Oktoberfestbier
g.g.A. Bier & andere Getränke · Deutschland
Oktoberfestbier ist das untergärige Bier, das Brauereien in der Stadt München speziell für das Oktoberfest einbrauen. Es wird nach dem Münchener Reinheitsgebot von 1487 mit Wasser aus Tiefbrunnen im Stadtgebiet gebraut und ist hell, goldfarben, bernsteinfarben oder dunkel.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 23. August 2012
- Art
- untergäriges Bier
- Zutaten
- Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser
- Stammwürze
- 13,6–14,0 %
- Alkoholgehalt
- 5,3–6,6 % vol.
- Brauwasser
- aus Tiefbrunnen (ca. 140–250 m) im Münchener Stadtgebiet
- Grundlage
- Münchener Reinheitsgebot von 1487
- Herkunftsgebiet
- Stadt München (Bayern, Deutschland)
Aussehen & Geschmack
Oktoberfestbier ist ein untergäriges Bier mit 13,6 bis 14,0 % Stammwürze und 5,3 bis 6,6 % vol. Alkohol. Es ist hell, gold-, bernsteinfarben oder dunkel und schmeckt vollmundig, sehr rund, weich oder malzaromatisch bis leicht gehopft mit sehr milder Bittere, oder kräftig und ein wenig süß. Die Bitterstoffe liegen bei 16 bis 28 Einheiten; laut Spezifikation sind die Biere daher schwach bitter angelegt, wie es im südlichen Bayern seit Jahrzehnten bevorzugt wird. Von anderen Festbieren unterscheidet es sich laut Spezifikation durch das Wasser, die enge Spanne der Stammwürze, den höheren Alkoholgehalt und die Bitterwerte.
Herstellung
Gebraut wird nach dem Münchener Reinheitsgebot von 1487 in der Form des Vorläufigen Biergesetzes. Zutaten sind Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser. Das Wasser muss aus den Tertiärschichten der Münchener Schotterebene im Stadtgebiet stammen; die Tiefbrunnen reichen je nach Lage etwa 140 bis 250 m tief. Münchener Stadtwasser erfüllt diese Voraussetzungen nicht.
Der gesamte Herstellungsprozess findet in der Stadt München statt. Er beginnt mit dem Schroten des Malzes und dem Einmaischen und endet nach etwa 4 bis 11 Wochen Lagerzeit, in der sich das Jungbier auf natürliche Weise mit Kohlensäure anreichert und ausreift.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet ist das Hoheitsgebiet der Stadt München.
Das Oktoberfest entstand 1810 aus einem Pferderennen auf einer Wiese vor der Stadt, anlässlich der Hochzeit von Prinz Ludwig von Bayern mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Schon beim ersten Fest wurde laut Spezifikation Bier ausgeschenkt. Es findet jedes Jahr zwischen Mitte September und Anfang Oktober auf der 42 Hektar großen Theresienwiese statt und beginnt seit 1950 mit dem Anzapfen des ersten Fasses durch den Oberbürgermeister. Laut einer bis 1850 geltenden Magistratsverordnung durften auf dem Fest nur die 18 Münchener Wirte Bier ortsansässiger Brauereien ausschenken; Wirten aus dem Umland mit Tölzer Bier wurde das verwehrt.
Ein eigenes Oktoberfestbier verbreitete sich laut Spezifikation erst nach 1872, als ein besonders starkes Bier mit hoher Stammwürze ausgeschenkt wurde. Danach war das Märzen bis nach dem Zweiten Weltkrieg das Wiesnbier schlechthin; nach 1950 kam eine hellere Variante hinzu, und heute erlebt laut Spezifikation die Bernsteinfarbe eine Renaissance. Zum Ruf des Biers trug laut Spezifikation auch Carl von Lindes Kältemaschine von 1873 bei, die in einer Münchener Brauerei eingesetzt wurde: Mit ihr ließen sich große Mengen Bier für Großveranstaltungen im Voraus brauen und lagern.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 252 vom 1. Juli 2022. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Bier & andere Getränke
- Herkunft
- Deutschland
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-DE-1034
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 48.137, 11.575
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 28. Oktober 2022. Eintrag im eAmbrosia-Register