Huile d'olive de Provence

g.U. Öle & Fette · Frankreich

Eine Flasche Olivenöl mit dem Etikett „AOC Huile d’Olive de Provence“, davor ein Teller mit Oliven.
Foto: Véronique PAGNIER · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons

Huile d’olive de Provence ist natives Olivenöl oder natives Olivenöl extra aus den Hügellandschaften der Provence, vor allem aus den Sorten Aglandau, Bouteillan, Cayon und Salonenque. Frisch gepresst schmeckt es bitter und scharf nach frischem Gras oder roher Artischocke, aus gereiften Oliven („olives maturées“) mild nach schwarzen Oliven oder geröstetem Brot.

Auf einen Blick

Schutz
g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 28. Mai 2018
Art
natives Olivenöl (extra), nur mechanisch gewonnen
Hauptsorten
Aglandau, Bouteillan, Cayon und Salonenque, zusammen mindestens 80 % der Bäume
Arten
frisch gepresst (spätestens 4 Tage nach der Ernte) oder „olives maturées“ (4–10 Tage gereift)
Säuregehalt
höchstens 0,5 %, bei „olives maturées“ 0,4–1,5 %
Herkunftsgebiet
464 Gemeinden in sieben Departements der Provence und ihrer Nachbarschaft (Frankreich)

Aussehen & Geschmack

Es gibt das Öl in zwei Arten. Werden die Oliven spätestens vier Tage nach der Ernte gepresst, ist das Öl deutlich bitter und scharf, beides mit einem Median zwischen 1,5 und 3,5 nach dem Verfahren des Internationalen Olivenrats. Es duftet und schmeckt nach frischem Gras und/oder roher Artischocke; der Säuregehalt liegt bei höchstens 0,5 %.

Mit dem Zusatz „olives maturées“ (gereifte Oliven) stammt das Öl von Oliven, die vor dem Pressen vier bis zehn Tage gereift sind. Bitterkeit und Schärfe fehlen fast ganz (Median höchstens 1), dafür schmeckt es nach schwarzen Oliven, eingelegten Früchten, Unterholz und/oder geröstetem Brot; der Säuregehalt liegt zwischen 0,4 und 1,5 %. Außerdem legt die Spezifikation Grenzwerte für die Zusammensetzung der Fettsäuren fest.

Herstellung

Mindestens 80 % der Bäume auf den Flächen für die Ursprungsbezeichnung sind Aglandau, Bouteillan, Cayon und Salonenque, davon mindestens 30 % Aglandau. Höchstens 20 % dürfen Picholine, Grossanne, Tanche, Brun, Cayets, Ribiers, Cayanne, Verdale des Bouches-du-Rhône und alte Sorten sein, also Bäume, die vor den Frösten von 1956 gepflanzt wurden. Weil das Gebiet im Norden liegt und oft Frost hat, werden die Oliven schon ab dem Farbumschlag von Grün zu Gelb geerntet, vor der vollen Reife.

Das Öl wird nur mechanisch gewonnen, durch Zentrifugieren oder Pressen, bei unter 30 °C während der ganzen Verarbeitung; so bleiben laut Spezifikation die pflanzlichen Aromen erhalten. Lässt der Olivenbauer die Oliven vor dem Pressen einige Tage reifen, verliert das Öl seine Bitterkeit und Schärfe. Alle Schritte vom Anbau der Oliven bis zum fertigen Öl finden im Gebiet statt.

Herkunft & Geschichte

Das Gebiet umfasst 464 Gemeinden in sieben Departements: große Teile der Alpes-de-Haute-Provence, der Bouches-du-Rhône, des Var und des Vaucluse sowie einzelne Gemeinden der Alpes-Maritimes, der Drôme und des Gard. Es reicht vom Mittelmeer im Süden bis zur Rhône im Westen, zum Hochland des Vaucluse, dem Berg Lure und den Voralpen von Digne im Norden und zum Estérel-Gebirge im Osten; die alpinen Mittel- und Hochgebirge gehören nicht dazu. Die Olivenhaine liegen bis etwa 750 bis 800 m hoch an Bergrändern und auf Hügeln, auf sonnigen, steinigen, meist kalkhaltigen und wasserdurchlässigen Böden.

Laut Spezifikation ist die Provence, abgesehen von einem Küstenstreifen, ein Randgebiet des Olivenanbaus: mit trockenen Sommern, starker Sonne, immer wieder starken Frösten und dem Mistral, der die Luft abkühlt. Deshalb haben sich vier Sorten durchgesetzt, allen voran Aglandau, die mäßig bis recht spät blühen und mäßig bis gut kältetolerant sind. Wegen des Windes werden die Bäume nach dem System der „vergers piétons“ gepflanzt, damit sie ihm weniger ausgesetzt sind. Diese Sortenmischung unterscheidet das Öl von dem der Nachbargebiete um Nizza, Nyons, Nîmes und im Languedoc, wo diese Sorten nicht wachsen.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 325 vom 30. September 2019. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
Kategorie
Öle & Fette
Herkunft
Frankreich
Geschützt seit
Aktenzeichen
PDO-FR-02421

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 44.000, 6.000

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 21. Februar 2020. Eintrag im eAmbrosia-Register