Kołocz śląski
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Polen
Kołocz śląski oder Kołacz śląski ist ein schlesischer Streuselkuchen vom Blech: ein rechteckiger Hefeteigkuchen mit dicker Butterstreuseldecke und Puderzucker, ohne Füllung oder mit Quark, Mohn oder Äpfeln. Ursprünglich ein Hochzeitskuchen, wird er heute in Konditoreien und Bäckereien der Woiwodschaft Oppeln und großer Teile der Woiwodschaft Schlesien gebacken.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 20. November 2008
- Art
- Streuselkuchen aus Hefeteig
- Varianten
- ohne Füllung, mit Quark-, Mohn- oder Apfelfüllung
- Größe
- etwa 40 × 60 cm, etwa 3,5 cm hoch, 5 bis 6 kg
- Streusel
- Butter, Weizenmehl, Zucker, Vanillezucker
- Herkunftsgebiet
- Woiwodschaft Oppeln und Kreise der Woiwodschaft Schlesien (Polen)
Aussehen & Geschmack
Der Kuchen ist rechteckig, etwa 40 × 60 cm groß, etwa 3,5 cm hoch und wiegt etwa 5 bis 6 kg. Es gibt ihn ohne Füllung oder mit einer Füllung aus Quark, Mohn oder Äpfeln. Der Hefeteig ist cremefarben, die Quarkfüllung cremefarben-gelb, die Mohnfüllung dunkel- bis graphitgrau, die Apfelfüllung bernstein- bis honigfarben. Obenauf liegen goldgelbe Streusel, bestreut mit Puderzucker. Weil viel Butter darin ist, riechen sie nach Butter; laut Spezifikation sind sie dichter und gröber als in anderen Regionen Polens.
Herstellung
Der Hefeteig besteht aus Weizenmehl, Milch, Zucker, Hefe, Eiern, Butter und Salz; bis zu 25 % der Butter dürfen durch Margarine mit mindestens 70 % Fett ersetzt werden. Die Quarkfüllung enthält Halbfettquark, Eigelb, Zucker, Butter, Zitronenschale und Aroma, nach Wahl Rosinen oder Pudding. Für die Mohnfüllung werden Blaumohn, Zucker, Eier, Butter, Wasser und Mandelaroma verwendet, nach Wahl mit Rosinen, Mandeln, Nüssen oder Biskuitkrümeln. Die Apfelfüllung besteht aus gedünsteten Äpfeln und Zucker, wahlweise mit Zimt, Vanillepudding oder geriebener Semmel. Die Streusel werden aus Butter, Weizenmehl, Zucker und Vanillezucker gemacht.
Im Gebiet werden Teig, Füllung und Streusel zubereitet, der Teig geteilt, ausgerollt und auf dem Blech geformt, die Schichten aufgebracht, der Kuchen gebacken und verziert. Er darf unverpackt verkauft werden; der Verkaufsstand trägt dann einen der beiden Namen.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst die ganze Woiwodschaft Oppeln und Kreise und Städte der Woiwodschaft Schlesien, darunter Katowice, Gliwice, Bytom, Zabrze, Bielsko-Biała, Cieszyn, Racibórz und Rybnik. In anderen Regionen Polens backt man diesen Kuchen laut Spezifikation rund; der Name „kołocz“ beziehungsweise „kołacz“ kommt von „koło“, Kreis.
Laut Spezifikation geht der Kuchen auf einen Brauch aus dem 10. Jahrhundert zurück, zu Hochzeiten einen Hochzeitskuchen zu backen, der der jungen Familie Wohlstand bringen sollte. Gebacken wurde er von kundigen Hausfrauen; in der Küche durfte keine Zugluft entstehen, und Männer waren nicht geduldet. Seit dem frühen 18. Jahrhundert brachten Hochzeitsgäste in Schlesien die Zutaten als Geschenk mit, ein Brauch, der regional „przyczynianie się“, „poczta“ oder „wysłużka“ heißt. Später kam das „chodzenie z kołaczem“ auf: Drei bis vier Tage vor der Hochzeit wird den Gästen ein Kuchen gebracht. Eine Legende erzählt, Kobolde aus dem Neißetal hätten einem klugen Mädchen das Backen gezeigt.
Ein Rezept für einen „feinen schlesischen Streuselkuchen, ein Lieblingskuchen unseres Kaisers“ steht in einem 1913 in Frankfurt am Main erschienenen Kochbuch; ein Breslauer Lesebuch für Volksschulen von 1937 enthält das Gedicht „Streuselkuchen“. Heute ist der Kuchen ein Alltagsgebäck, das auf Festen auch in kleinen Orten in großen Mengen gegessen wird. Im August 2008 wurde in Opole bei einem Rekordversuch ein 136,6 m langer Streuselkuchen von etwa 1500 kg gebacken.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 299 vom 5. November 2010. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Polen
- Geschützt seit
- Weitere Namen
- kołacz śląski
- Aktenzeichen
- PGI-PL-0728
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 50.667, 17.900
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 21. Dezember 2020. Eintrag im eAmbrosia-Register