Mirabelles de Lorraine

g.g.A. Obst, Gemüse & Getreide · Frankreich

Mirabelles de Lorraine sind kleine, runde oder ovale, gelbe bis goldgelbe Mirabellen aus den vier lothringischen Departements Meuse, Meurthe-et-Moselle, Moselle und Vosges. Sie stammen von den beiden lokalen Sorten Mirabelle de Nancy und Mirabelle de Metz und werden frisch oder gefroren angeboten.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 21. Juni 1996
Art
frische oder gefrorene Mirabellen
Sorten
Klone von Mirabelle de Nancy und Mirabelle de Metz
Größe
über 22 mm Durchmesser
Zucker
im Schnitt 16 °Brix als Tafelobst, 15 °Brix zur Verarbeitung
Ernte
etwa sechs Wochen, Anfang August bis Mitte September
Herkunftsgebiet
Departements Meuse, Meurthe-et-Moselle, Moselle und Vosges (Lothringen, Frankreich)

Aussehen & Geschmack

Mirabelles de Lorraine sind runde oder ovale Früchte, im ausgereiften Zustand gelb oder goldgelb, klein, mit mehr als 22 mm Durchmesser und einem Kern, der sich leicht löst. Ihr Zuckergehalt liegt im Durchschnitt bei 16 °Brix bei Tafelobst und bei 15 °Brix bei Früchten zur Verarbeitung. Laut Spezifikation sollen sie gelb und süß sein, im Gegensatz zu den grünen und säuerlichen Mirabellen anderer Regionen. Angeboten werden sie frisch oder gefroren, ganz mit oder ohne Stein oder halbiert und entsteint.

Herstellung

Die Früchte stammen von Klonen der Sorten „Mirabelle de Nancy“ und „Mirabelle de Metz“, die 1961 in den amtlichen Sortenkatalog eingetragen wurden. In den Obstplantagen stehen höchstens 400 Bäume je Hektar, auf Böden mit mindestens 30 % Ton. Geerntet wird bei optimaler Reife in einer kurzen Zeit von etwa sechs Wochen zwischen Anfang August und Mitte September.

Ernte, Sortieren und Kalibrieren finden im Gebiet statt. Frische Früchte werden auch dort verpackt, weil sie sehr empfindlich sind und beim Transport zerquetscht werden können; gefrorene Früchte werden im Gebiet entsteint und eingefroren. Ohne das Einfrieren gäbe es die Mirabellen laut Spezifikation nur zwei bis drei Monate im Jahr.

Herkunft & Geschichte

In Lothringen wechseln Ebenen, Täler und Hänge ab, die „cuestas“ genannt werden; die Böden sind lehmig-kalkig. Die Winter sind streng mit Frost oft bis ins Frühjahr, die Sommer relativ warm mit Trockenperioden. Es regnet im Schnitt etwa 750 mm im Jahr, auf den Gipfeln der Vogesen bis zu 2.400 mm. Die Hänge schützen die Früchte vor Frost und Wind, warme Tage und kalte Nächte lassen sie reifen, die Sonne gibt ihnen Farbe, und die Lehmböden speichern Wasser für Trockenperioden.

Die Mirabelle wird laut Spezifikation seit dem Mittelalter angebaut; die Spezifikation spricht von einer fünf Jahrhunderte alten Anbaukultur. In den meisten Gemeinden der Region werden in der letzten Augustwoche Mirabellenfeste gefeiert, und die Frucht kommt in vielen Rezepten der lothringischen Küche vor.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/3683 vom 8. Juli 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Obst, Gemüse & Getreide
Herkunft
Frankreich
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-FR-0194

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 48.767, 6.133

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 9. Juli 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register