Mela Alto Adige

g.g.A. Obst, Gemüse & Getreide · Italien

Ein rot-gelber Apfel mit dem Aufkleber „Südtiroler Apfel g.g.A.“ und dem Schriftzug „Südtirol“.
Foto: Bin im Garten · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons

Mela Alto Adige oder Südtiroler Apfel ist die geschützte Bezeichnung für Äpfel aus 72 Gemeinden der Autonomen Provinz Bozen. Zugelassen sind 17 Sorten, von Braeburn und Golden Delicious bis Pinova und Topaz, jeweils mit Mindestwerten für Zuckergehalt und Festigkeit.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 18. Januar 2005
Art
frische Äpfel
Sorten
17, darunter Braeburn, Elstar, Fuji, Gala, Golden Delicious, Granny Smith, Pinova und Topaz
Handelsklassen
„Extra“ und I, aus ökologischem Landbau auch II
Größe
je nach Sorte mindestens 55 bis 65 mm Durchmesser
Lage der Obstgärten
zwischen 200 und 1.100 m über dem Meer
Herkunftsgebiet
72 Gemeinden der Autonomen Provinz Bozen (Südtirol, Italien)

Aussehen & Geschmack

Die Bezeichnung gilt für 17 Apfelsorten und ihre Mutanten und Klone: Braeburn, Elstar, Fuji, Gala, Golden Delicious, Granny Smith, Idared, Jonagold, Morgenduft, Red Delicious, Stayman Winesap, Pinova, Topaz, Ipador, CIVM49, Bonita und SQ159. Für jede Sorte legt die Spezifikation Grund- und Deckfarbe der Schale, Handelsklasse, Mindestgröße, Zuckergehalt und Festigkeit fest. Ein Braeburn etwa hat eine grüne bis hellgrüne Grundfarbe und ist auf mehr als einem Drittel der Oberfläche orangerot bis tiefrot gestreift; ein Granny Smith ist tiefgrün, höchstens mit einem leichten rosa Hauch. Die Äpfel müssen mindestens 55 bis 65 mm groß sein, je nach Sorte über 10 bis 12,5 °Brix Zucker haben und eine Festigkeit von mindestens 5 bis 6,5 kg/cm² erreichen, gemessen innerhalb von zwei Monaten nach der Ernte.

Laut Spezifikation sind die Äpfel für ihre ausgeprägte Färbung, ihren kräftigen Geschmack, ihr festes Fruchtfleisch und ihre sehr lange Haltbarkeit bekannt. Auf der Verpackung oder dem Aufkleber auf der Frucht steht „Mela Alto Adige“ oder „Südtiroler Apfel“.

Herstellung

Anbau und Ernte finden im Erzeugungsgebiet statt. Auch das Sortieren und Verpacken muss dort erfolgen, damit die Früchte keine Schalenverletzungen oder Druckstellen bekommen, unter denen sich das Fruchtfleisch braun färbt; die Spezifikation begründet das mit der Erfahrung der Obstbauern im Gebiet mit der Behandlung der Früchte nach der Ernte.

Erzeugt wird mit umweltschonenden Techniken und Methoden. Gedüngt wird ausgewogen nach einer Bodenanalyse, was laut Spezifikation die Qualität der Früchte erhöht und physiologischen Erkrankungen vorbeugt. Äpfel, die nur zur Verarbeitung bestimmt sind, dürfen die Bezeichnung tragen, werden aber nicht als solche an Endverbraucher verkauft.

Herkunft & Geschichte

Das Gebiet umfasst 72 Gemeinden in einem Teil der Autonomen Provinz Bozen. Südtirol hat mehr als 300 Sonnentage im Jahr. Im Spätsommer und Herbst schwanken die Temperaturen stark: tagsüber bis zu 30 °C, nachts mitunter nur 8 bis 10 °C. Die Obstgärten liegen zwischen 200 und 1.100 m über dem Meer, der größte Teil der Erzeugung kommt aus Betrieben über 500 m. Die Böden sind locker, gut entwässert und sauerstoffreich, mit mittlerem bis hohem Humusanteil. Sonne, kühle Nächte und wenig Regen ergeben laut Spezifikation schmackhafte Früchte mit kräftigen Farben.

Schon im Mittelalter gab es auf den Südtiroler Berghöfen verschiedene Apfel- und Birnensorten für die Bauernfamilien. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Obstbau zu einem Erwerbszweig mit Käufern in Wien, Innsbruck, München, Warschau und Sankt Petersburg. 1831 veröffentlichte der Schuldirektor Johann Jakob Pöll ein erstes Obstbaulehrbuch, und 1872 wurde der Obstbau Lehrfach am neu gegründeten Agrarinstitut Sankt Michael an der Etsch. Der Katalog der Bozener Agrarvereinigung von 1856 führt 193 Obstsorten auf; Karl Mader nennt in seinem Werk von 1894 und 1904 rund 40 in Südtirol verbreitete Apfelsorten. Heute gibt es im Gebiet etwa 8.000 Apfelbetriebe, die meisten in Genossenschaften zusammengeschlossen.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/308 vom 10. Januar 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Obst, Gemüse & Getreide
Herkunft
Italien
Geschützt seit
Weitere Namen
Südtiroler Apfel
Aktenzeichen
PGI-IT-0207

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 46.717, 11.500

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 10. Januar 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register