den Wert 2 erreichen.

Die freie Säure liegt bei höchstens 0,5 g je 100 g Öl. Das Etikett muss das Erntejahr der Oliven nennen. Der Name kann durch eine der Teilgebietsangaben „Riviera dei Fiori“, „Riviera del Ponente Savonese“ oder „Riviera di Levante“ ergänzt werden; Zusätze wie „fine“, „scelto“ oder „superiore“ sind nicht erlaubt. Abgefüllt wird in Behälter bis fünf Liter.

Herstellung

Das Öl stammt aus einer oder mehreren von 28 lokalen Olivensorten, die in den Hainen allein oder gemischt vorkommen, darunter Taggiasca, Lavagnina, Razzola, Frantoio und Leccino. Anbau, Ernte, Gewinnung des Öls und Abfüllung müssen im abgegrenzten Gebiet stattfinden; so sollen Herkunft und Rückverfolgbarkeit gesichert und eine Vermischung mit Ölen anderen Ursprungs vermieden werden.

Die ligurischen Anbaumethoden beruhen laut Spezifikation auf jahrhundertelanger Erfahrung. Der Baumschnitt fördert traditionell das natürliche Höhenwachstum; weil Fläche knapp ist, stehen die Bäume teils sehr eng. Geerntet wird gestaffelt über einen längeren Zeitraum, jeweils wenn die Oliven reif sind, und in der Regel bis spät in die Saison. Darauf führt die Spezifikation die milde Note des Öls zurück.

Herkunft & Geschichte

Ligurien liegt als nach Süden offener Bogen zwischen einer Bergkette, die vor Nordwinden und Kälte schützt, und dem Meer, das vor allem bei Temperatur und Feuchtigkeit für ein günstiges Klima sorgt. Olivenbäume wachsen fast im ganzen Gebiet bis etwa 800 m Höhe, vor allem an der westlichen Küste, der Riviera di Ponente. Über Jahrhunderte wurden in Handarbeit Terrassen angelegt, gestützt von Trockenmauern; sie verhindern Erosion und sorgen für Belüftung und Entwässerung der Böden.

Die Einführung des Olivenbaums in Ligurien wird den Benediktinermönchen im 9. Jahrhundert zugeschrieben. Die ursprüngliche Sorte wurde nach Taggia benannt, einem Handelshafen, von dem aus die Oliven versandt wurden. Der Botaniker Giorgio Gallesio stellte Anfang des 19. Jahrhunderts fest, dass die ligurischen Oliven von einer gemeinsamen Sorte abstammen. Neuere Forschung bestätigt, dass der Anbau vor allem auf der Taggiasca beruht und auf Sorten, die aus ihr hervorgingen, wie Lavagnina in der Provinz Genua und Razzola in der Provinz La Spezia.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 78 vom 2. März 2023. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
Kategorie
Öle & Fette
Herkunft
Italien
Geschützt seit
Aktenzeichen
PDO-IT-1540

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 44.500, 8.833

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 26. Juni 2023. Eintrag im eAmbrosia-Register