Gâche vendéenne

g.g.A. Backwaren & Süßwaren · Frankreich

Gâche vendéenne ist ein ovales, feines Hefegebäck aus der Vendée mit viel Butter, Zucker, frischen Eiern und – als Besonderheit – Sahne. Es hat eine goldbraune Kruste mit einem Längsschnitt und eine dichte, weiche Krume und kommt in der Region traditionell zu Ostern auf den Tisch.

Auf einen Blick

Schutz
g.g.A. (geschützte geografische Angabe) seit 23. Februar 2011
Art
feines Hefegebäck
Mindestanteile
42 % Mehl, 10 % Eier, 10 % Butter, 10 % Zucker, 5 % Sahne
Triebmittel
frische Bäckerhefe und Vorteig oder fermentierter Teig
Gewicht
mindestens 300 g
Verkauf
ganz oder in Scheiben von mehr als 12 mm, einzeln verpackt
Herkunftsgebiet
Vendée und angrenzende Teile von Loire-Atlantique, Maine-et-Loire, Deux-Sèvres und Charente-Maritime (Frankreich)

Aussehen & Geschmack

Das Gebäck ist oval, hat eine feine goldbraune Kruste und ist oben der Länge nach eingeritzt; in der Mitte des Einschnitts ist die Kruste heller, außen herum dunkler. Ein Stück wiegt mindestens 300 g. Die Krume ist dicht und kompakt, anders als bei der viel luftigeren Brioche aus der Vendée. Im Mund ist die Gâche weich und schmelzend, mit milchigem Geschmack.

Herstellung

Der Teig enthält mindestens 42 % Mehl aus Brotweizen der französischen Typen 45, 55 oder 65, je mindestens 10 % frische Eier oder frisches flüssiges Vollei, Butter mit mindestens 82 % Fett und Zucker sowie mindestens 5 % Sahne mit mindestens 30 % Fett. Dazu kommen Vorteig oder fermentierter Teig, mindestens 2 % frische Bäckerhefe und 0,8 bis 1 % Meersalz; Milch und Wasser machen höchstens 10 % aus. Erlaubt sind außerdem Alkohol mit mindestens 40 % vol, Vanille- und Orangenblütenaroma; Mehlverbesserungsmittel sind nicht zulässig.

Der Teig wird langsam geknetet. Um die Gärung durch Milchsäurebakterien in Gang zu setzen, wird ein Restteig aus dem eigenen Betrieb zusammen mit Bäckerhefe angesetzt. Der Teig geht zweimal: zuerst zwischen Kneten und Formen, dann als geformter Teigling bis zum Backen, damit er die typische Einritzung bekommt. Bei direkter Teigführung geht er mindestens 4 Stunden, bei gesteuerter Teigführung, teils in der Kühlkammer, bis zu 24 Stunden.

Hergestellt und verpackt wird nur im Gebiet. Innerhalb von zweieinhalb Stunden nach dem Backen, einschließlich der Abkühlzeit, kommt die Gâche in eine unperforierte Tüte, damit sie nicht austrocknet und ihr buttrig-sahniges Aroma behält.

Herkunft & Geschichte

Das Gebiet umfasst das Departement Vendée, den südlich der Loire gelegenen Teil der Departements Loire-Atlantique und Maine-et-Loire, den westlichen Teil von Deux-Sèvres und den nördlichen Teil von Charente-Maritime. Es entspricht dem traditionellen Herstellungsgebiet mit vielen Bäckereien, die das Gebäck unter diesem Namen anbieten.

Die Gâche hat sich aus den Kuchen entwickelt, die in der Vendée zu hohen Festtagen in jedem Haushalt gebacken wurden: dem Osterkuchen „Pacaude“ und dem Hochzeitskuchen. Diese Tradition reicht laut Spezifikation bis ins 19. Jahrhundert oder weiter zurück. Die Pacaude wurde am Karfreitag angesetzt, am Karsamstag gebacken und nach der Ostermesse gegessen. Sahne kam in den Teig, weil in der Vendée seit jeher viel Milch erzeugt wird und zu religiösen Festen ein besonders reichhaltiges Gebäck auf den Tisch kommen sollte. Ab 1920 übernahmen die Bäcker auf dem Land die Herstellung; heute ist die Gâche das ganze Jahr über erhältlich, auch außerhalb der Region. Jean Pierre Bertrand erklärt in seinem Buch „Pains et gâteaux traditionnels de Vendée“ (1999) die Herkunft des Wortes „Gâche“.

Grundlage dieses Textes: Einziges Dokument, Amtsblatt der EU C/2026/1752 vom 20. März 2026. Der Text fasst die amtliche Beschreibung zusammen (© Europäische Union). Rechtlich maßgeblich ist allein die eingetragene Produktspezifikation.

Herkunft auf der Karte

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Alle Spezialitäten auf der großen KarteKarte: Natural Earth

Schutz & Quellen

Steckbrief, Lage und Datenquelle

Steckbrief

Schutz
geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Kategorie
Backwaren & Süßwaren
Herkunft
Frankreich
Geschützt seit
Aktenzeichen
PGI-FR-0860

Lage

Der Punkt markiert ungefähr die Mitte der Herkunftsregion. Koordinaten: 46.642, -1.304

Quelle

Daten aus dem EU-Register eAmbrosia, © Europäische Union, CC BY 4.0. Eintrag zuletzt geändert am 24. März 2026. Eintrag im eAmbrosia-Register