Karlovarský suchar
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Tschechien
Karlovarský suchar (Karlsbader Zwieback) wird in Karlovy Vary und Umgebung mit Karlsbader Mineralwasser gebacken. Den Teig aus Weizenmehl, Hefe und Fett backt man in geschlossenen Formen, schneidet die Laibe in Scheiben und röstet sie goldbraun.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 20. Oktober 2004
- Art
- Dauerbackware (Zwieback)
- Sorten
- „Karlovarský suchar special“ und „Karlovarský suchar dietní“
- Besondere Zutat
- Karlsbader Mineralwasser, im Gebiet gewonnen und frisch verarbeitet
- Weitere Zutaten
- Weizenmehl, Mehlverbesserer, gehärtetes Pflanzenfett, Hefe, Speisesalz; bei „special“ auch Zucker und Trockeneigelb
- Trockenmasse
- mindestens 90 g je 100 g
- Herkunftsgebiet
- Karlovy Vary und Umgebung bis Šemnice, Kyselka, Velichov, Ostrov, Hroznětín und Mezirolí (Tschechien)
Aussehen & Geschmack
Karlovarský suchar besteht aus Scheiben eines Laibs, deren gleichmäßige Form der Backform entspricht. Die Oberfläche hat gleichmäßige Poren und ist gut durchgebacken, sauber, mürbe und gut getrocknet, ohne verkohlte Stellen. Die Farbe ist goldbraun, aber nicht zu dunkel. Geschmack und Geruch sind angenehm und natürlich nach Backware, weder bitter noch sauer oder muffig.
Es gibt zwei Sorten, „Karlovarský suchar special“ und „Karlovarský suchar dietní“. Beide enthalten je 100 g mindestens 90 g Trockenmasse und 10 g Eiweiß. Verkauft wird der Zwieback in etikettierten oder bedruckten Folienbeuteln oder in Pappschachteln unterschiedlicher Größe; auf der Verpackung muss der Name „Karlovarský suchar“ stehen.
Herstellung
Die Sorte „special“ wird aus Weizenmehl, Karlsbader Mineralwasser, Mehlverbesserer, Zucker, gehärtetem Pflanzenfett, Hefe, Speisesalz und Trockeneigelb gebacken. Für „dietní“ kommen Weizenmehl, Karlsbader Mineralwasser, Trinkwasser, Mehlverbesserer, gehärtetes Pflanzenfett, Hefe und Speisesalz in den Teig. Das Mineralwasser ist ein Hydrogencarbonat-Schwefel-Chlorid-Natrium-Säuerling, der im Gebiet gewonnen und frisch verarbeitet wird.
Der Teig wird direkt geführt: Die Zutaten werden im Backtrog mit Wasser vermengt, zu einem mittelfesten Teig verrührt, der dann reift. Auf einem Schneidegerät werden Laibe geformt, geteilt und in gefettete Backformen gelegt, wo sie gehen. Gebacken wird in geschlossenen Formen im Dampf- oder Rotationsofen. Die abgekühlten Laibe werden in Scheiben geschnitten, auf dem Röstband oder auf Blechen geröstet und nach gründlichem Abkühlen verpackt.
Alle Herstellungsschritte finden im Gebiet statt, auch das Verpacken: Der Zwieback ist mürbe und nimmt rasch Feuchtigkeit auf, außerdem geht es um Hygiene und Rückverfolgbarkeit.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet wird von den Gemeinden Karlovy Vary, Šemnice, Kyselka, Velichov, Ostrov, Hroznětín, Mezirolí und Stará Role umgrenzt. Es ist historisch mit dem Bäderwesen und den Heilquellen verbunden. Laut Spezifikation zählt das Karlsbader Thermalgebiet zu den bekanntesten der Welt; die Quellen entspringen dort, weil sich in der Umgebung größere Brüche der Erdkruste treffen.
Der Zwieback wird laut Spezifikation seit Jahrzehnten nach dem traditionellen Verfahren ausschließlich im Gebiet hergestellt. Neben den Kuren und dem Mineralwasser gehört er zum Lokalkolorit des Kurorts und kommt in den Speiseplänen der Bäderkuren zum Einsatz. Die Verbindung zum Gebiet beruht auf dieser Tradition, der Erfahrung der Menschen vor Ort und der Verwendung des örtlichen Mineralwassers.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 353 vom 24. Oktober 2015. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Tschechien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-CZ-0404
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 50.167, 12.667
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 19. Oktober 2004. Eintrag im eAmbrosia-Register