Limone di Sorrento
g.g.A. Obst, Gemüse & Getreide · Italien
Limone di Sorrento sind Zitronen von der Halbinsel Sorrent und den Inseln Capri und Anacapri in Kampanien. Sie wiegen mindestens 85 g, ihre Schale ist reich an ätherischen Ölen, und sie wachsen traditionell unter Pergolen.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 1. Juni 1999
- Art
- frische Zitronen
- Gewicht
- mindestens 85 g
- Saft
- mindestens 25 % Saftausbeute, mindestens 3,5 g Säure je 100 ml
- Anbau
- unter Pergolen oder anderen Überdachungen
- Herkunftsgebiet
- Vico Equense, Meta, Piano di Sorrento, Sant’Agnello, Sorrento, Massa Lubrense, Capri und Anacapri (Kampanien, Italien)
Aussehen & Geschmack
Die Früchte sind ellipsenförmig, symmetrisch und mittelgroß bis groß, mit einem Gewicht von mindestens 85 g; leichtere Zitronen mit allen übrigen Merkmalen dürfen verarbeitet werden. Die Schale hat eine mittlere Dicke und ist auf mindestens der Hälfte der Oberfläche zitronengelb. Ihre äußere Schicht ist reich an ätherischen Ölen und hat einen intensiven Geruch und Geschmack. Fruchtfleisch und Saft sind strohgelb, der Saft ist sehr sauer, mit mindestens 3,5 g Säure je 100 ml, und die Saftausbeute liegt bei mindestens 25 %.
Laut Spezifikation haben die Zitronen ein ausgeglichenes Verhältnis von Zuckern und organischen Säuren, Zitronen- und Apfelsäure. Weil die Bäume bis zu fünfmal im Jahr blühen, unterscheiden sich die Früchte deutlich in Form, Größe, Schalendicke und Zahl der Kerne, ohne dass sich die typischen Eigenschaften ändern.
Herstellung
Angebaut wird unter den typischen sorrentinischen Pergolen oder anderen Überdachungen, an hochstämmigen Bäumen und nach Verfahren, die die Landwirte laut Spezifikation seit Jahrhunderten anwenden. Die Niederschläge von rund 800 mm im Jahr fallen vor allem im Herbst und Frühjahr, sodass kaum bewässert werden muss.
Die Zitronen kommen lose in den Handel, dann tragen 80 % der Früchte eine Kennzeichnung, oder in festen Behältnissen von 0,5 bis 15 kg. Das Logo zeigt drei Zitronen mit Blättern, in der großen ist die sorrentinische Küste bis Punta Scutolo zu sehen. Verarbeitete Erzeugnisse dürfen auf den Namen „Sorrento“ verweisen, wenn sie nur aus diesen Zitronen und in den Gemeinden des Gebiets hergestellt werden.
Herkunft & Geschichte
Die Halbinsel Sorrent ist eine schmale Landzunge zwischen dem Golf von Neapel und dem Golf von Salerno, mit einer Hügelkette als Rückgrat, die im Osten von den Massiven des Monte Faito und des Monte Sant’Angelo abgeschlossen wird. Kalk wechselt sich mit Bänken von grauem Sorrentiner Tuff ab; die Böden sind vulkanischen Ursprungs, reich an Kalium und durch Lapilli-Schichten gut entwässert. Im Winter sinken die Temperaturen selten unter null, im Sommer hält eine Meeresbrise sie meist unter 30 °C.
Laut Spezifikation wurden auf der Halbinsel schon in der Antike Zitrusfrüchte angebaut: Zwei Zitronenbäume auf römischen Mosaiken in der „Casa del frutteto“ in Pompeji ließen sich mit der heutigen Limone di Sorrento vergleichen. Gemälde des 18. Jahrhunderts zeigen Zitronen und Orangen neben Walnüssen, Oliven und Wein, und schon damals wurden Zitronen auf dem Seeweg ausgeführt. Um 1800 begann mit der sorrentinischen Pergola der intensive Anbau. Im 19. Jahrhundert gingen die Zitronen in Kisten aus Pappelholz ins europäische Ausland und nach Amerika. Die Spezifikation verbindet Goethes Zeile vom „Land, wo die Zitronen blüh’n“ mit Sorrent und nennt die Zitrone die Grundlage des Zitronenlikörs Limoncello.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 105 vom 24. April 2010. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Obst, Gemüse & Getreide
- Herkunft
- Italien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-IT-0098
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 40.625, 14.375
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 23. Dezember 2019. Eintrag im eAmbrosia-Register