Gailtaler Almkäse
g.U. Käse · Österreich
Gailtaler Almkäse ist ein Hartkäse aus roher Almmilch von Kühen, der gegebenenfalls bis zu 10 % Ziegenmilch enthält. Er wird direkt auf den Almen an den Bergflanken des Oberen Gailtals in Kärnten hergestellt und reift mindestens sieben Wochen.
Auf einen Blick
- Schutz
- g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 24. Januar 1997
- Art
- Hartkäse aus Kuh- und gegebenenfalls Ziegenrohmilch (höchstens 10 %)
- Laib
- rund, 0,5–35 kg
- Reifung
- mindestens 7 Wochen; luftdicht verpackt mindestens 75 Tage
- Fett i. Tr.
- mindestens 45 %
- Zusätze
- nur Naturlab und Milchsäurekulturen
- Herkunftsgebiet
- Almen nördlich und südlich des Oberen Gailtals (Karnische und Gailtaler Alpen)
Aussehen & Geschmack
Gailtaler Almkäse ist ein runder Laib von 0,5 bis 35 kg mit einer trockenen, geschlossenen, goldgelben Naturrinde. Der Teig ist gelblich und geschmeidig und hat wenige runde, gleichmäßig verteilte Löcher. Der Käse enthält mindestens 45 % Fett in der Trockenmasse und höchstens 40 % Wasser. Die Spezifikation spricht von einem unverwechselbaren Geschmack aus reiner Almmilch.
Die Laibe tragen Kaseinplättchen und ein einheitliches Etikett mit der Angabe „Gailtaler Almkäse — geschützte Ursprungsbezeichnung“.
Herstellung
Verwendet wird nur Almmilch von den Gailtaler Almen, Kuhmilch und gegebenenfalls bis zu 10 % Ziegenmilch, roh verarbeitet; Milch aus dem Tal ist nicht zulässig. Als Zusätze sind nur Naturlab und Milchsäurekulturen erlaubt. Die Herstellung richtet sich nach dem „Gailtaler Almprotokoll“, das Regeln für Almbewirtschaftung, Tierhaltung, Melken, Milchreifung und Käseherstellung enthält. Die Milch wird auf den Almen verarbeitet.
Der Käse reift mindestens sieben Wochen, bevor er verkauft wird; für den Ausschank auf den Almsennereien genügen bei Bedarf fünf Wochen. Luftdicht verpackter Käse reift mindestens 75 Tage.
Herkunft & Geschichte
Das Gebiet erstreckt sich über die Bergflanken nördlich und südlich des Oberen Gailtals, in den Gemeinden Kötschach-Mauthen, Dellach, Kirchbach, Hermagor, Gitschtal, Weißensee, St. Stefan im Gailtal, Feistritz an der Gail und Hohenthurn, mit Teilen der Karnischen Alpen, der Reißkofel-Gruppe und der Gailtaler Alpen. Es ist reich an Niederschlägen und Sonnenstunden. Die Almen liegen tiefer als in den Zentralalpen, sodass die Vegetationszeit länger ist. Viele Bodentypen und Standorte bringen artenreiche Almflächen mit einem hohen Anteil an Kräutern und Leguminosen hervor; ihre Milch ist laut Spezifikation besser zum Käsen geeignet als Talmilch.
Die Erzeugung von Almkäse im Gebiet ist bereits im 14. Jahrhundert dokumentiert. Die Landschaftspflege der Gailtaler Bauern über Jahrhunderte und das über Generationen weitergegebene Können der Sennerinnen und Senner, etwa bei der Wahl der Weideplätze je nach Jahreszeit und im Umgang mit Temperatur und Wetter beim Käsen, prägen laut Spezifikation das Erzeugnis.
Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C 62 vom 20. Februar 2015. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.
Herkunft auf der Karte
Schutz & Quellen
Steckbrief, Lage und Datenquelle
Steckbrief
- Schutz
- geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
- Kategorie
- Käse
- Herkunft
- Österreich
- Geschützt seit
- Aktenzeichen
- PDO-AT-1425
Lage
Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 46.631, 13.132
Quelle
Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 23. Dezember 2019. Eintrag im eAmbrosia-Register