Oberpfälzer Karpfen
g.g.A. Fisch & Meeresfrüchte · Deutschland
Oberpfälzer Karpfen sind Speisekarpfen aus der Teichwirtschaft der Oberpfalz in Bayern. Sie wachsen in den kühlen Teichen der Region langsam heran und haben weißes, festes, kerniges und fettarmes Fleisch.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 13. Dezember 2001
- Art
- Speisekarpfen
- Gewicht
- mindestens 1 000 g (lebend)
- Fütterung
- überwiegend Naturnahrung, dazu Getreide aus der Region (kein Mais)
- Haltung im Gebiet
- mindestens eine Wachstumsperiode ab April des dritten Jahres
- Verkauf
- lebend, geschlachtet, geräuchert oder als Fertigprodukt
- Herkunftsgebiet
- Regierungsbezirk Oberpfalz (Bayern, Deutschland)
Aussehen & Geschmack
Der Oberpfälzer Karpfen hat eine längliche Form und wiegt lebend mindestens 1 000 Gramm. Sein Fleisch ist weiß, fest, kernig und fettarm, mit arteigenem Geschmack. Verkauft wird er lebend oder geschlachtet, geräuchert, auch in Teilstücken wie Filets oder Karbonaden, oder als Fertigprodukt.
Herstellung
Die Karpfen ernähren sich überwiegend von Naturnahrung wie Bodennahrung und Zooplankton; zugefüttert wird Getreide aus heimischen Betrieben, aber kein Mais. Mindestens die letzte Wachstumsperiode verbringen sie im Gebiet: Sie beginnt im April des dritten Produktionsjahres mit dem Setzling K2, einem Karpfen, der schon zwei Sommer im Teich gelebt hat, und endet mit dem Verkauf als Speisefisch, mindestens als K3 nach drei Sommern. Auch die Verarbeitungserzeugnisse müssen aus solchen Karpfen hergestellt werden.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet ist der Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern. Höhenlage, Untergrund und Wasserqualität grenzen ihn laut Spezifikation von anderen Teichregionen ab. Die Temperaturen sind vergleichsweise niedrig, die Böden meist leicht sauer, und die Teiche werden extensiv bewirtschaftet, mit nur mäßigem Beifutter. Die Fische wachsen dadurch langsamer und haben im Normalfall mageres, festes Fleisch; auch Untergrund und Wasser beeinflussen über die Nahrungskette die Fleischqualität.
Die Karpfenteichwirtschaft in der Oberpfalz ging vom 1132 gegründeten Zisterzienserkloster Waldsassen aus. Im 15. Jahrhundert erlebte sie ihre Blütezeit, im 20. Jahrhundert eine Renaissance. Heute betreiben etwa 3 000 Betriebe auf rund 10 000 Hektar Teichfläche Karpfenteichwirtschaft; laut Spezifikation nimmt die Oberpfalz damit in Deutschland eine führende Rolle ein.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 353 vom 3. Dezember 2011. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Fisch & Meeresfrüchte
- Herkunft
- Deutschland
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-DE-0191
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 49.500, 12.000
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 4. Oktober 2024. Eintrag im eAmbrosia-Register