Radicchio Rosso di Treviso

g.g.A. Obst, Gemüse & Getreide · Italien

Radicchio Rosso di Treviso ist ein roter Radicchio aus Gemeinden der Provinzen Treviso, Padua und Venedig. Es gibt ihn als späten Radicchio („tardivo“) mit kompakten, weinroten Köpfen und als frühen („precoce“) mit länglichen, geschlossenen Köpfen; beide haben weiße Rippen und einen bitteren Geschmack.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 2. Juli 1996
Art
frischer Radicchio (Cichorium intybus L. var. sylvestre)
Typen
„tardivo“ (spät) und „precoce“ (früh)
Gewicht
mindestens 100 g (tardivo) bzw. 150 g (precoce) je Kopf
Länge
10–25 cm (tardivo) bzw. 15–25 cm (precoce), ohne Wurzel
Verpackung
im Erzeugungsgebiet, Behälter bis 10 kg
Herkunftsgebiet
Gemeinden der Provinzen Treviso, Padua und Venedig (Venetien, Italien)

Aussehen & Geschmack

Der späte Radicchio („tardivo“) bildet regelmäßige, kompakte Köpfe aus dichten Blättern, die den Kopf umhüllen und den Stiel zur Spitze hin oft ganz bedecken. Die Blätter sind leuchtend weinrot mit weißer Hauptrippe und nur feinen Verästelungen. Die Rippe schmeckt angenehm bitter und ist knackig. Ein Kopf wiegt mindestens 100 g, ist ohne Wurzel 10 bis 25 cm lang und hat einen sauber geputzten Wurzelansatz von höchstens 6 cm.

Der frühe Radicchio („precoce“) hat einen voluminösen, länglichen und geschlossenen Kopf. Die intensiv roten Blätter haben eine ausgeprägte weiße Mittelrippe und viele feine weiße Adern, schmecken zartbitter und sind mittelknackig. Ein Kopf wiegt mindestens 150 g und ist ohne Wurzel 15 bis 25 cm lang. Beide Typen müssen beim Verkauf fest, gut gereift, gleich groß und sorgfältig geputzt sein.

Herstellung

Aussaat, Anbau, Ernte, Vortreiben, Treiben und Bleichen sowie das Putzen finden in den Gemeinden des Gebiets statt. Angebaut wird nach den traditionellen Verfahren des Gebiets. Auch verpackt wird dort, weil Stöße und Erschütterungen beim Transport von unverpacktem Radicchio zu dunklen Stellen und Qualitätsverlust führen würden.

Verkauft wird der Radicchio in Behältern bis 10 kg oder einzeln in Tüten; Ware zur Weiterverarbeitung in Containern bis 250 kg. Kleinere und leichtere Köpfe des späten Radicchios sind nur für die Verarbeitung bestimmt. Das Logo zeigt eine stilisierte rote Radicchiogruppe auf weißem Grund mit dem Schriftzug „Radicchio Rosso di Treviso“ und dem Hinweis „tardivo“ oder „precoce“.

Herkunft & Geschichte

Der späte Radicchio kommt aus 24 Gemeinden, darunter Treviso, Mogliano Veneto und Vedelago in der Provinz Treviso, Piombino Dese und Trebaseleghe in der Provinz Padua sowie Mirano, Noale und Scorzè in der Provinz Venedig. Für den frühen Radicchio ist das Gebiet größer und reicht unter anderem bis Castelfranco Veneto, Camposampiero und Spinea.

Für den späten Radicchio eignen sich frische, tiefe, durchlässige und nicht alkalische Böden, die nicht zu viele Nährstoffe, vor allem Stickstoff, enthalten; besonders günstig sind lehmhaltige Sandböden auf altem Schwemmland. Dazu kommen ausreichend Regen, mäßig warme Sommer, trockene Herbste und Winter mit frühem Kälteeinbruch und Tiefstwerten bis minus 10 °C. Laut Spezifikation tragen auch die mehr als hundertjährige Tradition der Betriebe und Gemüsebauern und die Temperatur des Grundwassers zur engen Verbindung zwischen dem Radicchio und seinem Gebiet bei.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/5413 vom 7. Oktober 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Obst, Gemüse & Getreide
Herkunft
Italien
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-IT-1514

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 45.833, 12.217

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 25. August 2026. Eintrag im eAmbrosia-Register