Huître de Normandie

g.g.A. Fisch & Meeresfrüchte · Frankreich

Huître de Normandie ist die Pazifische Felsenauster von der normannischen Küste zwischen Granville und Sainte-Marguerite-sur-Mer. Sie wächst in Netzsäcken auf Tischen in der Gezeitenzone und wird vor dem Verkauf mindestens 28 Tage lang darauf trainiert, ihre Schale geschlossen zu halten.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 9. September 2022
Art
Pazifische Felsenauster (Crassostrea gigas, Crassostrea angulata)
Sorten
huître fine (Füllungsindex 6,5 bis unter 10,5) und huître spéciale (ab 10,5)
Aufzucht
mindestens 28 Wochen im Gebiet, danach mindestens 28 Tage „Trompage“
Verkauf
ganz, frisch und lebend, in Spankörben
Herkunftsgebiet
Küstengemeinden der Departements Manche, Calvados, Eure und Seine-Maritime von Granville bis Sainte-Marguerite-sur-Mer (Frankreich)

Aussehen & Geschmack

Die Auster wird ganz und frisch verkauft. Ihre äußere Schale ist hart und regelmäßig geformt, ohne ausgebrochene oder brüchige Stellen am Rand und frei von Schlick; innen ist sie frei von Sand und Schlick und hat keine Hohlräume, die nicht von Perlmutt überzogen sind. Das Fleisch ist elfenbein- oder perlweiß bis beige mit perlgrauem Schimmer, der Mantelrand hat dieselbe Farbe oder ist hellbraun bis schwarz. Der kräftige Schließmuskel hält die Schale während Transport und Verkauf fest geschlossen.

Je nach Fleischanteil ist die Auster eine „huître fine“ (Füllungsindex 6,5 bis unter 10,5) oder eine „huître spéciale“ (ab 10,5). Lange Austern („huîtres longues“), deren Länge plus Dicke mehr als das Dreifache der Breite beträgt, dürfen den Namen nicht tragen.

Herstellung

Die Austern wachsen in Netzsäcken und Körben, die in der Gezeitenzone an Metallgestellen oder Tischen befestigt sind, sodass sie den Boden nicht berühren. Die Züchter schütteln und wenden die Säcke regelmäßig, damit die Schale gleichmäßig wächst; wie oft, richtet sich nach Lage und Bedingungen der Austernbank. Gelegentlich holen sie die Austern an Land, sortieren sie nach Größe und bringen sie zurück. Sie können die Tiere auch innerhalb des Gebiets umsetzen, um örtliche Strömungen und Nahrungsangebot zu nutzen; so entstehen vor allem die fleischreicheren huîtres spéciales.

Nach mindestens 28 Wochen Aufzucht und der Sortierung für den Verkauf folgt die „Trompage“: Mindestens 28 Tage hängen die Säcke auf Tischen im oberen Bereich der Gezeitenzone, wo die Austern regelmäßig trocken fallen. Dabei kann sich beim Sortieren beschädigte Schale erneuern, und die Austern lernen, ihre Schale geschlossen zu halten und ihr Wasser zu bewahren. In einer Studie von 2019 waren nach 14 Tagen Kühllagerung laut Spezifikation 97 % der so behandelten Austern noch lebendig. Danach kommen sie in Hälterungsbecken an Land, gespeist mit Wasser direkt aus dem Meer oder aus Bohrlöchern, das nicht im Kreislauf geführt werden darf.

Verpackt wird im Gebiet: Lange oder beschädigte Austern werden aussortiert, die übrigen durch Aneinanderschlagen darauf geprüft, ob sie bis zum Rand mit Wasser gefüllt sind, dutzendweise gezählt und mit der gewölbten Schalenhälfte nach unten dicht in Spankörbe gekeilt, die mit Deckel und Spannbändern verschlossen werden.

Herkunft & Geschichte

Der Ärmelkanal ist flach, die Küste fällt sanft ab, und der Tidenhub gehört laut Spezifikation zu den stärksten der Welt; bei Ebbe fällt so eine breite, zum offenen Meer hin ungeschützte Gezeitenzone trocken. Starke Strömungen durchmischen das Wasser, Flüsse spülen Nährsalze für das Phytoplankton ins Meer. Weil die Austern sich im kühlen, felsarmen Kanal nicht natürlich vermehren und es keine wilden Muschelbänke gibt, haben die Zuchtaustern kaum Nahrungskonkurrenz. Der tragfähige Wattboden lässt sich mit Traktoren befahren.

Ursprünglich wurden wilde Austern mit Booten gefischt. Ein Edikt Ludwigs XIV. von 1691 führte den Titel des Austernlieferanten und -verkäufers ein; im 19. Jahrhundert gingen normannische Austern nach Paris, in die großen Städte West- und Nordfrankreichs und bis nach Straßburg, Lyon, Genf und Belgien. In Becken in der Gezeitenzone bemerkte man damals, dass täglich trocken fallende Austern ihr Wasser länger halten. Als die Wildbestände Ende des 19. Jahrhunderts erschöpft waren, wurden Jungaustern zunächst auf dem Meeresgrund ausgesät. In den 1960er-Jahren kam die Zucht in Holzkisten auf Pfählen auf, ebenso die heutigen Crassostrea-Austern; Anfang der 1970er-Jahre ermöglichten Netzsäcke aus Kunststoff die Zucht auch an der Westküste des Cotentin.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 239 vom 6. Juli 2023. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Fisch & Meeresfrüchte
Herkunft
Frankreich
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-FR-02864

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 49.199, 0.500

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 4. Oktober 2024. Eintrag im eAmbrosia-Register