Jijona
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Spanien
Jijona ist ein weicher Turrón aus gerösteten, gemahlenen Mandeln, die mit einem Karamell aus Honig, Zucker und Eiweiß vermischt werden. Er wird ausschließlich in der Gemeinde Jijona (Xixona) in der Provinz Alicante hergestellt und als „Turrón de Jijona“ verkauft.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 21. Juni 1996
- Erzeugnis
- weicher Turrón aus gerösteten Mandeln, Honig, Zucker und Eiweiß
- Calidad Suprema
- mindestens 64 % Mandeln und 10 % Honig
- Calidad Extra
- mindestens 50 % Mandeln und 10 % Honig
- Würzung
- zugelassen ist Zimt
- Verkehrsbezeichnung
- „Turrón de Jijona“
- Herkunftsgebiet
- Gemeinde Jijona/Xixona (Provinz Alicante, Spanien)
Aussehen & Geschmack
Jijona ist eine weißlich-braune Masse. Kleine Mandelstücke unterschiedlicher Größe sind ungleichmäßig darin verteilt und lockern die Farbe auf. Es gibt zwei Handelsklassen: „Calidad Suprema“ enthält mindestens 64 % geröstete Mandeln, „Calidad Extra“ mindestens 50 %; beide enthalten mindestens 10 % reinen Honig. Die Anteile gelten für das fertige Erzeugnis.
Der Turrón wird in Portionen, Riegeln, Tafeln, runden Scheiben oder Blöcken verkauft, aber auch flüssig, cremig oder pastös. Auf der Packung stehen die Bezeichnung „Turrón de Jijona“, die Handelsklasse und ein Garantieetikett.
Herstellung
Hauptzutaten sind geröstete süße Mandeln (Prunus amygdalus dulcis), reiner Honig und Eiweiß. Dazu kommen Zucker und Wasser; als Aroma ist Zimt zugelassen, als Stange, gemahlen oder als Essenz.
Zuerst werden die Mandeln geröstet. Aus Zucker, Honig und Eiweiß wird bei starker Hitze ein Karamell gekocht und mit den geschälten, gehackten und gerösteten Mandeln verknetet, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Diese wird abgekühlt, gemahlen und fein zermahlen, dann noch einmal gekocht und fertig bearbeitet. Zum Schluss wird der Block abgekühlt, geformt und geschnitten. Ein Turrón-Geselle oder -Meister (turronero) überwacht die Herstellung.
Auch Verpacken und Etikettieren geschehen in Jijona, und zwar bald nach dem Schneiden, damit die Eigenschaften erhalten bleiben. Erlaubt ist aber der traditionelle „Stückverkauf“, der in der Provinz Alicante vor allem zur Weihnachtszeit verbreitet ist: Der Turrón kommt als Block in den Laden und wird vor den Kunden in Riegel oder Tafeln geschnitten.
Herkunft & Geschichte
Jijona liegt im Landkreis Alacantí, nur 25 km vom Hafen Alicante entfernt, über den der Turrón in die ganze Welt verschifft wurde. In Spanien gilt die Stadt laut Spezifikation als „Wiege des Turrón“. Rund um den Ort wachsen Mandelbäume, und in den Bergen stehen Bienenstöcke zwischen Rosmarin, Lavendel und Thymian; berühmt war auch der Anbau von Zuckerrohr (canyamel). Aus Mandeln und Honig der Gegend entstand der Turrón.
Laut Spezifikation belegen zahlreiche Urkunden, dass in Jijona seit über 500 Jahren Turrón hergestellt wird. Eine der ältesten stammt vom Hofkoch Francisco Martínez Montiño, der den Turrón am königlichen Hof Philipps II. eingeführt haben soll. In seinem Buch „Conduchos de Navidad“ (Weihnachtsspeisen) erzählt er von einem erfundenen Besuch dreier japanischer Prinzen in Jijona und schreibt, die Häuser des Ortes seien „mit dem Duft von heißem Honig erfüllt“. Das Wissen der Turrón-Meister wird bis heute von Generation zu Generation weitergegeben.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2023/1217 vom 27. November 2023. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Spanien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-ES-1563
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 38.541, -0.503
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 28. November 2023. Eintrag im eAmbrosia-Register