Pomodoro di Pachino
g.g.A. Obst, Gemüse & Getreide · Italien
Pomodoro di Pachino sind frische Tomaten aus dem Südosten Siziliens, angebaut in Gewächshäusern und Tunneln rund um Pachino. Es gibt sie als runde, gerippte, Kirsch- und Datteltomaten, alle mit festem Fleisch und mehr als 4,5 °Brix.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 13. Juli 2002
- Art
- frische Tomaten
- Typen
- Tondo Liscio, Costoluto, Cherry (Ciliegino), Plum und Miniplum
- Zucker
- über 4,5 °Brix lösliche Feststoffe
- Handelsklassen
- Extra und I
- Anbau
- im Gewächshaus oder Folientunnel, im Boden
- Herkunftsgebiet
- Pachino, Portopalo di Capo Passero und Teile von Noto und Ispica (Sizilien, Italien)
Aussehen & Geschmack
Die Bezeichnung umfasst vier Tomatentypen: Tondo Liscio (runde glatte Tomaten), Costoluto (gerippte Tomaten), Cherry oder Ciliegino (Kirschtomaten) sowie Plum und Miniplum (Datteltomaten). Kennzeichen sind festes Fleisch, eine kleine Fruchtkammer und ein hoher Zuckergehalt mit mehr als 4,5 °Brix löslichen Feststoffen. Die Früchte sind ganz, frisch, sauber und frei von fremdem Geruch und Geschmack und erfüllen die Handelsklasse Extra oder I.
Laut Spezifikation werden der Geschmack, das feste Fruchtfleisch, die leuchtende Farbe der Schale und die lange Haltbarkeit nach der Ernte von den Verbrauchern geschätzt.
Herstellung
Die Tomaten wachsen im geschützten Anbau, in Gewächshäusern oder Tunneln mit Polyethylenfolie oder anderem Abdeckmaterial; im Sommer dürfen die Pflanzen mit Netzen gegen Schadinsekten abgedeckt werden. Anbau ohne Boden ist nicht erlaubt. Bewässert wird mit Wasser, dessen Salzgehalt zwischen 1.500 und 10.000 μS/cm liegt.
Verpackt wird am Tag der Ernte im Betrieb oder in Packstationen der Gemeinden des Gebiets, damit die Oberfläche der Tomaten beim Vermarkten nicht beschädigt wird und schimmelt. Die Einwegverpackungen wiegen höchstens 10 kg und haben eine Abdeckung, die beim Herausnehmen reißt; offene Verpackungen sind erlaubt, wenn jede Frucht einen Aufkleber mit dem Logo trägt. Auf der Verpackung steht der Hinweis „aus geschütztem Anbau“.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet hat hohe Temperaturen und laut Spezifikation, nach Landsat- und Meteosat-Daten, die im Jahresmittel größte Sonneneinstrahlung auf dem europäischen Kontinent. Das Meer mildert das Klima, Frosttage sind selten. Die ersten Tomatenkulturen in Betrieben am Küstenstreifen, die mit Grundwasser bewässern konnten, gehen auf 1925 zurück; schon damals reifte das Gemüse hier etwa 15 bis 20 Tage früher als anderswo.
Weil der Weinbau noch verbreitet war, blieb der Gemüsebau zunächst klein. In den 1950er-Jahren wuchsen die Flächen; die Pflanzen wurden mit Feigenkaktusblättern, Ziegeln oder Matten aus Getreidestoppeln gegen Kälteeinbrüche geschützt. Anfang der 1960er-Jahre entstanden die ersten Gewächshäuser aus Schilfrohr mit Polyethylenfolie, später aus Kastanienpfählen mit Tannenholzrahmen. Nach der Krise des Weinbaus in den 1970er-Jahren stellten viele Betriebe auf Gewächshäuser um, und erste Genossenschaften vermarkteten die Tomaten unter dem Namen „Pachino“.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 271 vom 26. Juli 2016. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Obst, Gemüse & Getreide
- Herkunft
- Italien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-IT-0153
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 36.719, 15.091
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 23. Dezember 2019. Eintrag im eAmbrosia-Register