Halitzia TilliriasΧαλίτζια Τηλλυρίας

g.g.A. Käse · Zypern

Halitzia Tillirias (griechisch Χαλίτζια Τηλλυρίας) ist ein weicher bis halbweicher Weißkäse aus Ziegenmilch, der in kleinen, unregelmäßigen Stücken mindestens 40 Tage in gesalzener Molke reift. Er stammt aus fünf Gemeinden der Region Tilliria im Nordwesten Zyperns; sein Name spielt auf weiße Strandkiesel an.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 21. Oktober 2022
Art
weicher bis halbweicher Weißkäse aus wärmebehandelter Ziegenmilch
Stücke
unregelmäßig geformt, je 20–80 g, in gesalzener Molke verpackt
Reifung
mindestens 40 Tage in gesalzener Molke
Fett i. Tr.
mindestens 43 %
Herkunftsgebiet
Kato Pyrgos Tillirias, Pigenia, Pachyammos, Pano Pyrgos Tillirias und Mosfili (Tilliria, Zypern)

Aussehen & Geschmack

Halitzia Tillirias wird in durchsichtigen Packungen verkauft, in denen viele Stücke in gesalzener Molke liegen. Die Stücke sind unregelmäßig geformt, wiegen je 20 bis 80 g, sind reinweiß und haben eine raue Oberfläche. Mit den unregelmäßigen Löchern im Inneren ähneln sie laut Spezifikation großen weißen, vom Meerwasser geschliffenen Kieselsteinen; daher der Name, und zwar im Plural, weil die Stücke in der Packung noch mehr an Strandkiesel erinnern.

Die Textur ist weich bis halbweich und recht krümelig, mit Löchern unterschiedlicher Größe und Form. Der Käse schmeckt säuerlich und frisch und riecht zitronig und leicht salzig. Er enthält mindestens 43 % Fett in der Trockenmasse, höchstens 56 % Feuchtigkeit und höchstens 4,5 % Salz.

Herstellung

Verarbeitet wird ausschließlich wärmebehandelte frische Ziegenmilch, mit Salz und Lab; Lab aus Schweinemägen ist ausgeschlossen. Die reine Ziegenmilch macht den Käse weißer als Sorten mit anderer Milch. Der Bruch wird in runde und dann kleinere Stücke geschnitten, in einen Korb, den „Talari“, umgefüllt, vorsichtig geschüttelt und leicht gepresst; so entstehen die Löcher im Inneren.

Danach liegen die Stücke locker in flachen Behältern 48 Stunden in gesalzener Molke. Dicht gepackt würden sie ihre Form verlieren; so aber nehmen sie Molke auf, quellen auf und bekommen ihre kieselartige Form. Während der Reifung in gesalzener Molke, mindestens 40 Tage ab der Herstellung, entstehen durch mikrobiologische Vorgänge die runde Form und die raue Oberfläche, und der natürliche Eiweißabbau macht den Käse weich bis halbweich. Alle Schritte von der Anlieferung der Milch bis zur Reifung finden im Gebiet statt. Auch verpackt wird dort, damit Form und krümelige Textur beim Transport nicht leiden.

Herkunft & Geschichte

Tilliria ist eine abgelegene Halbinsel im Nordwesten Zyperns; das Gebiet umfasst die Gemeinden Kato Pyrgos Tillirias, Pigenia, Pachyammos, Pano Pyrgos Tillirias und Mosfili. Die Herstellung haben die Bewohner laut Spezifikation höchstwahrscheinlich gegen Ende des 16. Jahrhunderts von Eroberern gelernt. Zunächst war sie weitgehend auf das Gebiet beschränkt, in den letzten Jahren hat sich der Käse auf der ganzen Insel verbreitet.

Das Wissen wird von Generation zu Generation weitergegeben, und der Käse wird bis heute in Kleinbetrieben oder zu Hause hergestellt. Schriftliche Quellen nennen eine Mischung aus Ziegen- und Schafsmilch als traditionellen Rohstoff; vor allem in Tilliria hat sich in den letzten Jahren reine Ziegenmilch durchgesetzt. Der Name steht auch in Wörterbüchern des zyprischen Dialekts, und seit 2016 findet in Tilliria ein Feigen- und Halitzi-Fest statt.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 290 vom 18. August 2023. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Käse
Herkunft
Zypern
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-CY-02872

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 35.135, 32.617

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 9. Dezember 2025. Eintrag im eAmbrosia-Register