Huile d'olive de Nyons
g.U. Öle & Fette · Frankreich

Huile d’olive de Nyons ist ein Olivenöl aus der Sorte Tanche, gewonnen aus reif geernteten Oliven aus der Gegend von Nyons und den Baronnies. Es ist mild, kaum bitter und kaum scharf und duftet nach grünen Äpfeln. Das Gebiet ist laut Spezifikation das nördlichste Olivenanbaugebiet Frankreichs.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 21. Juni 1996
- Art
- Olivenöl
- Sorte
- mindestens 95 % Tanche
- Geschmack
- mild, Bitterkeit und Schärfe höchstens 2 von 10
- Säure
- höchstens 0,8 g je 100 g Öl
- Herkunftsgebiet
- 53 Gemeinden um Nyons und Vaison-la-Romaine (Drôme und Vaucluse, Frankreich)
Aussehen & Geschmack
Das Öl ist gelb mit grünem Schimmer bis goldgelb. Es duftet nach grünen Äpfeln und Trockenfrüchten und schmeckt buttrig, manchmal mit Anklängen von frischen Haselnüssen oder frisch geschnittenem Gras. Es ist sämig; die Prüfer nennen es im Gegensatz zu „flüssigen“ Ölen „fett“. Bitterkeit und Schärfe sind schwach und erreichen auf der zehnstufigen Skala des Internationalen Olivenölrats höchstens die Note 2.
Die freie Säure liegt bei höchstens 0,8 g je 100 g Öl. Typisch für die Sorte Tanche ist ein Ölsäureanteil von über 80 %. Das Etikett nennt den Namen zusammen mit „Appellation d’origine protégée“ oder „AOP“ in einem Blickfeld und trägt das EU-Zeichen der g.U.
Herstellung
Mindestens 95 % der Oliven stammen von der Sorte Tanche, der Rest von Bäumen, die zur Bestäubung gepflanzt sind. Die Tanche wird als Speiseolive und für Öl angebaut. Nach der Ernte werden die Oliven traditionell nach Größe sortiert, die kleinen gehen in die Ölmühlen.
Geerntet wird bei richtiger, fortgeschrittener Reife, gemahlen kurz darauf. Beim Pressen und Gewinnen des Öls wird die Masse höchstens 27 °C warm, und außer Wasser wird nichts zugesetzt. Alle Schritte vom Anbau bis zur Verarbeitung der Oliven zu Öl finden im Gebiet statt.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet liegt am 44. Breitengrad, nördlich des Mont Ventoux, östlich des Rhônetals und südlich von 1.000 bis 1.300 m hohen Ausläufern der Alpen, die den Mistral bremsen. Der Mont Ventoux hält Starkregen aus dem Süden ab, daher heißt die Gegend „trockene Voralpen“. Die Sommer sind heiß und trocken, die Kälte kommt im Winter allmählich. Wegen rund 2.500 Sonnenstunden im Jahr und milder Temperaturen wird Nyons auch „Klein-Nizza“ genannt. Die Oliven wachsen auf sanften, nach Süden gerichteten Hängen mit tiefen, durchlässigen Geröllböden.
Die Tanche ist eine heimische, relativ frostfeste Sorte des Beckens von Nyons und der Baronnies und wird außerhalb kaum angebaut. Sie braucht die Winterkälte, damit die Erträge gleichmäßiger ausfallen, und ist windempfindlich. Einige Bäume sind laut Spezifikation rund 1.000 Jahre alt. Den Olivenanbau lehrten laut Spezifikation schon die Phönizier und später die Griechen die Bewohner am Fluss Eygues. Nach schwierigen Jahren im 20. Jahrhundert, vor allem nach dem Frost von 1956, schlossen sich die Erzeuger zusammen und gründeten 1964 die „Confrérie des chevaliers de l’olivier“. 1968 erkannte das Gericht in Valence die Ursprungsbezeichnung an, 1994 folgte die kontrollierte Ursprungsbezeichnung; laut Spezifikation war es das erste Olivenöl Frankreichs mit dieser Anerkennung.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 73 vom 4. März 2015. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
- Kategorie
- Öle & Fette
- Herkunft
- Frankreich
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PDO-FR-0142
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 44.406, 5.152
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 23. Dezember 2019. Eintrag im eAmbrosia-Register