Havarti

g.g.A. Käse · Dänemark

Havarti ist ein gereifter Schnittkäse aus Kuhmilch aus Dänemark, erkennbar an vielen unregelmäßigen, reiskorngroßen Löchern. Er ist ein sogenannter Schöpfkäse und wird in Dänemark seit 1921 nach einem dokumentierten Verfahren hergestellt.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 5. Oktober 2010
Art
gereifter Schnittkäse aus Kuhmilch, Schöpfkäse („fisket ost“)
Form
rund oder viereckig, mit oder ohne geschmierte Rinde
Lochung
viele reiskorngroße Löcher, meist 1–2 mm breit und bis 10 mm lang
Reifung
mit Rinde 2–5 Wochen, ohne Rinde 3 Wochen
Varianten
mit Gewürzen, Kräutern, Bärlauch, Knoblauch oder Jalapeños; „Flødehavarti“ ab 60 % Fett i. Tr.
Herkunftsgebiet
Dänemark

Aussehen & Geschmack

Havarti ist rund oder viereckig und kann mit oder ohne geschmierte Rinde hergestellt werden; die Oberfläche kann eine Schutzschicht tragen. Innen ist er weißlich oder elfenbeinfarben bis rein gelblich. Der Teig ist weich, aber noch schnittfest und hat Biss, „al dente“, wie die Spezifikation schreibt. Kennzeichen sind die vielen unregelmäßig geformten, reiskorngroßen Löcher, meist 1 bis 2 mm breit und bis zu 10 mm lang, die gleichmäßig im Käse verteilt sind. Käse mit 60 % Fett in der Trockenmasse hat durchgehend kleinere Löcher.

Havarti riecht und schmeckt mild, säuerlich und aromatisch, mit einer gewissen Fülle; mit dem Alter werden Geruch und Geschmack kräftiger. Erlaubt sind Zusätze, die den Geschmack maßgeblich prägen: Gewürze und Kräuter oder Mischungen daraus, Bärlauch, Knoblauch und Jalapeños. Ein solcher Zusatz steht getrennt vom Namen, aber im selben Sichtfeld auf dem Etikett. Havarti mit mindestens 60 % Fett in der Trockenmasse darf zusätzlich „Flødehavarti“ (Rahmhavarti) heißen.

Herstellung

Havarti ist ein Schöpfkäse, auf Dänisch „fisket ost“. Der Begriff bezieht sich darauf, wie der Käsebruch in die Formen gefüllt und anschließend eingeschmolzen wird. Käse mit Rinde wird zunächst ein bis zwei Wochen bei 14 bis 21 °C geschmiert und reift dann ein bis drei Wochen bei 8 bis 16 °C. Käse ohne Rinde reift drei Wochen bei 2 bis 21 °C. Der höchstzulässige Wassergehalt richtet sich nach dem Fettgehalt. Alle Erzeugungsschritte finden in Dänemark statt.

Herkunft & Geschichte

Laut Spezifikation geht das Wort „Havarti“ auf die Wikingerzeit zurück: Es leitet sich von „avarti“ ab, einem üppig bewachsenen, blühenden Flussufer. Den Namen prägte Hanne Nielsen, die Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Gutshof Havartigården in Holte bei Kopenhagen Käse herstellte. Von 1866 bis 1890 machte sie dessen Käse in ganz Dänemark bekannt und wurde schließlich königliche Hoflieferantin.

Diese Art von Schöpfkäse wurde in Dänemark erstmals 1921 hergestellt. Damals lehrte der Schweizer G. Morgenthaler zwei Molkereifachkräften in den Molkereien Ruds Vedby und Hallebygaard auf Seeland ein völlig neues Verfahren; von dort breitete sich die Herstellung auf zahlreiche Molkereien im ganzen Land aus. Seit Ende des 19. Jahrhunderts bilden die Molkereischulen Ladelund und Dalum Molkereifachkräfte aus, und laut Spezifikation dient Havarti dort seit jeher als Grundlage der Ausbildung in der Herstellung von Schöpfkäse. Seit 1921 gibt es in Dänemark zudem ein Hochschulstudium der Molkereiwissenschaft und -technologie.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2025/6706 vom 16. Dezember 2025. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Das Erzeugnis stammt aus dem ganzen Land; der Punkt markiert nur das Land. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Käse
Herkunft
Dänemark
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-DK-00831

Lage

Das Erzeugnis stammt aus dem ganzen Land; der Punkt markiert nur das Land. Koordinaten: 56.000, 10.000

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 16. Dezember 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register