Hořické trubičky
g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Tschechien
Hořické trubičky (Höritzer Röllchen) sind hellbeige, knusprige Waffelröllchen aus Hořice und Umgebung in Ostböhmen. Die dünnen Waffeln werden von Hand gerollt und bestreut, mit Creme gefüllt oder in Kakaoglasur getaucht.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 22. September 2004
- Art
- Feine Backware (Waffelröllchen)
- Größe
- 5–19 cm lang, 10–20 mm Innendurchmesser, Waffeln 0,9–1,2 mm dick
- Waffelteig
- Weizenfeinmehl, Milchpulver, Pflanzenöl, Eigelbpulver, Zucker, Wasser
- Sorten
- gefüllt, bestreut oder beides, jeweils ohne, mit halbem oder mit ganzem Überzug
- Füllungen
- unter anderem Kakao, Schokolade, Kaffee, Nuss, Nugat, Zimt, Joghurt, Sahne, Vanille, Eierlikör, Zitrone
- Herkunftsgebiet
- 29 Gemeinden im Verwaltungsgebiet von Hořice (Tschechien)
Aussehen & Geschmack
Hořické trubičky sind Waffelröllchen von 5 bis 19 cm Länge und 10 bis 20 mm Innendurchmesser, gerollt aus 0,9 bis 1,2 mm dicken Waffeln. Sie sind hellbeige und knusprig, riechen und schmecken nach Waffeln und haben eine glatte, leicht poröse Oberfläche.
Es gibt sie gefüllt, bestreut oder bestreut und gefüllt, jeweils ohne Überzug, mit halbem oder mit ganzem Überzug aus Kakaoglasur. Die Füllung ist eine süße, geschlagene, halbfeste Fettcreme, etwa mit Kakao, Schokolade, Kaffee, getrockneten Schalenfrüchten, Nugat, Zimt, Joghurt, Sahne, Vanille, Eierlikör, Zitrone oder anderen Früchten. Am beliebtesten sind laut Spezifikation die bestreuten Röllchen mit Butter und Honig. Auf der Vorderseite der Verpackung steht der Name „Hořické trubičky“ als wichtigstes Element.
Herstellung
Die Waffeln werden aus Weizenfeinmehl, Milchpulver, Pflanzenöl, Eigelbpulver, Zucker und Wasser gemacht. Aus den abgewogenen Zutaten entsteht ein flüssiger Teig, der in einem elektrischen, halbautomatischen Backkarussell bei 150 bis 160 °C gebacken wird. Nach einer Ruhezeit werden die Waffeln von Hand mit einer zylindrischen Form auf einer kleinen Heizplatte gerollt. Weil die gebackenen Waffeln ungleichmäßig dick sind, muss dabei ein bestimmter Druck ausgeübt werden, damit der Durchmesser gleichmäßig wird; laut Spezifikation ist das die Handschrift der Person, die rollt.
Für die gefüllten Sorten wird die geschlagene Fettcreme maschinell eingefüllt. Die bestreuten Röllchen entstehen aus zwei oder eineinhalb Waffeln, die mit zerlassener Butter und Honig bestrichen und je nach Sorte mit Zucker, geriebenen Nüssen oder Mandeln, Zimt, Vanille oder Vanillin und Kakao bestreut werden. Für den Überzug werden die Röllchen von Hand auf Tauchgitter gelegt und an einem oder beiden Enden oder ganz in Kakaoglasur getaucht.
Teigbereitung, Backen, Rollen, Füllen, Überziehen und Verpacken finden direkt beim Hersteller statt, denn die Röllchen sind zerbrechlich und nehmen leicht Feuchtigkeit auf. Im Einzelhandel dürfen sie unverpackt verkauft werden.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet umfasst 29 Gemeinden im Verwaltungsgebiet von Hořice, darunter Hořice, Miletín, Ostroměř, Holovousy und Cerekvice nad Bystřicí. Laut Spezifikation verdanken die Waffeln ihre zarte, poröse und knusprige Beschaffenheit, die sich dennoch rollen lässt, neben den traditionellen Rezepten einem glutenarmen Mehl und dem örtlichen Wasser, das weich und mineralarm ist und aus 100 m Tiefe kommt.
Erstmals erwähnt wurden die Röllchen 1812, als eine Familie im Gebiet sie zu Familienfesten und zum Verschenken backte. Ein Konditor, der in die Familie einheiratete, verbesserte das Rezept und erhielt 1898 ein Patent auf ein elektrisches Waffeleisen. Damals wurden die Röllchen bereits gewerbsmäßig hergestellt und bis nach Deutschland, England, in die Türkei, nach Amerika und Shanghai exportiert. Nach der Verstaatlichung 1949 entstanden sie in staatlichen Betrieben; nach der Rückkehr zur Marktwirtschaft knüpften die Hersteller der Vereinigung wieder an die Tradition an, mit Wissen ehemaliger Mitarbeiter und ortsansässiger Familien. Rezept und Verfahren, einschließlich des Rollens von Hand, haben sich laut Spezifikation seither nicht geändert. In Tschechien wurde der Name 1994 als Ursprungsbezeichnung eingetragen.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 296 vom 12. Oktober 2013. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
- Kategorie
- Backwaren & Süßwaren
- Herkunft
- Tschechien
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PGI-CZ-0365
Lage
Der Punkt markiert den namengebenden Ort. Koordinaten: 50.366, 15.632
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 21. September 2004. Eintrag im eAmbrosia-Register