Limone Costa d'Amalfi
g.g.A. Obst, Gemüse & Getreide · Italien
Limone Costa d’Amalfi sind Zitronen von der Amalfiküste in der Provinz Salerno. Die länglichen Früchte der dort angebauten Sorte „Sfusato Amalfitano“ haben eine an ätherischen Ölen reiche Schale, viel Saft und viel Säure.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 5. Oktober 2000
- Art
- frische Zitronen
- Sorte
- „Sfusato Amalfitano“
- Gewicht
- mindestens 100 g je Frucht
- Saftertrag
- mindestens 25 %
- Säure
- mindestens 3,5 g je 100 ml
- Verpackung
- feste Behältnisse bis 15 kg, bevorzugt aus pflanzlichem Material
- Herkunftsgebiet
- Amalfiküste mit Atrani, Amalfi, Positano, Ravello und weiteren Gemeinden (Provinz Salerno, Italien)
Aussehen & Geschmack
Die Zitrone ist länglich-elliptisch und hat eine ausgeprägte Spitze. Die mitteldicke Schale ist reif zitronengelb, reich an ätherischen Ölen und duftet stark. Jede Frucht wiegt mindestens 100 g. Der Saft ist strohgelb und reichlich: Der Saftertrag liegt bei mindestens 25 %, der Säuregehalt bei mindestens 3,5 g je 100 ml. Die Früchte haben wenige Kerne.
Laut Spezifikation haben Aroma, Duft sowie Saft- und Säuregehalt die Zitrone weltweit bekannt gemacht.
Herstellung
Alle Schritte vom Anbau bis zur Ernte finden an der Amalfiküste statt. Verkauft werden die Zitronen in festen Behältnissen, vorzugsweise aus pflanzlichem Material oder aus Karton, von einer einzelnen Zitrone bis zu höchstens 15 kg. Das Etikett nennt die g.g.A., den Erzeugerbetrieb, den Inhalt und das Erzeugungsjahr. Das Logo zeigt eine Zitrone mit Blättern und zwischen zwei Kreisen den Schriftzug „Limone Costa d’Amalfi“; darin sind der Umriss der Küste von Maiori bis Capo Conca und ein Macchia-Strauch abgebildet.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst die ganze Gemeinde Atrani und Teile von Amalfi, Cetara, Conca dei Marini, Furore, Maiori, Minori, Positano, Praiano, Ravello, Scala, Tramonti und Vietri sul Mare. Laut Spezifikation wird die Sorte „Sfusato Amalfitano“ fast nur hier angebaut, und ihre Merkmale haben sich über Jahrhunderte aus den Bedingungen vor Ort entwickelt. Der Zitronenbaum wurde zur wichtigsten Kulturpflanze der Küste: Er ist wirtschaftlich bedeutend, prägt die Landschaft und schützt den Boden vor dem Austrocknen.
Der Zitronenanbau an der Amalfiküste ist laut Spezifikation seit Beginn des 11. Jahrhunderts vielfach belegt. Die Republik Amalfi ordnete, auch gestützt auf die medizinische Hochschule von Salerno, an, dass Zitronen gegen Skorbut an Bord der Schiffe mitgeführt werden; das trug im 12. bis 14. Jahrhundert zur Ausbreitung des Anbaus an der Küste und in den Hügeln dahinter bei. Nach einem Pergament, das der Historiker Camera im 19. Jahrhundert fand, reicht der Anbau von Zitronen und Orangen mindestens bis 1112 zurück. Dokumente aus dem 17. Jahrhundert belegen ausgedehnte Zitronengärten entlang der Küste, und 1646 beschreibt Ferrari erstmals den „Limon amalphitanus“, einen Vorläufer der heutigen Sorte. Der Zitronenhandel wuchs im 18. und vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Händler aus anderen Gebieten wie Sorrent fast die ganze Ernte aufkauften. Danach gingen die Neupflanzungen auch aus Mangel an Flächen zurück; mit Terrassen versuchte man, den Anbau zu intensivieren.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 137 vom 29. April 2017. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Obst, Gemüse & Getreide
- Herkunft
- Italien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-IT-0116
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 40.635, 14.604
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 19. Dezember 2014. Eintrag im eAmbrosia-Register