Miel de Corse - Mele di Corsica
g.U. Milch, Eier & Honig · Frankreich

Miel de Corse oder Mele di Corsica ist Honig von der ganzen Insel Korsika, gesammelt von Bienen des korsischen Ökotyps in der natürlichen Pflanzenwelt der Insel. Es gibt ihn in sechs Sorten, die der Abfolge der Blüte im Jahresverlauf folgen, vom hellen Frühjahrshonig bis zum bitteren Herbst-Macchia-Honig.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 24. August 1999
- Art
- Blütenhonig und Honigtauhonig
- Sorten
- Printemps, Maquis de printemps, Miellats du maquis, Châtaigneraie, Maquis d’été, Maquis d’automne
- Bienen
- korsischer Ökotyp von Apis mellifera mellifera
- Wassergehalt
- unter 18 %, bei Kastanienblüten- und spätem Herbsthonig unter 19 %
- Ernte
- von April bis Oktober oder November, mitunter bis Februar
- Herkunftsgebiet
- ganz Korsika, Departements Haute-Corse und Corse-du-Sud (Frankreich)
Aussehen & Geschmack
Korsischer Honig wird in sechs Sorten angeboten, die der natürlichen Abfolge der Tracht im Jahresverlauf entsprechen. Der Frühjahrshonig „Printemps“ ist sehr hell bis hellgold, fruchtig und blumig, normal- bis mittelsüß; er stammt vor allem von Clementinenblüten und anderen Obstbäumen. „Maquis de printemps“ aus Baumheide und Schopflavendel ist bernsteinfarben, mit Noten von Kokosnuss, Lakritze, dunklem Karamell und Kakao. Der dunkle Macchia-Honigtauhonig „Miellats du maquis“ ist nicht zu süß, deutlich sauer und malzig, mit Noten von reifem Obst, Trockenobst und Karamell. Der Kastanienblütenhonig „Châtaigneraie“ ist wenig süß, scharf und herb und bleibt lange im Mund. Der helle Sommer-Macchia-Honig „Maquis d’été“ von Wundklee, Ginster, Katzen-Gamander und Korsischem Thymian ist blumig und aromatisch. Der Herbst-Macchia-Honig „Maquis d’automne“ vom Erdbeerbaum schmeckt mehr oder weniger ausgeprägt bitter, nach Kaffeesatz und Holz, mit herbem Nachgeschmack.
Fremdgeruch und Fremdgeschmack sind nicht erlaubt. Der Honig muss weniger als 18 % Wasser enthalten, Kastanienblüten- und später Herbsthonig weniger als 19 %. Das Pollenspektrum muss dem Ursprung in Korsika entsprechen; Pollen von Raps, Sonnenblume, Esparsette, Spanischer Esparsette und Buchweizen sowie einiger Wildpflanzen dürfen nicht enthalten sein.
Herstellung
Der Honig stammt aus Blütentracht und/oder Honigtau, die Bienen des korsischen Ökotyps Apis mellifera mellifera in den natürlichen Pflanzengesellschaften Korsikas sammeln. Honig von Kulturpflanzen ist ausgeschlossen, mit Ausnahme von Zitrusanpflanzungen. Ab 15 Tagen vor Beginn der Trachtzeit bis zur Honigernte dürfen die Bienen nicht gefüttert werden. Geerntet und geklärt wird der Honig auf der Insel. Die Ernten sind über das Jahr verteilt, von April bis Oktober oder November und mitunter bis Februar.
Ob ein Honig wirklich aus Korsika stammt und aus welcher Mikroregion, zeigt laut Spezifikation die Pollenanalyse; dazu kommen Prüfungen von Farbe, Aroma und Geschmack. Auf dem Etikett steht „Miel de Corse“ oder „Mele di Corsica“ in Buchstaben, die mindestens halb so groß sind wie die größten auf dem Etikett, unmittelbar zusammen mit „Appellation d’Origine Protégée“ oder „AOP“.
Herkunft & Geschichte
Korsika ist eine Berginsel mit Kristallgestein im Westen und Süden, Schiefer im Norden und Westen und einer Senke mit Sedimenten in der Mitte. Die Böden sind mehr oder weniger sauer, die Temperaturen mild, die Niederschläge reichlich, aber unregelmäßig. Die korsische Macchia bedeckt von der Küste bis auf etwa 1.200 m große Flächen und blüht gestaffelt: Baumheide im Frühjahr, Kastanie zu Beginn des Sommers, Erdbeerbaum im Herbst und Winter. Die korsische Biene unterscheidet sich laut einer biometrischen Untersuchung mit mehr als 6.000 Messungen von der Italienischen und der Dunklen Europäischen Biene durch eine längere Zunge, einen höheren Cubitalindex und eine kurze Behaarung.
Urkunden seit der Antike erwähnen Honig auf Korsika in großer Menge; die frühen Autoren nennen seinen wirtschaftlichen Wert als Tributzahlung. Ab dem Ende des 16. Jahrhunderts zeigen Gerichtsakten, dass die Imkerei eine eigenständige landwirtschaftliche Tätigkeit geworden war. Seit 1976 stellen die Imker gemeinsam einen Entwicklungsplan für ihren Zweig auf; heute ist die Imkerei für viele Erzeuger der Haupterwerb.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 134 vom 14. Mai 2013. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
- Kategorie
- Milch, Eier & Honig
- Herkunft
- Frankreich
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PDO-FR-0066
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 42.062, 8.954
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 17. März 2021. Eintrag im eAmbrosia-Register