Mariánskolázeňské oplatky
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Tschechien
Mariánskolázeňské oplatky (Marienbader Oblaten) sind runde, mürbe Oblaten aus Mariánské Lázně und Velká Hleďsebe in Westböhmen. Zwei dünne Teigplatten mit Blätterkranz-Relief am Rand umschließen eine körnige Füllung mit Haselnuss oder Kakao.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 28. April 2004
- Art
- Feine Backware (gefüllte Oblaten)
- Sorten
- Haselnuss und Kakao
- Füllung
- Zucker, Fett, Haselnüsse und je nach Sorte weitere Zutaten
- Packung
- 175 g, in Aluminiumfolie und Schachtel
- Haltbarkeit
- höchstens 180 Tage bei höchstens 25 °C
- Herkunftsgebiet
- Gemeinden Mariánské Lázně und Velká Hleďsebe (Tschechien)
Aussehen & Geschmack
Die Oblaten bestehen aus zwei dünnen Teigplatten, die durch die Füllung zusammengehalten werden. Sie sind rund und gleichmäßig, haben einen leicht rissigen Rand, einen eigenen Bruch und am Rand ein Relief in Form eines stilisierten Blätterkranzes; das Relief in der Mitte unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Je nach Teig sind sie sahneweiß bis hellgelb.
Die Oblaten sind mürbe und gut durchgebacken, die Füllung ist körnig, und sie schmecken süß nach ihren Zutaten. Nach der Füllung unterscheidet man die Sorten Haselnuss und Kakao. Verkauft werden sie in Aluminiumfolie und Schachteln zu 175 g; die Bezeichnung „Mariánskolázeňské oplatky“ steht deutlich sichtbar auf der Vorderseite.
Herstellung
Zu den Rohstoffen gehören Weizenmehl, Zucker, gehärtetes Fett, Haselnusskerne, gemahlene Nüsse, Milchfett, Pflanzenfett, Kakao, Trockenmilch, Trockeneigelb, Weizenstärke, Salz, Lecithin sowie Zitronen-, Haselnuss-, Vanillin- und Mandelaroma und Zimt. Der Teig wird in der Mischmaschine vermengt und in einer Dreh-Backvorrichtung gebacken. Die Teigplatten werden von Hand herausgenommen und lagern dann etwa fünf Tage in Feuchträumen bei 90 % Luftfeuchtigkeit.
Danach wird die untere Platte von Hand mit einer Mischung aus Zucker, Fett, Haselnüssen und je nach Sorte weiteren Zutaten bestreut, mit der zweiten Platte zugedeckt, und beide werden zusammengebacken. Die abgewogenen Oblaten werden maschinell in Aluminiumfolie gehüllt und in Schachteln verpackt. Weil sie mürbe sind und leicht Feuchtigkeit aufnehmen, müssen sie direkt beim Hersteller verpackt werden. Gelagert werden sie bei höchstens 25 °C, haltbar sind sie höchstens 180 Tage.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst die Gemeinden Mariánské Lázně (Marienbad) und Velká Hleďsebe im Verwaltungsbezirk Marienbad. Schon im 18. Jahrhundert gibt es Hinweise auf Oblaten in Marienbad. Aus der häuslichen Herstellung für den Eigenbedarf wurde mit dem Aufschwung des Bäderwesens allmählich eine gewerbliche Massenherstellung; die industrielle Fertigung begann 1856. Knapp 100 Jahre später kamen eine verbesserte maschinelle Ausstattung und Oblaten aus Schokoladenteig hinzu.
Laut Spezifikation verbinden die Verbraucher die Oblaten in einzigartiger Weise mit den westböhmischen Badeorten, deren Mittelpunkt Marienbad ist; Zusammensetzung und Herstellung werden in den örtlichen Backstuben von Generation zu Generation weitergegeben. Dokumente zur Geschichte liegen im Stadtarchiv und im Städtischen Museum. Die Bezeichnung wurde 1967 in das internationale Register des Lissabonner Abkommens eingetragen, ist seit 1974 durch nationales Recht geschützt und auch in zweiseitigen Abkommen mit der Schweiz, Österreich und Portugal verankert.
Grundlage dieses Textes: Zusammenfassung, Amtsblatt der EU C 107 vom 11. Mai 2007. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Tschechien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-CZ-0407
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 49.965, 12.701
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 27. April 2004. Eintrag im eAmbrosia-Register