Obazda
g.g.A. Milch, Eier & Honig · Deutschland
Obazda oder Obatzter ist eine streichfähige Käsezubereitung aus Bayern, vor allem aus reifem Camembert oder Brie, Butter, Paprika und Salz. Sie ist hellorange, enthält erkennbare Käsestücke und wird kalt gegessen, meist als Brotaufstrich zur Brotzeit.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 13. Dezember 2012
- Art
- Käsezubereitung
- Hauptzutaten
- Camembert und/oder Brie, Butter, Paprika, Salz
- Käseanteil
- mindestens 50 %, davon mindestens 40 % Camembert und/oder Brie
- Farbe
- hellorange, mit erkennbaren Käsestücken
- Verzehr
- kalt, meist als Brotaufstrich
- Herkunftsgebiet
- Freistaat Bayern (Deutschland)
Aussehen & Geschmack
Obazda ist eine homogene, streichfähige Masse von hellorangener Farbe, in der Stücke von Käse zu erkennen sind. Geruch und Geschmack sind würzig-aromatisch. Der reife Camembert oder Brie gibt laut Spezifikation einen leicht pikanten Geschmack, Butter, Frischkäse und gegebenenfalls Rahm oder Milch machen die Würze mild, und Paprika rundet den Geschmack ab. Gegessen wird Obazda traditionell kalt, in der Regel als Brotaufstrich.
Herstellung
Pflicht sind Camembert und/oder Brie, wahlweise ergänzt um Romadur, Limburger oder Frischkäse, dazu Butter, Paprikapulver oder Paprikaextrakt und Salz. Frei gestellt sind Zwiebel, Kümmel, andere Gewürze und Kräuter, Rahm, Milch oder Milcheiweiß sowie Bier. Camembert und Brie machen mindestens 40 % aus, Käse insgesamt mindestens 50 %.
Camembert und Brie müssen cremig-weich sein; für jeden Käse ist ein Fettgehalt in der Trockenmasse vorgeschrieben, etwa 30 bis 85 % für Camembert und 45 bis 85 % für Brie. Die Butter hat mindestens 80 und weniger als 90 % Milchfett, der Paprika muss rot sein. Der Käse wird bis zur gewünschten Stückigkeit zerkleinert und mit den übrigen Zutaten vermischt. Die Rohstoffe dürfen von außerhalb kommen; die Verarbeitung findet in Bayern statt.
Herkunft & Geschichte
Laut Spezifikation ist die Geschichte des Obazda eng mit der über 150-jährigen Geschichte der bayerischen Biergärten verbunden. In diese Zeit fiel auch die erste Herstellung von Camembert und Brie in Bayern. Weil die Käse ohne Kühlung gerade im Sommer schnell nachreiften, erfand die bayerische Gastronomie den Obazda, um stark gereiften Weichkäse noch verzehren zu können. Über Bayern hinaus bekannt gemacht hat ihn laut Spezifikation wohl Katharina Eisenreich, von 1920 bis 1958 Wirtin des Bräustüberls in Weihenstephan, die ihren Gästen beim Schafkopfen und Tarocken eine Portion auf den Tisch stellte.
Der Name kommt vom bayerischen „obatzn“, dem Zerdrücken und Vermischen der Zutaten zu einer streichfähigen Masse; „Obazda“ und „Obatzter“ werden gleichbedeutend verwendet. Das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten führt ihn in seiner Datenbank traditioneller bayerischer Spezialitäten.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 55 vom 14. Februar 2015. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Milch, Eier & Honig
- Herkunft
- Deutschland
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- Obatzter
- Aktenzeichen
- PGI-DE-1069
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 49.000, 11.500
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 10. Februar 2020. Eintrag im eAmbrosia-Register